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Stadt Kempten legt neue Energie- und CO2-Bilanz vor: Positive Werte
13.05.2013 - 10:37
Der Verbrauch und die Emissionen sind in der Stadt Kempten gesunken. Ein Plus gab es stattdessen beim Anteil regenerativer Quellen. Das geht aus der Energie- und CO2-Bilanz hervor.
“Die Zahlen zeigen uns, dass wir beim Klimaschutz auf dem richtigen Weg sind, gleichzeitig aber auch, dass und wo wir weiter Energie sparen und CO2-Emissionen verringern müssen“, so dazu Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer. „Gerade als Masterplan-Kommune im bundesweiten Pilotprojekt sind wir hier in einer Vorreiterrolle mit Vorbildfunktion.“

Die wichtigsten Ergebnisse aus der aktuellen Energie- und CO2-Bilanz, die eza!, das Energie- und Umweltzentrum Allgäu, im Auftrag der Stadt Kempten erstellt hat:
- Um über 10 Prozent ist der CO2-Fußabdruck pro Einwohner und Jahr zwischen 2006 und 2011 zurückgegangen, dank einer weiteren Zunahme des Anteils erneuerbarer Energien: Bei Strom ist hier ein Anstieg um 20,3 Prozent und bei Wärme ein Anstieg um 30,5 Prozent seit 2006 verzeichnet. Während bei der Wärmeversorgung mit erneuerbaren Energien das Fernwärmenetz des ZAK ein zentraler Baustein ist, liegt dies beim Strom vor allem an einem großen Zuwachs bei den Photovoltaikflächen und dem Ausbau der Wasserkraft.
- Der gesamte Energieverbrauch in Kempten ist zwischen 2006 und 2011 um etwa 4 Prozent gesunken. Am Gesamtverbrauch den größten Anteil hatte der Sektor Wirtschaft mit 48 Prozent inklusive 1,4 Prozent kommunaler Betrieb (2006: 51 Prozent). Dann folgten 2011 die Bereiche Verkehr mit 29 Prozent (2006: 28 Prozent) und die privaten Haushalte mit 23 Prozent (2006: 21 Prozent).
- Im Bereich Wirtschaft ging der Energieverbrauch trotz eines dynamischen Wachstums im Vergleichszeitraum kontinuierlich zurück, während er beim Verkehr nahezu unverändert war zwischen 2006 und 2011.
- In den privaten Haushalten sank der Stromverbrauch um 2 %. Gestiegen ist dagegen der Verbrauch für Wärme, so dass auch der Energieverbrauch insgesamt in den Haushalten gestiegen ist.

Tipp: Wärmedämmung verbessern
„In allen Bereichen gibt es noch erhebliche Einsparpotenziale“, so der städtische Klimaschutzmanager Thomas Weiß. „Der Anstieg beim Wärmeenergieverbrauch in den Haushalten etwa ist ein eindeutiger Appell an alle Hauseigentümer sich mit wärmedämmenden Maßnahmen zu beschäftigen – hierfür gibt es auch zahlreiche Fördermöglichkeiten.“ Auch wenn die Einsparungen beim Strom erfreulich sind, so rät der Klimaschutzmanager, sich genau zu überlegen, ob bestehende gegen neue Geräte in den Privathaushalten ausgetauscht werden sollten: „Problematisch ist hier, dass die elektrischen Geräte zwar immer energie-effizienter werden, dafür aber auch immer größere und in der Summe deutlich mehr angeschafft werden“, erklärt Weiß. „Für Verbraucher wie Wirtschaftsunternehmen bleiben weiterhin die vielen kleinen und alltäglichen, wichtigen Beiträge zum Klimaschutz mit dem Hintergrund: Generell sparsam mit Energie umgehen und nur das verbrauchen, was man auch wirklich braucht.“

Klimaschutz in Kempten: strategisches Ziel
Das Thema Klimaschutz ist bei der Stadt Kempten seit vielen Jahren im Blickpunkt und in den strategischen Zielen 2020 tief verankert. 2012 ist Kempten daher als eine von bundesweit nur 19 Kommunen zur Teilnahme im Pilotprojekt „Masterplan 100 % Klimaschutz bis 2015“ ausgewählt worden. Dabei geht es um die Erstellung eines Klimaschutzfahrplans, der aufzeigt, wie bis zum Jahr 2050 klimaschädigende CO2-Emissionen um 95 Prozent im Vergleich zum Ausgangsjahr 1990 reduziert werden können. Die jetzt neu vorliegende Kemptener Energie- und CO2-Bilanz bildet eine wichtige quantitative Grundlage für diesen Fahrplan. Künftig ist eine Aktualisierung der Bilanz alle zwei Jahre geplant.

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