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Räuberpistole bei der Polizei aufgetischt - angezeigter Raub stellt sich als vorgetäuscht heraus
19.09.2011 - 15:54
Wenn die Ermittlungsmaschinerie einmal in Gang gesetzt ist, gibt es auch kein zurück mehr. Dies sowie der Umstand, dass man die Kollegen der Kripo Kempten nicht an der langen Nase herumführen kann, war einem 49-jährigen Mann aus Kempten wohl nicht so ganz bewusst. Er zeigte bei der Polizei an, Opfer eines Raubüberfalls geworden zu sein. Das Lügenkonstrukt brach zusammen, der Mann sieht nun selbst einem Strafverfahren entgegen.
Der 49-Jährige erschien vor einigen Wochen bei der Polizeiinspektion Kempten und gab vor, nach einem Kneipenbesuch in Kempten Opfer eines Raubüberfalls geworden zu sein. Der Mann konnte sich, so seine Aussage, nach einem feuchtfröhlichen Freitagabend nach Verlassen der Lokalität an nichts mehr erinnern, stattdessen wachte er am Sonntag wieder auf – und zwar in Mailand. Zu diesem Zeitpunkt, so seine Einlassungen, fehlte ihm auch sein komplett mitgeführtes Bargeld.

Der Fall wurde zuständigkeitshalber von den Beamten der Kripo Kempten übernommen, weitere umfangreiche Ermittlungen schlossen sich an.

Alsbald ergaben sich Widersprüche und Ungereimtheiten, was dazu führte, dass der Mann nochmals nachvernommen wurde. Hierbei räumte er ein, den Raubüberfall und das anschließende Verschleppen nach Mailand erfunden zu haben.

Zum Motiv gab er an, dass er das Geld beim Automatenspiel verloren hat und mit dem Restgeld nach Mailand gefahren ist, um etwas „abzuschalten“. Da er sich für die Rückfahrkarte jedoch Geld ins Ausland überweisen lassen musste, wollte er das aus seiner Sicht mit dem angeblichen Raubüberfall begründen.

Den Mann erwartet nun ein Strafverfahren wegen Vortäuschens einer Straftat.

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