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Ein Beratungsgespräch bei der Arbeitsagentur
(Bildquelle: Bundesagentur für Arbeit)
 
Kempten
Mittwoch, 30. April 2014

3,2 Prozent Arbeitslosenquote im Allgäu

Arbeitsmarkt sogar leicht besser als 2013

Im April lag die Arbeitslosenquote im Allgäu und am bayerischen Bodenseeufer bei 3,2 Prozent und damit um 0,3 Prozentpunkte besser als im März. Im Vergleich zum vorigen Jahr präsentierte sich der Arbeitsmarkt ebenfalls gestärkt, denn seinerzeit lag die Arbeitslosenquote noch beim höheren Wert von 3,4 Prozent. Aktuell waren 11.400 Menschen bei den Vermittlern der Arbeitsagentur und in den sieben Jobcentern arbeitslos gemeldet, gut 760 weniger als im Monat zuvor. Anhaltend robust zeigte sich der Stellenmarkt. Betriebe stellten insgesamt 3.940 Stellenangebote zur Verfügung.

„Die gute Entwicklung des Arbeitsmarktes setzte sich auch im April fort. Die anhaltend milden Temperaturen haben im Allgäu für zusätzliche Beschäftigung im Baugewerbe und anderen Handwerksbereichen gesorgt. Und im verarbeitenden Gewerbe läuft es besonders im Metall- und Maschinenbau gut“, sagt Horst Holas, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen.

Arbeitslose Menschen
Im April bewegte sich viel auf Seiten der arbeitslosen Menschen. So konnten 2.320 Kräfte eine neue Erwerbstätigkeit aufnehmen und dadurch ihre Arbeitslosigkeit wieder beenden, die höchste Zahl der letzten zwei Jahre. Vor allem Männer nahmen eine Beschäftigung als Garten- und Landschaftsbauer oder im Baugewerbe auf. Daneben erfolgten Arbeitsaufnahmen in größerer Zahl in Industriebetrieben, im Logistiksektor sowie im Verkauf. Zusätzlich sorgten die Bereiche Büro und Sekretariat für neue Beschäftigungen. Insbesondere für Tätigkeiten im Büro waren aber noch immer 870 Menschen weiter auf Jobsuche. In der Hotellerie und Gastronomie begann zum Einen eine ganze Reihe von Köchen und Servicekräften eine neue Tätigkeit, gleichzeitig meldeten sich gerade im südlichen Oberallgäu entsprechende Kräfte nach dem Ende der Wintersaison neu bei den Arbeitsvermittlern. Schon in wenigen Wochen rechnen viele mit einer Anschlussbeschäftigung, wenn die Sommersaison in der Urlaubsregion für mehr Gäste und damit für zusätzlichen Kräftebedarf sorgt.

Nach einer vorherigen Berufstätigkeit meldeten sich aktuell 1.837 Frauen und Männer neu arbeitslos. Das waren knapp 280 mehr als im März. Dieser Zuwachs lässt sich weitgehend auf das geschilderte Saisonende im Oberallgäu zurückführen.

Um die Zeit der Arbeitslosigkeit möglichst kurz zu halten, ist ein frühzeitiges Gespräch mit dem Arbeitsvermittler wichtig. Unter anderem wurden mehrere
Mechatroniker, Berufskraftfahrer, eine zahnmedizinische Fachangestellte und ein Techniker nicht arbeitslos, sondern konnten nahtlos zu einem neuen Arbeitgeber wechseln.

Kräftebedarf anhaltend hoch
Betriebe gaben im April 1.244 Stellen neu zur Besetzung herein, gut 50 mehr als  im März. Der Vergleich mit dem Vorjahr zeigt ebenfalls einen höheren Bedarf an Arbeitskräften, denn aktuell lagen 180 Stellenangebote mehr vor als im April des vergangenen Jahres. Ein Schwergewicht bildeten die Metallbearbeitung und der Maschinenbau. Allein knapp 200 der neuen Beschäftigungsmöglichkeiten zählten zu diesen Bereichen. Maschinen-/Anlagenführer, Konstruktionsmechaniker, CNC-Fräser und weitere Spezialisten waren gefragt. Daneben war das Stellenangebot im Baugewerbe auch aufgrund der Jahreszeit sehr ausgeprägt. Maurer, Bau- und Transportgeräteführer, aber auch Bauzeichner konnten unter einer ganzen Reihe von Angeboten wählen. Des Weiteren bot die Gastronomie im gesamten Agenturbezirk gut 100 Arbeitsplätze neu zur Besetzung an. Anhaltender Bedarf herrschte weiterhin an qualifizierten Erziehern und in der Altenpflege mit insgesamt gut 150 Stellenangeboten.

Die Gesamtentwicklung seit 2010 verdeutlicht die bereits länger andauernde Stabilität des Arbeitsmarktes im Allgäu.  

Die Personengruppen
Bei den Männern war im April ein deutlicher Rückgang festzustellen. Vielfach nahmen sie wieder eine neue Beschäftigung im Baugewerbe und anderen  Außenberufen auf. So waren aktuell 726 männliche Kräfte weniger arbeitslos als im Monat zuvor. Bei den Frauen fiel der Rückgang kaum ins Gewicht. Im Saldo waren hier lediglich 36 Kräfte weniger gemeldet als im März.

Erfreulich fiel der Rückgang bei den älteren arbeitslosen Menschen aus. Knapp 200 Menschen im Alter von 50 Jahren und älter waren im April weniger gemeldet als im Vormonat. Beim Vergleich mit dem April des Vorjahres ergibt sich ebenfalls eine Verbesserung. Seinerzeit waren 147 Menschen dieser Altersgruppe mehr arbeitslos gemeldet. Dennoch zählte auch im April weiterhin mehr als jeder dritte Arbeitslose  zu den „Älteren“, jeder Vierte ist 55 Jahren oder älter. Gerade in dieser Altersgruppe gibt es zahlreiche qualifizierte Menschen mit langjähriger Berufserfahrung. Hier bietet sich ein gutes Potenzial zur Deckung des Fachkräftebedarfs.

Rückgang auch bei den Jüngeren unter 25 Jahren: Hier waren 140 Personen weniger gemeldet als im März, noch elf Prozent aller arbeitslosen Menschen zählten zu dieser Altersgruppe.

Nur langsam geht die Arbeitslosigkeit bei Menschen zurück, die schon längere Zeit beschäftigungslos sind. 2.300 Menschen waren im April bereits ein Jahr und länger ohne Job. Im Vergleich zum Vormonat waren das 16 Frauen und Männer weniger. Stellt man den April des Vorjahres gegenüber, lag der Rückgang bei 42 Kräften. Gesundheitliche Einschränkungen und weitere persönliche Hemmnisse erschweren bei diesem Personenkreis eine Integration in den Arbeitsmarkt.

Regionale Entwicklungen im Jahresvergleich
In diesem April waren 254 Frauen und Männer weniger arbeitslos als im April des vergangenen Jahres. Im Allgäu erreichte die Arbeitslosenquote mit 3,2 Prozent einen um 0,2 Prozentpunkte besseren Wert als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Beim Blick auf die Daten der einzelnen Gebietskörperschaften bestätigt sich diese Entwicklung. In fast allen Regionen waren weniger Menschen ohne Beschäftigung, die Arbeitslosenquote hatte sich im Jahresvergleich verbessert. In den Landkreisen Oberallgäu, Lindau und Unterallgäu sowie in den kreisfreien Städten Kempten, Memmingen und Kaufbeuren ging die Quote gegenüber dem April des vorigen Jahres zurück. Die Städte Kaufbeuren und Memmingen hatten dabei im Jahresvergleich mit 0,3 Prozentpunkten die stärkste Abnahme zu verzeichnen. Im Ostallgäu blieb die Arbeitslosenquote stabil bei 2,8 Prozent – wie im Vorjahr. Am stärksten zeigte sich der Arbeitsmarkt im Unterallgäu mit einem weiteren leichten  Rückgang bei den arbeitslosen Menschen. Dieser Landkreis erreichte im April gemeinsam mit den Kreisen Lindau und Ostallgäu eine Zwei vor dem Komma.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung und in der sozialen Grundsicherung
Seit Einführung der sozialen Grundsicherung werden arbeitslose Menschen von der Arbeitsagentur und in den Jobcentern betreut. In beiden Bereichen waren im April weniger Menschen arbeitslos als im Monat zuvor. Dasselbe gilt für den Vergleich mit dem Vorjahr. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass sowohl im Bereich der Jobcenter wie auch bei der Agentur für Arbeit mehr Menschen wieder eine Erwerbstätigkeit aufnehmen konnten als sich neu arbeitslos meldeten. Die Arbeitsagentur betreute aktuell 6.718 Kräfte, 669 weniger als im März. Hier fiel der Rückgang der saisonal bedingten, meist kürzeren Dauer der Arbeitslosigkeit ins Gewicht. Im Bereich der sozialen Grundsicherung waren die sieben Jobcenter für 4.683 arbeitslose Frauen und Männer zuständig.  Im Vergleich zum März bedeutete das einen Abbau um 63 Personen.

Ausbildungsmarkt - Jugendliche bleiben gefragt
Auch im April zeigte sich der Ausbildungsmarkt für jugendliche Bewerber günstig, denn deutlich mehr Ausbildungsplätze als Bewerber waren bei den Beratern gemeldet. Seit dem Start des Beratungsjahres stellten Betriebe mehr als 5.100 Lehrstellen zur Verfügung, die höchste Zahl der letzten Jahre. Bei den Jugendlichen gab es ebenfalls einen Zuwachs. So meldeten sich 3.822 junge Menschen als Bewerber um eine Ausbildungsstelle, knapp 400 mehr als bis zum April 2013. Wie in den Vorjahren herrschte damit rein rechnerisch erneut ein starkes Übergewicht an gemeldeten Ausbildungsplätzen. Bis zum traditionellen Start des neuen Ausbildungsjahres im September  ist jedoch mit weiteren Veränderungen auf dem Ausbildungsmarkt zu rechnen.


Der Radio-Programmbeitrag zum Nachhören:



Tags:
arbeitsmarkt allgäu bodensee wirtschaft



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