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(Bildquelle: AllgäuHIT | Christoph Fiebig)
 
Bodensee - Lindau
Mittwoch, 12. Februar 2020

70. Jubiläum der Lindauer Nobelpreisträgertagungen

12 Laureaten erstmals in Lindau, darunter die 2019 ausgezeichneten Preisträger William Kaelin, Jr. (Physiologie oder Medizin), Michel Mayor (Physik), Olga Tokarczuk (Literatur) und M. Stanley Whittingham (Chemie) Anlässlich der 70. Lindauer Nobelpreisträgertagungen freuen sich die Organisatoren über eine Rekordteilnahme an hoch dekorierten Wissenschaftlern: Rund 70 Preisträger haben bereits ihre Teilnahme für die Woche vom 28. Juni bis 3. Juli 2020 zugesagt. Das sind fast doppelt so viele wie bei den jüngsten Tagungen. Der Grund: Alle fünf Jahre – so auch 2020 – findet eine interdisziplinäre Tagung mit allen drei naturwissenschaftlichen Nobelpreis-Disziplinen statt. (2015: 65 Laureaten).


Bettina Gräfin Bernadotte, Präsidentin des Kuratoriums: „Wir freuen uns über ein weltumspannendes und generationenübergreifendes Netzwerk von Wissenschaftlern. Über die Relevanz der Wissenschaft wurde in der Geschichte der Tagungen seit 1951 immer wieder berichtet, auch über Grundlagenforschung, die ja eine zieloffene Forschung ist. In späteren Jahren wurde dann der Nutzen für die Gesellschaft deutlich – Beispiele sind die Magnetresonanztomographie (MRT) oder die Krebs­therapie sowie jüngst der Lithium-Ionen-Akku in all unseren mobilen Geräten.“

Aus der Riege der aktuellsten Preisträger werden William Kaelin, Jr., Michel Mayor, Olga Tokarczuk und M. Stanley Whittingham erwartet. Neben ihnen kommen Ende Juni neun weitere Laureaten erstmals nach Lindau, Robert Huber (Chemie, 1988) wird bereits zum 24. Mal dabei sein.

Damit bekommt auch der 2019 eingeweihte Steg der Nobelpreisträger bei der Lindauer Inselhalle Zuwachs: Jeder der gut 400 Laureaten, die seit 1951 an einer Tagung teilgenommen haben, wird dort mit einer gravierten Stehle gewürdigt. Ähnlich groß ist mittlerweile die erst anlässlich der 50. Tagung begründete Stifterversammlung der Tagungen: Sie umfasst 350 Mitglieder, bis auf wenige Ausnahmen allesamt Nobelpreisträger.

Für den in Lindau einzigartigen Austausch mit Nachwuchswissen­schaftlern haben fast 200 akademische Partner weltweit – Akademien, Universitäten und Stiftungen – junge Forscher aus über 100 Ländern nominiert, (Auswahlverfahren läuft noch, Teilnehmer aus diesem Kreis stehen Ende Februar fest). Die Nobelpreisträger repräsentieren 13 verschiedene Nationalitäten, zehn von ihnen kommen aus Deutschland.

Die jüngeren wie auch die älteren Wissenschaftler werden gemeinsam die „Lindau Guidelines“ diskutieren und diese im Lauf der Tagung verab­schieden: Sie sollen Orientierung geben für eine globale, nachhaltige und offene, d. h. auch auf Zusammenarbeit ausgelegte Wissenschaft im 21. Jahrhundert. Diese Initiative geht auf die Nobelpreis­trägerin Elizabeth Blackburn (Physiologie oder Medizin, 2009) und die 68. Lindauer Tagung 2018 zurück.

Der traditionelle International Day am Montag der Tagungswoche wird vom Vereinigten Königreich als Gastland gestaltet werden. Dabei wird unter anderem Venkatraman Ramakrishnan (Chemie, 2009), der auch Präsident der Royal Society ist, eine Zwischenbilanz ziehen: Wie ist es 150 Tage nach dem Brexit um die Strukturen in der Wissenschaft des Landes und die Beziehungen zur EU bestellt?

Knapp drei Monate vor der Tagung steht noch ein weiteres großes Jubiläum bevor: Am 6. April 2020 (Montag) wird Edmond Fischer 100 Jahre alt (Medizin oder Physiologie, 1992). Er hat bereits elf Mal an den Lindauer Tagungen teilgenommen und wurde von den Veranstaltern eigeladen, die diesjährige „Life Lecture“ zu halten, den abschließenden Höhepunkt des Programms.

Neben der interdisziplinären Tagung findet Ende August wie alle drei Jahre die 7. Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften statt (25.-29.8.).

Weitere Zahlen und die Liste aller teilnehmenden Nobelpreisträger unter mediatheque.lindau-nobel.org/meetings/2020
Akkreditierung für die 70. Lindauer Nobelpreisträgertagung ab März unter lindau-nobel.org/press

Über die Lindauer Nobelpreisträgertagungen

Seit ihrer Gründung 1951 haben sich die Lindauer Nobelpreisträger­tagungen zu einem einzigartigen internationalen wissenschaftlichen Forum entwickelt. Die jährlichen Tagungen dienen dem Austausch zwischen unterschiedlichen Generationen, Kulturen und Disziplinen. So sind die Tagungen abwechselnd der Physiologie und Medizin, Physik oder Chemie gewidmet – den drei naturwissenschaftlichen Nobelpreis-Disziplinen. Alle fünf Jahre findet eine interdisziplinäre Tagung statt und alle drei Jahre die Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften. Im Rahmen verschiedener Deklarationen (2015 zum Klimawandel, 1955 gegen die Nutzung von Nuklearwaffen) brachten sich die Wissenschaftler immer wieder mit politischen Appellen in die öffentliche Debatte ein.

Es waren die Lindauer Ärzte Franz Karl Hein und Gustav Wilhelm Parade, die mit der Idee zu einer Konferenz mit Nobelpreisträgern an Lennart Graf Bernadotte af Wisborg herantraten und diese gemeinsam umsetzten – bereits seit 1953 auch mit Nachwuchswissenschaftlern. Etwa 33.000 Studierende, Doktoranden und Postdoktoranden haben seitdem teilgenommen. Die Tagung selbst erleben sie auch im Wortsinn einmalig, dauerhaft jedoch gehören sie dem Lindau Alumni Network an, sind miteinander vernetzt und Botschafter des wissenschaftlichen Dialogs.

Ganzjährig engagieren sich die Lindauer Nobelpreisträgertagungen mit ihrer „Mission Education” dafür, die Bedeutung der Wissensgesellschaft herauszustellen und für Wissenschaft und Forschung einzutreten. Diesem Ziel dient auch die Entwicklung der hauseigenen Online-Mediathek zu einer Lernplattform, unter anderem mit Unterrichtsmaterialien für Schulen.


Tags:
Jubiläum Nobelpreis Tagung Preisträger


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