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6. Memminger OP-Symposium, Referentin Margit Hertlein
(Bildquelle: Klinikum Memmingen)
 
Memmingen
Donnerstag, 4. Dezember 2014

6. Memminger OP-Symposium

Diskussion über zukünftige Entwicklungen im Operationsalltag

"Wer aufhört zu lernen, ist alt. Mag er zwanzig oder achtzig sein.“ Getreu dieses Leitspruchs des amerikanischen Großindustriellen Henry Ford, trafen sich jetzt zum 6. Memminger OP-Symposium knapp 60 Fachkräfte aus den Bereichen OP, Anästhesie und Medizinprodukteaufbereitung auf Einladung von Pflegedirektor Hans-Jürgen Stopora in den Tagungsräumen des Memminger Klinikums.

Unterstützt durch die fachliche Expertise dreier Chefärzte des Klinikums Memmingen und einer externen Referentin, wurden unter der Moderation von Manfred Baulechner, OP-Leiter der Kreisklinik Mindelheim, Neuerungen und Entwicklungen in den klinischen Fachgebieten Allgemein- und Viszeralchirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie, Gynäkologie sowie aus dem Themenkreis Psychologie und Personalführung sachkundig dargeboten und diskutiert.

In seinem Vortrag schilderte der Chefarzt der Allgemein, Visceral-, Thorax- und Gefäßchirurgie Professor Dr. Dr. h.c. Carsten N. Gutt aktuelle Operationsmethoden in der Pankreaschirurgie, also der Chirurgie der Bauchspeicheldrüse: „An unserem zertifizierten Pankreaszentrum sind Operationen an der Bauspeicheldrüse sehr sicher und zumeist ohne Blutabgabe möglich. Wir haben zudem starke Partner in der Gastroenterologie und der Radiologie.“ Auch kann laut Gutt oft organerhaltend operiert werden. „Die Lebensqualität nach einer Operation an der Bauchspeicheldrüse ist in der Regel sehr gut“, betonte der Chefarzt. Nachfolgend ging Gutt auf die Neuerungen in der Leberchirurgie ein. Auch hier könne durch immer blutsparendere Operationstechniken bei Lebersegmententfernungen heute teils gänzlich auf die Gabe von Blutkonserven verzichtet werden. „Alle tumorösen Prozesse in der Leber sollten unbedingt einem erfahrenen Leberchirurgen vorgestellt werden. Auch sehr schwierige Operationen an der Leber sind zumeist ohne Probleme möglich und der Patient erholt sich schnell.“

Im anschließenden Themenbereich Gynäkologie erläuterte der Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe sowie des Brust- und Beckenbodenzentrums, Privatdozent Dr. Felix Flock, die Neuerungen in der Inkontinenz- und Senkungschirurgie. Spezifisch auf die unterschiedlichen Ursachen dieser Erkrankungen ausgerichtet, steht dem Gynäkologen eine große Bandbreite nicht operativer wie operativer Therapien zur Verfügung, berichtete Flock. Hiermit könne individuell für jede Frau die größtmögliche Verbesserung herbeigeführt werden. Für chirurgische Interventionen ist für den Operateur hierzu ein breites Spektrum von Bändern und Netzimplantaten auf dem Markt, so der Chefarzt.

Einen Blick in die Zukunft wagte Professor Dr. Christian Schinkel. Der Chefarzt der Memminger Klinik für Unfall-, Handchirurgie und Orthopädie sowie des Trauma- und Endoprothetikzentrums befasste sich mit der Frage, wie die Revisionsendoprothetik, also der Austausch von Knie- oder Hüftimplantaten, in Zukunft den operativen Alltag beeinflussen werde. Neben der Prothesenlockerung als Hauptursache, werde auch die stetig anwachsende Zahl von Frakturen um das Gelenk herum den Einsatz der komplexen Endoprothesen-Baukastensysteme immer weiter forcieren. Nur so könne den vielseitigen Erscheinungsformen eines erforderlichen Prothesenersatzes adäquat begegnet werden, so Schinkel: „Eine maximale Anforderung an Hersteller wie Chirurgen.“

Nach diesen medizinischen Themen stand der Nachmittag unter dem Motto „Raus aus dem Jammersumpf“. Dabei verstand es Referentin Margit Hertlein aus Weißenburg in Mittelfranken, voller Lebendigkeit und Witz Motivationsstrategien im oft stressigen Operationsalltag aufzuzeigen. Lebensnah verdeutlichte die Trainerin, welche Sichtweisen und Methoden dem Menschen in Phasen extremer Belastung zur Verfügung stehen, um Krisen zu überwinden oder erst gar nicht in diese zu geraten. Entgegen dem Jammern stelle das konstruktive und lösungsorientierte Klagen mögliche Weichen für das Verlassen des sogenannten Jammersumpfes. Untermauert durch viel Witz und eine gehörige Portion Selbstironie, verstand es Margit Hertlein, das alltägliche menschliche Verhalten des Jammerns unter der Lupe wissenschaftlicher Erkenntnisse zu betrachten.

Nach einer informativen und anspruchsvollen Veranstaltung machten sich die Teilnehmer aus einem Umkreis von mehr als 100 Kilometer um Memmingen zufrieden auf ihre Heimreise.


Tags:
klinikum memmingen operationen diskussion op-symposium



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