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Dr. Gerd Müller (CSU)
(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Kempten
Dienstag, 8. April 2014

Allgäuer Bundestagsabgeordneter am Pranger

Plagiatsvorwurf rund um den Allgäuer Bundestagsabgeordneten und Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller (CSU). Der Bundesminister aus dem Wahlkreis Kempten-Oberallgäu-Lindau soll bei seiner Doktorarbeit vor 25 Jahren abgeschrieben haben.

Das behauptet die Onlineplattform Vroniplag, eine Seite zur Veröffentlichung von Plagiatsvorwürfen. Konkret geht es um seine Arbeit unter dem Titel "Die Junge Union Bayern und ihr Beitrag zur politischen Jugend- und Erwachsenenbildung" an der Universität Regensburg. Müller war zum damaligen Zeitpunkt Vorsitzender der "Jungen Union in Bayern".

Der Vorwurf lautet: Textpassagen seien übernommen worden, eine entsprechende Kennzeichnung, z.B. in Form von Anführungszeichen, sei nicht vorgenommen worden. Deshalb haben sich auch mehrere Mitglieder des studentischen Konvents für eine offizielle Prüfung ausgesprochen, das berichtet der Bayerische Rundfunk. Die Ombudsstelle für wissenschaftliche Fehlverhalten solle den "Fall Müller" jetzt genau unter die Lupe nehmen, heißt es.

Unter Politplag.de ist eine Presserklärung unter dem Titel "Ein Minister macht nur "handwerkliche Fehler"" eingestellt. Diese können Sie hier einsehen - Der Autor Martin Heidungsfelder führt hier mehrere Beispiele für die angeblichen Textübernahmen ohne Kennzeichnung an. Er sagt in einer Pressemitteilung:

"Ob Müllers Arbeit als besonders originell oder schwierig anzusehen ist, möge der geneigte Leser selbst beurteilen. Insgesamt ist die Dissertation gekennzeichnet durch zahlreiche längere wörtliche Zitate. In guten Dissertationen sind Zitate über mehrere Seiten sehr selten.  Tagesordnungen, die über mehrere Seiten abgepinselt wurden, so zum Beispiel S. 166-169  oder 174-178, gehören normalerweise in den Anhang. Es liegt selbstverständlich im  Ermessen der Prüfer einer Universität, auch solche Arbeiten anzunehmen. Sollten Sie sich in der Suche nach „handwerklichen Fehlern“ üben wollen, empfehlen wir Ihnen einfach die Seiten 2 und 10 der Dissertation zu lesen. Sicherlich werden Sie den dort vorliegenden Fehler leicht selbst finden."

Eine offizielle Stellungsnahme von Dr. Gerd Müller steht zum jetzigen Zeitpunkt noch aus. Ob sich die Plagiatsvorwürfe von Martin Heidungsfelder aufrecht erhalten lassen oder nicht, bleibt abzuwarten. Radio AllgäuHIT erwartet zum jetzigen Zeitpunkt bereits Reaktionen von verschiedenen Seiten.  


Tags:
plagiatsvorwurf doktorarbeit gerdMüller bundesminister


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