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Fliegerbombe entschärft - Zeitzeugin berichtet von Einschlag
14.06.2012 - 08:24
Große Aufregung am Mittwochabend in Kempten. Noch bevor das Fußball- Europameisterschaftsspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden begonnen hatte, war schon für Spannung gesorgt.
Eine bei Bauarbeiten an der Nordspange aufgefundene Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg wurde entschärft.

Um die Maßnahme durchführen zu können, waren in einem Umkreis von 400 Metern sämtliche Gebäude geräumt und Straßen gesperrt worden. Anschließend wurde kurz nach 18:30 Uhr begonnen, die Fliegerbombe zu entschärfen. Dies gestaltete sich laut dem Leiter des Sprengkommandos München relativ einfach, denn die Zündsysteme waren noch nicht korrodiert, die Gewindegänge waren alle noch in Ordnung.

Wenig beeindruckt zeigte sich Zeitzeugin Balbina Wiedemann. Die 83-jährige meinte beim Betrachten der Absperrmaßnahmen: „früher waren alle nicht so ängstlich“. An den Tag des Einschlags der Fliegerbombe kann sie sich noch ganz genau erinnern: „Wir haben gerade Mittaggegessen und dann hat das ganze Haus gewackelt. Jeder hat den Löffel weggelegt und aus dem Fenster geschaut aber nichts gesehen. Nicht weit weg haben wir dann das Loch entdeckt“.

Ihr ist dabei durchaus bewusst, dass sie damals großes Glück gehabt hat, denn „nur wenn sie ein Stückchen weitergeflogen wäre, hätte sie unser Haus getroffen“, erzählt Wiedemann. Schon wenige Tage später hätte es geheißen, das rund sieben Meter tiefe Loch werde zugeschüttet und dann könne man bedenkenlos wieder drübergehen. „So war es die ganzen Jahre auch“, so die Rentnerin. Vorher hätte ein KZ-Häftling in das Loch zur der Bombe hinunter steigen und abschätzen müssen, wie tief diese im Erdreich liege, so die Zeitzeugin. „Sieben Meter hat er geschätzt, anschließend durfte er wieder gehen“, so die 83-jährige.

Die Fliegerbombe „hat 225 Kilo und 120 Kilogramm Sprengstoff mit höherem Hexogenanteil, was durchaus brisanter ist. Ansonsten ist das eine Standart-GP-500“, so Martin Tietjen, der Leiter des Sprengkommandos München. Er und sein Team haben von diesem Typ schon dutzende unschädlich gemacht.

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