Moderator: Thomas Häuslinger
mit Thomas Häuslinger
 
 
⇨ Der AllgäuHIT-Ticker zum Coronavirus - Meldungen aus dem Allgäu und der Welt ⇦

Flugzeugabsturz am Bodensee: Ermittlungen abgeschlossen - Passagier löst Sturzflug mit Absicht aus
18.01.2013 - 12:13
Nach dem Absturz eines Kleinflugzeugs Ende März vergangenen Jahres mit zwei Toten, ist die Absturzursache geklärt. Der 22-jährige Fluggast löste demnach absichtlich einen Sturzflug aus.
Nach umfangreichen technischen und gerichtsmedizinischen Untersuchungen kann das Landeskriminalamt in Zusammenarbeit mit Sachverständigen aus dem In- und Ausland jetzt sämtliche äußeren Einflüsse (Wetter, technische Mängel etc.) ausschließen. Die Untersuchungen zeigten, dass vielmehr menschliches Handeln zu dem Unglück geführt haben muss. Durch gegenläufiges Betätigen der beiden Steuerknüppel (Drücken bzw. Ziehen) war die Steuermechanik verformt und dadurch blockiert worden. Somit war es dem Piloten nicht mehr möglich gewesen, den Sturzflug zu beenden.

Die für die Bauart zulässige Höchstgeschwindigkeit wurde überschritten, Teile lösten sich und ein Absturz war unvermeidbar. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Passagier durch Eingreifen in die Steuerung den Flugverlauf stark beeinflusst und schließlich den Sturzflug eingeleitet hat. Was konkret die Motivation dafür war, weshalb der Passagier den Steuerknüppel ergriffen hat, kann nicht mit Sicherheit zu gesagt werden - die Ermittler sehen aber die psychische Vorerkrankung des jungen Mannes als ursächlich für dessen Handlung.

Zwei Personen, ein 55jähriger Mann aus Bludenz und ein 20jähriger Mann aus Dornbirn, kamen beim Flugzeugabsturz am 23. März 2012 ums Leben, als ein Ultraleichtflugzeug 1000 Meter vom Ufer entfernt in den Bodensee stürzte. Erst nach einer aufwendigen und schwierigen Suche mit über 100 Einsatzkräften, mehreren Booten und speziellen Suchgeräten konnten das Wrack und die Leichen des damals 55jährigen Piloten aus Bludenz und des 20jährigen Passagiers aus Dornbirn in der Nacht vom 25. auf 26. März lokalisiert und geborgen werden.

Die beiden Männer aus Vorarlberg trafen das erste Mal am 23. März kurz vor 16:00 Uhr am Nachmittag auf dem Flugplatz Hohenems aufeinander, wo der junge Mann einen Rundflug machen wollte. Kurz nach 16:00 Uhr startete das Kleinflugzeug mit beiden Männern an Bord in Richtung Bregenzer Bucht. Achteinhalb Minuten lang, bis südlich der Insel Lindau, dürfte der Flug laut Aufzeichnungen ohne Komplikationen verlaufen sein. Um 16:13 Uhr flog die Maschine mehrere Kursänderungen. Im Anschluss kam es zu einem plötzlichen Sinkflug auf östlichem Kurs und am Ende zu einem steilen Sturzflug mit über 300 km/h. Einen Kilometer vor der Einmündung in die Bregenzer Ache stürzte das Ultraleichtflugzeug schließlich in den See.

Foto: Landespolizeidirektion Vorarlberg

Radio einschalten Ihr Spot bei uns Glasklarer Empfang Datenschutz/Impressum