Moderator: Alexander Tauscher
Sendung: Die Radioreise
mit Alexander Tauscher
 
 
Coletta Rydzek
(Bildquelle: DSV)
 
Allgäu
Mittwoch, 23. November 2022

Langlauf: Fünf Allgäuer beim Weltcup-Auftakt in Ruka am Start

Von Freitag bis Sonntag starten die Langläuferinnen und Langläufer beim Weltcup-Auftakt in Ruka in den WM-Winter. In Finnland stehen am Freitag zunächst die Klassik-Sprints auf dem Programm, ehe am Samstag und Sonntag die Distanz- und Verfolgungsrennen folgen. Mit dabei sind auch vier Allgäuer Langläuferinnen und ein Allgäuer Langläufer.

Der Deutsche Skiverband hat insgesamt zwölf Athletinnen und Athleten für den Weltcup in Ruka nominiert. Jonas Dobler muss aufgrund einer Erkältung kurzfristig auf einen Start beim Weltcup-Auftakt in Ruka verzichten. Laura Gimmler, Sofie Krehl und Coletta Rydzek vom SC Oberstdorf, Katharina Hennig vom WSC Erzgebirge Oberwiesenthal, die in Sonthofen sind bei den Frauen im DSV-Kader, Friedrich Moch vom WSV Isny bei den Männern. Für die deutschen Frauen starten außerdem Victoria Carl (SC Motor Zella-Mehlis), Pia Fink (SV Bremelau) und Lisa Lohmann (WSV Oberhof). Für die Herren gehen neben Moch noch Lucas Bögl (SC Gaißach), Janosch Brugger (WSG Schluchsee), Albert Kuchler (SpVgg Lam) und Florian Notz (TSV/SZ Böhringen Römerstein) an den Start.

Andreas Schlütter, Sportdirektor Langlauf sagt: "Wir starten heuer zum ersten Mal mit einem Blockkalender in die Weltcup-Saison. Außerdem wurden die Wettkämpfe bei den Damen und Herren auf gleiche Streckenlängen angepasst. Ich bin kein Befürworter dieser Entscheidung, aber wir werden sehen, wie sich das im Weltcup auswirkt. Wir als Deutscher Skiverband haben die Probleme der Energiekrise sehr früh erkannt und gehen sehr verantwortungsvoll mit dem Thema um. Wir haben bei der FIS früh den Antrag eingebracht, die zu präparierende Streckenlänge für Individualstarts zu kürzen. Damit muss weniger Schnee produziert werden, was die Kosten für die Schneeproduktion senkt. Darüber hinaus wollen wir mit einer rechtzeitigen Reiseplanung das Budget schonen, sodass wir es in die Bereiche investieren können, in denen es wirklich wichtig ist."

Peter Schlickenrieder, Teamchef Langlauf: "In Muonio haben wir jeden Tag optimal genutzt. Es ging uns vor allem um drei Dinge: Team statt Individuum, Qualität statt Quantität und Spaß. Es war der beste Lehrgang, den ich in meiner Trainer-Karriere bisher erlebt habe. Die abschließenden FIS-Wettkämpfe in Muonio waren ebenfalls sehr positiv für uns. Pia Fink hat ihr bestes Sprintrennen gezeigt, was ihr sicherlich Selbstbestätigung gibt. Coletta Rydzek hat sich ebenfalls sehr gut weiterentwickelt. Mit ihrem Sieg hat Vici Carl gezeigt, dass sie in Topform ist. Ebenso wie Katharina Hennig, die das Klassikrennen gewinnen konnte. Natürlich müssen wir sehen, was die Form Wert ist, wenn alle Top-Athletinnen am Start stehen. Insgesamt sind die Mädels aber gut gerüstet für den Saisonstart. Leider ist Katherine Sauerbrey nach einer Knochenhautentzündung vor rund fünf Wochen noch nicht voll einsatzfähig. Sie muss aktuell auf das Skating-Training verzichten und wird sich vorerst auf die Heilung und das Aufbautraining konzentrieren.  Die Herren haben sich im Training ebenfalls stark gepusht. Die Qualität stand absolut im Vordergrund. Auch für die Herren waren die Wettkämpfe in Muonio ein wichtiger Fingerzeig. Janosch Brugger hat sich stark im Sprint gezeigt, genauso wie Friedrich Moch, der kein Sprintspezialist ist. Er konnte sich in den anaeroben Fähigkeiten deutlich verbessern. Mit seinem Sieg im abschließenden Klassik-Rennen hat er seine gute Form bestätigt. Natürlich ist ein Weltcup aber eine andere Liga als ein FIS-Rennen. Insgesamt hat die Herren-Mannschaft den Trainingslehrgang gut genutzt, braucht aber sicherlich noch den einen oder anderen Wettkampf, um optimal in Schuss zu kommen.

Katharina Hennig: "Ich konnte mein Training sowohl im Umfang als auch in der Intensität nochmals steigern. Anfang Oktober bin ich dann leider an Corona erkrankt. Ich habe es zwar gut verkraftet, konnte allerdings einen Monat lang nicht intensiv trainieren. Deshalb mussten wir nochmals umstellen und mehr auf höhere Umfänge setzen, als auf Intensität. Nichtsdestotrotz liefen die Testrennen in Muonio gut. Das gibt mir Mut und Motivation – ich freue mich sehr, dass es jetzt bald losgeht. Natürlich haben mich die Erfolge der vergangenen Saison sehr beflügelt und extrem motiviert im täglichen Training. Einerseits bin ich wahnsinnig dankbar, dass ich eine Gold- und eine Silbermedaille bei Olympia mein Eigen nennen darf. Andererseits zeigt es mir auch, dass harte Arbeit belohnt werden kann."

Friedrich Moch: "Bis auf einen zweiwöchigen Trainingsausfall im August – damals musste ich den Lehrgang in Schweden abbrechen – bin ich sehr gut durch den Sommer gekommen. Auch wenn wir Herren in Peking nicht so gut abgeschnitten haben wie die Mädels, waren die Erfolge trotzdem eine große Motivation für das ganze Team. Das hat mir gezeigt, dass wir nicht so weit entfernt sind von der Weltspitze. Mein Ziel für Muonio war es, so viele Schneekilometer wie möglich zu sammeln und dabei gleichzeitig auf eine hohe Qualität des Trainings zu achten. Ich habe mich die gesamten zwei Wochen im Training ziemlich gut gefühlt. Die Abschlusswettkämpfe haben bestätigt, dass ich momentan in einer guten Form bin. Die Wettkämpfe in Ruka sind immer ein sehr harter Einstieg in die Saison. Die Strecken gehören zu den anspruchsvollsten im Weltcup, und es ist meistens relativ kalt. Ich möchte natürlich versuchen, mich möglichst weit vorne zu platzieren und meine gute Form dort zu bestätigen."

Coletta Rydzek: „Der Sommer lief sehr gut. Ich konnte seit langer Zeit mal wieder ohne längere Ausfälle so trainieren wie es geplant war. Der neue Trainer Per Nilsson hat uns auch wieder neuen Schwung und neue Motivation gegeben. Gerade meine Weltcup-Ergebnisse – das Sprintfinale und dass ich konstant gute Platzierungen im Sprint erreichen konnte -, waren für mich sehr motivierend. In Muonio haben wir neben längeren ruhigeren Einheiten auch viele hochintensive Trainingsstunden eingebaut. Ansonsten haben wir die Dunkelheit vor dem Kaminfeuer in der Hütte genossen. Wir hatten auch traditionell unseren Teamabend mit dem gesamten Team und den Technikern und es gab jeden Morgen einen Team-Frühsport. Ich freue mich, in Ruka dabei zu sein. Es werden neue Strecken, ein neuer Ort für mich. Mein Ziel ist es, unter die Top-30 zu kommen und da anzuknüpfen, wo ich letztes Jahr aufgehört habe. Ob es gleich im ersten Rennen auf der neuen Strecke klappt, bleibt abzuwarten. Die Stimmung im Team ist gut – wir sind alle heiß darauf, dass der Weltcup-Winter beginnt.“

Sofie Krehl: „Ich bin mit meinem Trainingsaufbau sehr zufrieden. In Muonio konnten wir bei schnelleren Einheiten an der Wettkampftechnik feilen. Die hochintensiven Einheiten haben uns auf die Wettkampfsaison vorbereitet, sodass sich der Körper daran gewöhnt, an die Grenzen zu gehen. Nach Muonio sind wir dann für eine Woche heimgeflogen, nochmal Heimatluft schnuppern und gutes Essen genießen. Ich hoffe, dass ich nach einer ruhigeren Woche jetzt bereit bin für die ersten Wettkämpfe und dort mit voller Kraft am Start stehen kann. Die Gedanken an die Staffelmedaille und was danach alles auf uns zu kam, bringen viel positiven Schwung, Ehrgeiz und Motivation mit ins Training. Das beflügelt mich nach wie vor. Wir waren im Frühjahr auf einigen Ehrungen und von der Sporthilfe im Club der Besten eingeladen. Diese Events waren ziemlich cool. Es ist ein großer Ansporn, dazu nochmal eingeladen zu werden. Die Sprintstrecke in Ruka liegt mir nicht unbedingt, aber es ist dort sehr viel möglich an einem guten Tag mit einem guten Ski. Besonders freue ich mich auf Sonntag, auf den Skating-Verfolger in meiner Lieblingstechnik. Ich brauche immer ein paar Wettkampf-Einheiten zu Beginn der Saison bis ich mich richtig wohlfühle.“ 

Laura Gimmler: „Meine Saisonvorbereitung verlief bis Oktober ziemlich gut. Ende Oktober hatte ich dann leider das erste Mal Corona. Der Zeitpunkt war natürlich blöd, aber zumindest sollte ich dadurch für den Winter einen gewissen Schutz haben. In Muonio musste ich das Training erst langsam wieder hochfahren nach der Corona-Infektion. Ich habe das Training dort aber gut verkraftet und mich besser gefühlt als erwartet. Das stimmt mich positiv. Ich konnte dort auch einen sehr ordentlichen Testwettkampf absolvieren. In der trainingsfreien Zeit haben wir auch mal einen Weihnachtskaffee getrunken mit den ersten Lebkuchen. Und mit dem Team ein Spike-Ball-Match gespielt und danach gab’s eine Tasse Glühwein. Der Lehrgang in Muonio ist neben dem harten Training auch immer eine gemütliche Zeit, in der wir mental zur Ruhe kommen. Ruka wird wie ein Griff in die Wundertüte. Das Ambiente ist dort sehr schön. Die Sprintstrecke ist eine coole, abwechslungsreiche Runde. Ich habe dort schon gute Rennen gemacht und freue mich auf den Sprint. Die Distanzrunde erinnert durch die Anstiege und langen Abfahrten an Intervalle. Mal schauen, was mein Körper nach der zweiwöchigen Pause Ende Oktober schon hergibt.“

Der Zeitplan für Ruka:
- Fr., 25.11.2021, 10:00 Uhr (MEZ)/11:00 Uhr (LOC): Qualifik. Frauen/Männer, Sprint C
- Fr., 25.11.2021, 12:30 Uhr (MEZ)/13:30 Uhr (LOC): Finals Frauen/Männer, Sprint C
- Sa., 26.11.2021, 11:00 Uhr (MEZ)/12:00 Uhr (LOC): Frauen, 10 km C
- Sa., 26.11.2021, 13:30 Uhr (MEZ)/14:30 Uhr (LOC): Männer, 10 km C
- So., 27.11.2021, 12:00 Uhr (MEZ)/13:00 Uhr (LOC): Verfolgung Frauen, 20 km F
- So., 27.11.2021, 13:30 Uhr (MEZ)/14:30 Uhr (LOC): Verfolgung Männer, 20 km F


Tags:
allgäu sport weltcup langlauf


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