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Bodensee - Lindau
Dienstag, 31. Januar 2017

EV Lindau Islanders verlieren in Waldkraiburg

Islanders holen sich einen Punkt in der Verzahnungsrunde

Ein packendes Spiel lieferten die EV Lindau Islanders beim EHC Waldkraiburg ab, hatten aber das schlechtere Ende für sich. Mit dem 4:6 (2:2, 1:2, 1:2) blieb die Ausbeute der Islanders an diesem Wochenende bei einem Punkt in der Verzahnungsrunde zwischen Bayernliga und Oberliga.

Die beiden Oberliga- Aufsteiger zeigten den 790 Zuschauern deutlich, dass sie gewillt sind, die Klasse zu halten und auch, dass sie das Niveau dazu haben. Anders als beim letzten Aufeinandertreffen waren es diesmal die Lindauer, die ersatzgeschwächt antreten mussten, fehlten doch mit Zdenek Cech, Michal Mlynek, Lubos Sekula und Torhüter Beppi Mayer gleich vier Leistungsträger, während sich beim EHC das Lazarett deutlich gelichtet hatte.

Dementsprechend gingen die Hausherren, zusätzlich motiviert durch den 9:1 Auswärtssieg in Erding vom Freitag, auch zur Sache und dominierten die Anfangsphase und prüften Korbinian Sertl im Lindauer Tor in der zweiten Minute gleich doppelt.

Bei den Islanders zeigten diesmal im Gegensatz zum Freitag aber alle Spieler die richtige Einstellung und entsprechende Gegenwehr. Dazu kam eine gute Effizienz in Überzahl. Beim ersten Powerplay des EVL vergingen gerade mal 11 Sekunden, ehe Andreas Farny mit einem satten Direktschuss nach Querpass von Heider EHC- Goalie Björn Linda zum 0:1 überwand (5.). Ähnliche Qualitäten zeigten aber auch die Löwen. Kurz darauf produzierten die Gäste eine unnötige Strafe, Daniel Hilpert bediente Max Kaltenhauser der seitlich rechts vom Lindauer Tor stehend ebenfalls direkt zum 1:1 traf.

Powerplay blieb in einem ansonsten fairen Spiel die bestimmende Disziplin. Nach zwölf Minuten waren wieder die Lindauer dran, die durch Petr Heider, wieder von der blauen Linie aus zum 1:2 trafen. Troy Bigham hatte Linda vor dem Tor entscheidend die Sicht genommen. Das nächste Lindauer Powerplay ging aber nach hinten los. Fabian Zick eroberte in der neutralen Zone den Puck, lief allein auf Sertl zu und traf anderthalb Minuten vor der Pause zum Ausgleich.

„Der Einsatz hat bei uns heute gestimmt“, sagte Trainer Dustin Whitecotton dazu. „Aber wir haben einfach zu viele Fehler gemacht.“ Denn die eine oder andere Unkonzentriertheit im Aufbau sorgte immer wieder dafür, dass Waldkraiburg Druck aufbauen konnte.

Das Tempo blieb in einem sehenswerten Spiel hoch und auf beiden Seiten gab es hochkarätige Möglichkeiten. Farny hatte nach 23 die Chance, aber Linda stach dem frei auf ihn zustürmenden Lindauer Stürmer die Scheibe im letzten Moment weg. Im Gegenzug war es Sertl, der gegen Michael Trox die Führung der Gastgeber verhinderte. Die fiel dann aber nach 29 Minuten. Trox drang über links ins Lindauer Drittel ein, Sertl wehrte zunächst ab, aber den Nachschuss brachte Zick im Tor unter. Die Antwort der Gäste kam aber schon drei Minuten später: Jeff Smith erkämpfte sich mit einem überragenden Einsatz in Unterzahl die Scheibe, verpasste bei seinem Solo aber das Tor, die Scheibe landete dann aber vor dem Tor, wo Marco Miller goldrichtig stand und überlegt zum 3:3 einschoss (33.). Leider verloren die Islanders danach in derselben Unterzahl einmal die Ordnung, was Trox 32 Sekunden später zur erneuten Führung nutzte.

Dennoch war der Ausgleich noch im zweiten Durchgang möglich, aber Linda zeigte in der 38. Minute einen herausragenden Save gegen den freistehenden Smith.

Im Schlussabschnitt dominierten zunächst die Gastgeber, die es mit vollem Kader verstanden, Tempo und Intensität hoch zu halten, was den einen oder anderen Lindauer Spieler auf Dauer doch überforderte. Waldkraiburg vergab ein paar gute Chancen, ehe Nico Vogl, glänzend freigespielt von Zick, frei auf Sertl zulaufen und das 5:3 erzielen konnte. Elf Minuten vor Schluss schien das schon entscheidend zu sein, aber die Islanders bäumten sich noch einmal auf und wehrten sich. Sicherlich war der Schuss von Tobi Fuchs zwei Minuten später haltbar, aber er brachte den Anschluss und neue Hoffnungen für den EVL.

In dieser Phase haderten die Lindauer allerdings mit einigen Entscheidungen, die sie anders gesehen hatten. So kassierte Martin Hagemeister sieben Minuten vor dem Ende für einen Ellbogencheck ins Gesicht von Jeff Smith nur zwei Minuten. Smith wiederum wurde vor dem nächsten Bully vom Eis geschickt, weil er im Gesicht blutete. „Wir fragen uns hier schon, warum es trotz Verletzungsfolge nur zwei Minuten gab“, sagt EVL-Vorsitzender Bernd Wucher. „Man schickt den Spieler weg, weil er wegen des Fouls blutet, aber es gibt keine weiteren Konsequenzen.“ Kurz darauf provozierte EHC- Goalie Linda mit einer Schwalbe eine weitere Strafzeit gegen die Gäste, die dann zu allem Überfluss durch Thomas Vrba zur Entscheidung genutzt wurde (57.). Dazu ging diesem Treffer ein klares Foul an Philip Haug voraus. Der Verteidiger wurde auf dem Weg zum Puck von zwei Gegenspielern aus dem Weg geräumt, so dass Vrba freie Schussbahn hatte.

Ein ärgerliches Ende für die Islanders, die dadurch keine Chance hatten, ins Spiel zurück zu kommen. Allerdings müssen sie sich den Schuh des „Ein- Punkt- Wochenendes“ selbst zuschreiben, durch das sie auf Platz Drei zurückfielen und in den nächsten Spielen unter Erfolgsdruck stehen, um nicht ganz aus den Play-Off Plätzen zu fallen.


Tags:
EVL Eishockey Niederlage Punkt



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