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Türkische Delegation von Herzspezialisten zu Gast im Klinikum Kaufbeuren
(Bildquelle: Klinikum Kaufbeuren)
 
Kaufbeuren
Donnerstag, 4. Juli 2013

Ausbildung für Ärzte aus aller Welt

Eine  türkische  Delegation  von  Kardiologen  hat  sich  bei  Chefarzt  PD  Dr.  Marcus  Koller,  Leiter  des Herzzentrums  Ostallgäu-Kaufbeuren,  in  einem  hochmodernen  Verfahren  der  so genannten Kälteballonverödung  zur  Behandlung  des  Vorhofflimmerns,  einer  der  häufigsten Herzrhythmusstörungen, via Herzkatheter ausbilden lassen.   
 
Nach  einem umfangreichen Theorieteil  konnten  die  Teilnehmer  zwei  Eingriffe  am Patienten  live  im Herzkatheterlabor am Kaufbeurer Klinikum mitverfolgen. In einem weiteren Schritt unterweist und begleitet der weltweit  anerkannte  Experte  Koller  die  Kardiologen  bei  ihrem  ersten  Eingriff  in  der  eigenen  Klinik  in  der Türkei.
 
Als einer der ersten, der dieses Verfahren überhaupt angewendet hat, verfügt der Kaufbeurer Kardiologe, PD Dr. Marcus Koller mittlerweile über einen Erfahrungsschatz von mehr als 1000 Eingriffen. Seiner Kompetenz ist  es  zu  verdanken,  dass  das  Klinikum  Kaufbeuren  Europäisches  Ausbildungszentrum  für  Kardiologen geworden  ist  und  dieses hochmoderne  Verfahren,  das  neben  umfangreichem  Spezialwissen  sehr  viel Fingerspitzengefühl erfordert, international weitervermittelt.
 
Behandelt  wird  dabei  das  sog.  Vorhofflimmern,  das  als  die  häufigste Herzrhythmusstörung  gilt.  Rund 8% Prozent  der  Bevölkerung  über  70 Jahre sind  davon  betroffen.  Es  gibt  aber  auch  eine  ganze  Reihe  jüngerer Patienten,  die  entsprechende  Beschwerden  aufweisen.  Diese  reichen  von  Atemnot  über  schnellen unangenehmen  Herzschlag  bis  hin  zu Angina  Pectoris  Anfällen.  Wird  das  Vorhofflimmern  nicht behandelt, droht eine verminderte Herzleistung um bis zu 20%, was sich in starkem Leistungsabfall bemerkbar machen kann.  Vor  allem  aber  ist  das  Vorhofflimmern  die  häufigste Ursache  für  Schlaganfälle, weil  sich  Blutgerinnsel bilden  können,  die  Gefäße  im  Gehirn  verschließen  können.  Deshalb  müssen  die  meisten  Patienten  mit  Blut verdünnenden Mitteln behandelt werden.
 
Während bislang nur eine medikamentöse Behandlung in Frage kam, die mit unter 20 Prozent Erfolgsaussicht nur  wenig  effektiv  war,  profitieren  von  der  modernen  Kälteballonverödung  immerhin  70  bis  80  Prozent  aller Patienten. Bei dieser Methode wird mittels Herzkatheter die elektrische Fehlzündung im Herzen bei minus 50 bis minus 60 Grad verödet.


Der Radio-Programmbeitrag zum Nachhören:



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