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Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse zum Bundeswehr- Aus
26.10.2011 - 13:55
Wir hatten die letzten Tage schon entsprechende Signale bekommen. Gestern Abend habe ich die Nachricht von der Schließung von unserem Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke bekommen.
Es ist trotzdem etwas, was man sacken lassen muss. Das ist so gewaltig für unsere Stadt, wir verlieren den größten Arbeitgeber. Wir verfügen demnächst über ein riesiges Areal von 2,3 Quadratkilometern. Das wirkt sich aus bis in den letzten Winkel unserer Stadt. Alle Auswirkungen lassen sich jetzt noch garnicht überblicken. Ich brauche selber noch Zeit, um das zu begreifen. Trotzdem laufen natürlich schon erste Analysen und Überlegungen, was wir alles tun könnten, wie wir in eine Nachnutzung kommen und wie uns der Freistaat und der Bund helfen könnten.

Es war lange Zeit so, dass wir ein sehr gutes Gefühl hatten. Insbesondere als die Kriterien von Bundesverteidigungsminister de Maizière bekannt wurden, wonach die Funktionalität der Standorte eine Rolle spiele aber auch Dezentralität und dass man ländliche Bereiche stützen wolle. Zuletzt hat sich das aber immer stärker eingetrübt. Man hat mitbekommen, dass es wohl einen Sanierungsstau auf dem Gelände gibt. Immer wieder wurde eine Start- und Landebahn thematisiert, die militärisch nicht genutzt wird. Schließlich ging es auch um Effizienzthemen, was die Ausbildung selbst angeht. Ganz konkret überlegt man wohl das Personal für Eurofighter und Tornados nicht mehr an einer Schule auszubilden, sondern zu den fliegenden Verbänden zu geben. Damit ist dieser Schule hier natürlich die Grundlage entzogen worden.

Es gibt seit geraumer Zeit Bemühungen eine zivil-militärische Kooperation zu erreichen. Die hätte die unterschiedlichsten Bereiche betreffen können. Mittlerweile ist es so, dass diese inzwischen reduziert ist, auf den Bereich der Fluglotsen. In der Tat enthält die Entscheidung des Verteidigungsministeriums wohl einen Randvermerk, wonach man prüfen wolle, ob es die Möglichkeit einer solchen Kooperation geben könnte. Dann könnte ein Teil der Kaserne erhalten bleiben. Das betrifft aber, meiner Einschätzung nach, lediglich zehn Prozent der bisherigen Mannschaftsstärke. Natürlich freue ich mich über jeden der bleiben kann. Aber man muss trotzdem sehen, in der Gesamtdimension bleibt es bei dem massiven Einschnitt für unsere Stadt und unsere Region. Wenn die Fluglotsen bleiben, finden wir das sehr schön, das kann uns aber nicht darüber hinwegtrösten, das der Einschnitt gravierend ist.

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