Moderator: Thomas Häuslinger
mit Thomas Häuslinger
 
 
Dr. Paul Wengert
(Bildquelle: Sven Teschke)
 
Allgäu
Sonntag, 4. September 2016

SPD-Abgeordnete fordern mehr Fördermittel für landwirtschaftliche Produkte

Ruth Müller und Dr. Paul Wengert wollen mehr Transparenz

Direktvermarkter von landwirtschaftlichen Produkten sind weitgehend auf sich allein gestellt. Staatliche Fördermittel gibt es kaum, wie sich jetzt auf eine schriftliche Nachfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Ruth Müller aus Landshut herausstellte. Der Allgäuer SPD-Abgeordnete Dr. Paul Wengert teilt die Kritik seiner Kollegin: „Hier geht es nicht um eine romantische Idylle, sondern um die Wertschöpfung im ländlichen Raum und den großen Wunsch der Verbraucher, die Herkunft der Produkte zu kennen und zu erleben.“ Die beiden Abgeordneten sehen hier dringenden Handlungsbedarf.

.

Wie viele Direktvermarkter es in Bayern gibt und wie diese durch die Staatsregierung unterstützt werden, das wollte die Landshuter Abgeordnete Ruth Müller vom Landwirtschaftsministerium wissen. Die Antwort auf ihre Anfrage ist ernüchtern, legt sie doch offen, dass das Ministerium keinen Kenntnisstand über Anzahl, Verteilung und Art der in Bayern befindlichen Direktvermarktungs-Betriebe hat. Lediglich die Höhen der Fördersummen sind bekannt. So wurden bayernweit im Zeitraum von 2010 bis 2016 nur knapp 2.536.000 € Staatsmittel dafür aufgewendet.

Müller, die sich im Agrarausschuss des Landtags als SPD-Expertin für den Bereich der regionalen Wertschöpfung engagiert, ist über die Unwissenheit von Landwirtschaftsminister Brunner überrascht: „Die Staatsregierung huldigt in Sonntagsreden immer der regionalen Vermarktung und ist doch zur Gänze im Tal der Ahnungslosen – statt dessen kennt man jede Tonne Milchpulver, welche nach China verschifft wird, mit Namen!“

Schlimm sei nicht nur die geringe Fördersumme, auch seien manche Landkreise komplett leer ausgegangen. So wurden für den Regierungsbezirk Schwaben von 2010 bis heute lediglich 561.454 € an sog. Diversifizierungsförderung mit Schwerpunkt "Direktvermarktung" bewilligt. Der größte Teil davon ging mit 322.814 € ins Oberallgäu, in den Landkreis Lindau flossen 49.000 €; das Ost- und Unterallgäu gingen dagegen leer aus.

Landwirtschaftsminister Brunner bleibt auch eine Antwort schuldig auf die Frage nach dem Anteil der Ökobetriebe. Deshalb fordern Müller und Wengert: „Wir brauchen eine klare Offensive zur Stärkung der bäuerlichen Vermarktung direkt an die Verbraucherinnen und Verbraucher vor Ort. Der Slogan Weltmarkt und Wochenmarkt darf nicht länger eine Seifenblase des Ministers bleiben.“ Für die Gemeinden sei jede Art von Wirtschaftsförderung örtlicher Betriebe sehr wichtig, betont der Kommunalpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Wengert.

Konkret fordern die beiden SPD-Abgeordneten, dass die Vorgaben bei der Direktvermarktung, beispielsweise beim Betrieb von Milchtankstellen, überprüft und erleichtert werden. Weiterhin sollte umgehend die Erfassung der regionalen Direktvermarkter erfolgen, um entsprechende Förderungspotenziale offenzulegen. Darüber hinaus müsse die Ernährungsbildung in den Schulen verstärkt werden. Nur mit einem ausreichenden Bewusstsein für lokalen Konsum könne Vermarktung vor Ort gelingen.


Tags:
Regionales Transparenz Landwirtschaft Förderung



DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN:
Förderungen der Ausgleichszulagen drastisch gekürzt - Neugestaltung der Gebietskulisse für benachteiligte Gebiete
Mit der Neugestaltung der Gebietskulisse für benachteiligte Gebiete ab dem Jahr 2019 sind in einigen Gebieten die Förderungen der Ausgleichszulagen drastisch ...
Landwirtschaftliche Interessen in Europaparlament - Einfluss in Brüssel hängt nicht von der Parteistärke ab
Für unsere heimischen Bauernfamilien sind zurzeit viele, oft existenzielle Herausforderungen zu bewältigen. Die öffentliche Meinung ist ihnen nicht wohl ...
Demonstration von Landwirten in Mindelheim - Protestierende können sich mit Michaela Kaniber austauschen
Am 26.01.2020 fand in der Zeit von 08.30 Uhr bis 12.30 Uhr eine „stille“ Demonstration von Landwirten vor dem Forum Mindelheim statt, der rund 250 Landwirte ...
Pfronten sucht die 11. Bergwiesenkönigin - Heimatverbundene Frauen der Gemeinde: jetzt bewerben!
Nach zwei Jahren endet die Amtszeit der 10ten. Pfrontener Bergwiesenkönigin Anna I. genau in 4 Monaten am 25. Juli 2020. Im Rahmen des Dorf- und Bergwiesenfest am ...
Nach Tierschutzverstößen: Durchsuchungsaktion in Dietmannsried - Staatsanwaltschaft beschlagnahmt Unterlagen
Die Staatsanwaltschaft Kempten hat am Donnerstag eine größere Durchsuchungsaktion in einem landwirtschaftlichen Betrieb bei Dietmannsried (Oberallgäu) ...
Allgäuer Bioprodukte unter den Besten in ganz Bayern - Internationale Grüne Woche ehrt zwei Allgäuer Produkte
Das "Allgäuer Ur´Gselchte" vom Bio-Hof Regis und die "Beschwipste Anna" der Schaukäserei Wiggensbach gehören zu den 10 besten ...
© 2020 AllgäuHIT - Baumann & Häuslinger GbR • Richard-Wagner-Str. 14 • 87525 Sonthofen - Tel: 08321-676 1360
Die Nutzung der Nachrichten von AllgäuHIT, auch in Auszügen, ist ausschließlich für den privaten Bereich freigegeben.
Eine Nutzung für den gewerblichen Bereich erfordert eine schriftliche Genehmigung der Baumann & Häuslinger GbR
MEINE REGIONALNACHRICHTEN
Meine Allgäu-Region wählen ...
 
Kleinwalsertal Kempten Oberallgäu Kaufbeuren Ostallgäu Memmingen Unterallgäu Bodensee
LIKE UNS BEI FACEBOOK
 
DIE LETZTEN 3 GESPIELTEN TITEL
 
Liam Payne
Stack It Up [feat. A Boogie Wit da Hoodie]
 
Burak Yeter feat. Danelle Sandoval
Tuesday
 
Amy Macdonald
Dream On
AKTUELLE BILDERGALERIEN
 
AllgäuHIT-Bildergalerie
Kontrolle auf Bauernhof im Oberallgäu
 
AllgäuHIT-Bildergalerie
Casinoatmosphäre
 
AllgäuHIT-Bildergalerie
Sonthofen-Burgberg
 
 
Radio einschalten Ihr Spot bei uns Glasklarer Empfang Datenschutz/Impressum