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Die Polizei sucht ebenfalls nach dem Täter
(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Allgäu - Kressbronn
Donnerstag, 15. Dezember 2016
Tierquälerei in Kressbronn
Tierquäler verletzt Ponystute - PETA setzt Belohnung aus

Suche nach Tierquäler: Ein unbekannter Täter fügte einer Ponystute, die mit weiteren Pferden auf einer Koppel in Kressbronn-Betznau stand, in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch vergangener Woche schwere Verletzungen im Genitalbereich zu. Am Montagabend dieser Woche entdeckte die Ponyhalterin eine fünf Zentimeter lange Schnittwunde oberhalb des Auges derselben Stute. Die Wunde im Genitalbereich blutete erneut stark. Außerdem wirkten die Pferde auf der Weide in den letzten Wochen häufig verstört und wurden möglicherweise gejagt. Die Pferdehalterin setzte eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise aus, die zur Ergreifung des Täters führen.

Um die Suche nach dem Tierquäler zu unterstützen, erhöht die Tierrechtsorganisation PETA die Belohnung um weitere 1.000 Euro auf nun 1.500 Euro. Zeugen, die Hinweise zu der Tat geben können, wenden sich an die Polizei und haben ebenso die Möglichkeit, sich telefonisch unter 01520 7373341 oder per E-Mail bei PETA zu melden – auch anonym. Möglicherweise waren mehrere Täter an der Tierquälerei beteiligt. PETA weist darauf hin, dass es 2015 und 2016 mehrere Fälle, bei denen Unbekannte Pferde schnitten und im Genitalbereich verletzten in Überlingen und Ravensburg gab. 2014 und 2015 wurden bereits sieben Pferde desselben Hofes in Kressbronn-Betznau verletzt.
  
„Immer wieder werden PETA Gewalttaten gegenüber Pferden gemeldet“, so Judith Pein im Namen von PETA. „Weitere Vorfälle in der Region sollten umgehend angezeigt werden, um mögliche Tatzusammenhänge aufzuzeigen. Sadistische Täter belassen es häufig nicht bei Tierquälerei und vergehen sich später unter Umständen auch an Menschen.“
  
PETA weist darauf hin, dass insbesondere Taten, die von sogenannten „Pferderippern“ begangen werden, als Indikator für eine mögliche Vorstufe schwerer Sexual- oder Gewaltdelikte gelten. Zahlreiche Mörder vergingen sich zunächst an Tieren, bevor ihnen Menschen zum Opfer fielen. So ließ der als „Rhein-Ruhr-Ripper“ bekannte Serienmörder Frank Gust seine perversen Fantasien zunächst an Pferden, Schafen und Rindern aus, bevor er vier Frauen auf exakt dieselbe Weise tötete wie zuvor die Tiere. Bereits in den 1990er Jahren erschütterte eine Serie von „Pferderipper“-Taten die Republik: Damals wurden über 100 Pferde, vorzugsweise in Niedersachsen, gepeinigt.

Die Tierrechtsorganisation rät Pferdehaltern daher zur besonderen Aufmerksamkeit, wenn ein „Pferderipper“ umgeht. Die Tiere sollten – sofern möglich – nachts nicht auf der Koppel stehen, sondern in einer sicheren, bestenfalls mit Videokameras ausgestatteten Stallung untergebracht werden. Alle Zugänge sollten gesichert und abgesperrt sein. Zudem werden die Kontrollgänge nach Möglichkeit zu unregelmäßigen Zeiten durchgeführt. Aus Sicherheitsgründen ist es dabei ratsam, diese mit mindestens zwei Personen auszuführen und Mobiltelefone bei sich zu tragen. Verdächtig erscheinende Personen in der Umgebung sollten unbedingt der nächsten Polizeidienststelle gemeldet werden, ebenso wie Personen, die bereits in der Vergangenheit durch ihr Verhalten aufgefallen sind.
  
Fälle von Tierquälerei werden täglich in Deutschland aufgedeckt. Psychologen, Gesetzgeber und Gerichte sind sich mittlerweile einig, dass Gewalttaten an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen.
  
Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach § 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von Tierquälerei aus, um bei der Ermittlung der Täter zu helfen.


Tags:
Pferd Verletzung Tierquäler PETA



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