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Das Zoommeeting am gestrigen Donnerstag
(Bildquelle: AllgäuHIT | Christian Veit)
 
Allgäu
Freitag, 4. Dezember 2020
Ein Bericht von Christian Veit

Wasserstoff im Allgäu auf dem Vormarsch

Rund 25 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Forschung nahmen am gestrigen Donnerstag am nunmehr 3. Wasserstoffdialog im Allgäu teil - wenngleich via Zoom. Der Konsens ist klar: Der Wasserstoffzug ist eine nachhaltige und zukunftsorientierte Lösung für das "Dieselloch" Allgäu. Der FDP- Bundestagsabgeordnete Stephan Thomae kündigte in seinen Schlussworten an, er werde sich dahinter klemmen, dass sobald wie möglich ein erster Wasserstoffzug- Prototyp im Allgäu fahren kann. Wo dieser Zug dann fahren soll, lest ihr hier.

Via Zoom lud Stephan Thomae (Bundestagsabgeordneter der FDP aus dem Allgäu) zum dritten Allgäuer Wasserstoffdialog. Etwa 25 Personen folgten seiner Einladung. Darunter Prof. Dr. Werner E. Mehr von der Hochschule Kempten, der den Forschungsstand seiner Fakultät vorstellte und Nikolaus Papiordanidis von der Firma Siemens Mobility, der den Wasserstoffzug seiner Firma präsentierte.

Hochschule Kempten zum Status quo

Nach der Begrüßung durch Thomae begann Prof. Dr. Mehr mit seinem Vortrag über den Status quo der Forschungen im Bereich Wasserstoff. Es zeigte sich, dass der Wasserstoff anwendungsbereit wäre, aber noch an einigen Stellschrauben nachgebessert werden müsse. Bis 2023 seien beispielsweise mindestens 100 Wasserstofftankstellen notwendig - aktuell gebe es 17 in der Allgäu- Bodensee- Region. Es würde sich aber in die richtige Richtung entwickeln. Das zeige sich unter anderem an den finanziellen Mitteln, die in die Wasserstoffforschung fließen, diese verdoppeln sich bis 2026 auf knapp 1,4 Milliarden Euro, erklärte Mehr. 

Der Erfolg des  Wasserstoffs hänge laut Mehr vor allem von drei Faktoren ab: Produktion, Logistik und Absatz. Im Allgäu sei laut den Forschungen der Hochschule eine Produktion von rund 900 Tonnen Wasserstoff pro Jahr möglich. Der Betrieb eines Wasserstoffzuges benötige etwa 30 kg auf 100 km. Die Produktion sei also weniger ein Problem im Vergleich zur Logistik. Auch hier sei noch Nachbesserungsbedarf. Der Absatz widerrum hänge von den Wasserstoffzügen ab. Man könne den Wasserstoff zwar produzieren, ohne einen Abnehmer (wie die Züge), wäre es aber nicht möglich diesen abzusetzen. Darum schloss Prof. Dr. Mehr mit der Handlungsempfehlung an die Politik, dass Wasserstoffzüge im Allgäu betrieben werden sollten.

Der Wasserstoffzug von Siemens Mobility: Mireo Plus H

Wie ein solcher Zug aussehen könnte, das stellte Nikolaus Papiordanidis von der Firma Siemens Mobility vor. Das Unternehmen hat einen Prototypen bereits hergestellt mit dem Namen Mireo Plus H. Aktuell befinde sich der Prototyp in der Zulassung, was aber noch dauern kann. So ist ein Einsatz etwa für das dritte Quartal 2022 geplant. Dieser Prototyp soll dann zwischen Stuttgart und Tübingen (Baden Württemberg) fahren. Es gebe aber Überlegungen einen zweiten Prototypen zu bauen. Der Zug wurde gemeinsam mit der Deutschen Bahn entwickelt, damit er den Anforderungen des Schienennetzes entspricht.

Der Mireo Plus H erreiche Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 160 km/h und wird, wie geplant, rein von Wasserstoff betrieben. Man schwanke noch zwischen einem Zug mit zwei oder drei Wagen. (Anm. d. Red.: Es folgt ein Interview mit einem Verantwortlichen von Siemens Mobility über den Wasserstoffzug. Das Interview finden Sie dann hier.)

Geschlossen wurde die Veranstaltung mit einer Fragerunde. Am wichtigsten war es den Anwesenden dabei vor allem, ob der Zug den Bedingungen im Allgäu gewachsen sei. Die Steigungen und Umweltbedingungen (z.B.: Schneemengen im Winter). Aber all diese Faktoren seien bei einer Planung mit eingeflossen, so Herr Papiordanidis. Die zentrale Erkenntnis des Wasserstoffdialoges war dann, dass sich die Allgäuer Politik zusammenschließe, um ein solch zukunftsorientiertes Projekt in die Region zu holen. Es sei nicht allein ein Projekt der FDP, vertreten durch Stephan Thomae, sondern die Teilnahme zahlreicher, namhafter Politiker verschiedener Parteien zeige, dass das Interesse über die Parteien hinausginge. Stellvertretend für das Allgäu klemme sich aber Thomae persönlich noch einmal dahinter, um den zuvor erwähnten, zweiten Prototypen von der Firma Siemens Mobility direkt ins Allgäu zu holen. 


Weitere Gäste im Zoom- Meeting:
Bernhard Joachim, Johannes Danner, Gebhard Kaiser, Michael Käser, Frank Häring, Michael Läufle, Toni Sommer, Thomas Gehring, Karl- Heinz Brunner, Bernhard Pohl, Peter Igel, Daniela Busse, Dominic Patzelt, Franz Josef Pschierer, Viktoria Wagenscheider, Hr. Kaumeier und Hr. Weidman.


Tags:
Wasserstoff Zoom Zukunft Nachhaltigkeit DB Allgäu


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