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In alter Tradition wurde ins "Goldene Buch" der Stadt Memmingen geschrieben
(Bildquelle: Michael Birk, Pressestelle Stadt Memmingen)
 
Memmingen
Montag, 10. Oktober 2016

„Identität schützen - Menschenrechte achten“

Tag der Heimat: Schwäbischer Vertriebenentag in Memmingen

Zusammen mit dem Schwäbischen Vertriebenen Tag fand die Gedenkfeier zum Tag der Heimat in der Memminger Stadthalle statt. Die Veranstaltung des Bundes der Vertriebenen (BdV) stand in diesem Jahr unter dem Leitsatz „Identität schützen – Menschenrechte achten“. Festredner war Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger. Zuvor gedachten die Gäste am Vertriebenen-Stein auf der Grimmelschanze der Toten. Bereits am Vormittag hatte der Oberbürgermeister die Ehrengäste im Rathaus empfangen.

„Die alter Heimat im Herzen erhalten – die neue Heimat dankbar gestalten!“, schrieb Christian Knauer der Vorsitzende des Landesverbandes Bayern des BdV in das Goldene Buch der Stadt Memmingen. Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger hatte die Ehrengäste zusammen mit dem BdV-Landesvorsitzenden, den Bezirksvorsitzenden für Schwaben, Reinhard Pachner, und den Memminger Kreisvorsitzenden, Armin M. Brandt, zum Auftakt des Gedenktages zu einem Empfang in das Rathaus geladen. Der Oberbürgermeister dankte den engagierten Gästen für deren ehrenamtliche Arbeit und hieß alle in Memmingen herzlich willkommen.

Nachmittags begrüßte der BdV-Kreisvorsitzende Armin M. Brandt die Ehrengäste, Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Treffens in der Stadthalle: „Seit 68 Jahren wird bundesweit am Tag der Heimat den Heimatvertriebenen gedacht. Tausende von Flüchtlingen haben nach dem Zweiten Weltkrieg in Memmingen eine neue Heimat gefunden“. Brandt bedankte sich bei Oberbürgermeister Dr. Holzinger für „die stete Unterstützung und das offene Ohr in den vergangenen 36 Jahren“.

„Die Stadt ist sehr stolz, dass der schwäbische Vertriebenentag hier in Memmingen durchgeführt wird“, sagte Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger zu Beginn seiner Festrede. Seit den 1950er Jahren seien Gedenkstunden durchgeführt worden. Die Heimatvertriebenen hätten immer die Erinnerung an ihre Geschichte wachgehalten, aber geleichzeitig als Bürgerinnen und Bürger Memmingens die Stadt vorangebracht. „Ich möchte heute die Leistungen der Vertriebenen seinerzeit herausheben. Es ist dem Aufbauwillen der Menschen zu verdanken, dass es uns heute so gut geht“, betonte Dr. Holzinger. Bei vielen Geburtstagsbesuchen oder Gratulationen habe er die Kraft, den Mut und die Empathie der Heimatvertriebenen gespürt. „Sie sind nie verzweifelt und haben darüber hinaus die alte Heimat nie vergessen, sondern hier in Memmingen eine neue Heimat dazugewonnen, so der Festredner.

„Für die hervorragenden Verdienste um die deutschen Heimatvertriebenen, ihr Schicksal und ihre Kultur wird Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger das Goldene Ehrenzeichen des Bundes der Vertriebenen verliehen“, verlas der bayerische Landesvorsitzende des BdV, Christian Knauer, die Urkunde. Dr. Holzinger dankte für die hohe und unerwartete Auszeichnung. Knauer verwies auf die Zahl der Menschen, die heute von Flucht und Vertreibung betroffen sind und regte an, den Wert der Heimat herauszustellen: „Den Heimatvertriebenen kommt die besondere Aufgabe zu, verstärkt in den örtlichen Vereinen, Schulen und Kindergärten den Tag der Heimat zu feiern und so den Wert hervorzuheben, den die Heimat für die Existenz der Menschen hat“.

Der Schirmherr der Veranstaltung, Staatsminister a. D. und Ehrenbürger Josef Miller, erklärte, dass „Heimat dort ist, wo ich verstehe und verstanden werde“. Daraus ergäbe sich dann Verständnis, Vertrauen und Geborgenheit, so Miller weiter. Für Landtagsabgeordneten Klaus Holetschek ist Heimat dort, wo die Familie die Wurzeln hat. Gerade in Zeiten der Globalisierung sei es wichtiger denn je zu wissen, wo man herkomme, so Holetschek weiter. Der schwäbische Bezirksvorsitzende des BdV, Reinhard Pachner, sprach die Situation der Flüchtlinge heute an, die in einer besseren Welt ihre Zukunft suchen: „Was würden wir machen, wenn unsere Familien in einem durch Krieg zerstörten Land nichts zu essen hätten“. Den Tag der Heimat könnten nicht nur die Vertriebenen begehen, sondern er sollte überall gefeiert werden, so Pachner zum Schluss der Veranstaltung. Musikalisch gestaltete der Musikverein Volkratshofen die Gedenkstunde. Die pommersche Tanzgruppe „IHNA“ begeisterte die Zuschauer mit ihren Trachten, Gesangs- und Tanzbeiträgen.

Vor Beginn der Feierstunde in der Stadthalle fand am Vertriebenen-Stein auf der Grimmelschanze ein Totengedenken statt. Landesvorsitzende Knauer sprach von einem guten Brauch, am Tag der Heimat den Toten zu gedenken. Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger legte ein Blumengebinde mit den Stadtfarben nieder.


Tags:
Tradition Gedenken Vertriebenentag Schwaben



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