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Kaufbeuren
(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Kaufbeuren
Sonntag, 5. April 2015

ESV Kaufbeuren schafft Ausgleich gegen Heilbronn

Joker vor über 2.000 Zuschauern erfolgreich

Die Kaufbeurer Joker haben vor 2.192 Zuschauern Dank einer überragenden Leistung ihres Torhüters Stefan Vajs und mit einer Portion Glück durch einen 6:4 Sieg den Ausgleich in der Play-Down-Serie gegen die Heilbronner Falken erzielt.

Bei den Kaufbeurer Jokern merkte man von Anfang an, dass sie die enttäuschende Leistung vom vergangen Donnerstag wett machen wollten. Gleich die erste Strafzeit nutzte Josh Lunden zum Führungstreffer, als er von einem schönen Pass von Michael Kreitl profitierte. Nachdem die Falken den ersten Schock verdaut hatten, kamen sie zur ersten Chance im Powerplay durch Dominik Tiffels, der einen gefährlichen Querpass nicht im Tor unterbrachte. Doch in derselben Minute glückte den Gästen aus dem Slot der Ausgleich durch Alexander Ackermann. Auch hier kam die Antwort der Joker praktisch im Gegenzug. Michael Fröhlich brachte seine Farben aus fast unmöglichem Winkel wieder in Front. Und die Joker waren weiterhin hellwach. Nach einem unglücklichen Wechsel der Gäste schaltete Jordan Knackstedt am schnellsten. Dessen Schlagschuss ließ Heilbronns Torhüter Proske zum 3:1 durch die Schoner rutschen. Die Rot-Gelben waren nun richtig aufgedreht und erhöhten nur zwei Minuten später gar auf 4:1 durch Schmidle, der am schnellsten reagierte. Allerdings nahmen die Kaufbeurer in der Folge ein wenig Tempo aus dem Spiel und gestatteten den Gästen durch eigene Fehler die eine oder andere gute Möglichkeit zum Anschlusstreffer. Zwei Minuten vor der ersten Drittelpause fälschte Marvin Krüger einen Schlagschuss von Thomas Gödtel genial ab, der Puck trudelte aber knapp am Kaufbeurer Gehäuse vorbei. Doch ausgerechnet bei eigener Überzahl strapazierten die Joker ihr Glück ein wenig über. Nach zwei schlechten Aufbauaktionen brachte die dritte ganze fünf Sekunden vor der Pause den 4:2 Anschlusstreffer für die Gäste durch Alexander Janzen.

Auch im Mittelabschnitt war es ein Spiel mit offenem Visier, das von unsicheren Verteidigungsreihen geprägt war. Martin Heider mit einem Pfostenschuss und Jordan Knackstedt hatten erstklassige Möglichkeiten, um den alten Abstand wieder herzustellen. Nach einem unglücklichen Abpraller zog dafür plötzlich Dustin Cameron allein auf und davon, scheiterte aber an Hexer Stefan Vajs, der seine Mannschaft zunächst vor Schlimmerem bewahrte. Die Vajs-Show setzte sich auch in den nächsten Minuten fort, als der überragende Goalie erneut zweimal den Gästefans den fast sicheren Torjubel vermasselte. Doch nur zwei Zeigerumdrehungen später mussten die Joker dennoch den Anschlusstreffer durch Sachar Blank bei einer zwei auf eins Situation hinnehmen. Es war überhaupt nicht das Drittel der Joker, die nun nur noch einen Alleingang durch Richter zu verzeichnen hatten, der allerdings am Schoner von Proske scheiterte. Auf der anderen Seite hatten die Joker zunächst eine Menge Glück und einen weiterhin starken Goalie Vajs im Kasten. Nach einer fragwürdigen Strafzeit für die Joker mit anschließender Beschwerde beim Schiedsrichter fanden sich plötzlich zwei Joker gleichzeitig auf der Strafbank wieder. Diese Chance ließen sich die Gäste nicht nehmen und durften bereits nach 19 Sekunden über den Ausgleich durch Gödtel jubeln, dessen krachender Schuss im Kreuzeck einschlug. Beinahe hätten die Gäste bereits in diesem Drittel das Spiel komplett umgebogen, allerdings stand die Latte Stefan Legein und dem erstmaligen Führungstreffer der Falken im Weg. Wenige Sekunden vor dem zweiten Pausentee waren endlich die Joker wieder einmal gefährlich vor dem Tor, jedoch ohne Zählbares, womit es beim fast schon schmeichelhaften Unentschieden nach zwei Dritteln blieb.

Die Falken blieben zunächst auch im Schlussdrittel am Drücker und wollten dem Spiel die komplette Wende geben. Grant Toulmin wird heute Nacht wohl von Stefan Vajs träumen, der erneut sensationell in Unterzahl rettete. Mächtig zittern mussten die heimischen Zuschauer, als Alexander Ackermann einen Schlagschuss von Thomas Gödtel toll abfälschte, der Puck aber erneut knapp am Kaufbeurer Gehäuse vorbeistrich. Eine Strafzeit für die Gäste sollte elf Minuten vor dem Ende die Wende bringen. Nachdem sich die Joker abermals schwer taten, geordnet in die Formation zu kommen, narrte Josh Lunden mit einer Körpertäuschung seinen Gegenspieler und legte perfekt für Daniel Oppolzer auf, der mit dem 5:4 die Sparkassen Arena zum Beben brachte. Dieser Treffer gab den Rot-Gelben spürbar Oberwasser, die nun die endgültige Entscheidung erzwingen wollten. Daniel Pfaffengut mit einem guten Bauerntrick, Daniel Oppolzer und Jordan Knackstedt mit gefährlichen Schlagschüssen verpassten allerdings einen weiteren Torerfolg. Als der Druck der Joker immer mehr zunahm, leisteten sich die Gäste innerhalb weniger Sekunden zwei Strafzeiten, die schließlich mit einem Kracher bei doppelter Überzahl durch Matthias Bergmann zum 6:4 und der endgültigen Entscheidung genutzt wurden. 36 Sekunden vor dem Ende dieses bereits entschiedenen Spiels gab es leider noch eine unschöne Szene. Heilbronns T.J. Fast streckte mit einem bösen Foul Philipp Messing nieder und wurde dafür mit einer Matchstrafe, die eine längere Sperre nach sich zieht, vorzeitig zum Duschen geschickt.

In der anschließenden Pressekonferenz gratulierte Gästetrainer Gerd Wittmann den Jokern zum Sieg. Ihm sei schon vorher klar gewesen, dass Kaufbeuren anders als am vergangenen Donnerstag auftritt. In seiner gewohnt prägnanten Analyse erläuterte er weiter, dass das Spiel mit dem 4:1 bereits entschieden schien. Das Unterzahltor habe seiner Mannschaft für eine Aufholjagd den nötigen Auftrieb gegeben. Nach dem Ausgleich war das Momentum auf Seiten der Gäste, die allerdings im Gegensatz zu den Jokern ihre Powerplaymöglichkeiten im Schlussdrittel nicht nutzen konnten.

Juha Nokelainen bemängelte nach der komfortablen Führung, dass sein Team in alte Muster mit vielen Puckverlusten und unnötigen Querpässen verfallen war. Nach einem hitzigen Mitteldrittel habe sich seine Mannschaft vorgenommen, ruhiger zu bleiben, was dann auch für den Erfolg wichtig war.


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