Moderator: Marcus Baumann
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Siegerehrung zum Fotowettbewerb "Flüsse und Gewässer in Schwaben"
(Bildquelle: Presse- und Medienarbeit Bezirk Schwaben)
 
Allgäu - Kempten/Kaufbeuren/Buchloe/Biessenhofen
Dienstag, 24. März 2015
Fotowettbewerbpreise zu "Flüsse und Gewässer" gehen auch ins Allgäu
Dieter Bergmann aus Biessenhofen belegt den ersten Platz

Schwabens Fotografen haben alle Erwartungen der Veranstalter weit übertroffen. „Noch nie gab es auch nur annähernd so viele Einreichungen“, freute sich Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert bei der Preisverleihung in Augsburg. Das viel versprechende Naturthema mobilisierte 257 Fotoamateure, Mitglieder von Fotoclubs, Schüler und Studenten, kurzum alle Bürger, die ihren Wohnsitz in Bayerisch-Schwaben haben. Die Jury sichtete 1.771 Einsendungen. Preise gingen nach Kaufbeuren, Kempten, Buchloe und Burgau. Dieter Bergmann aus Biessenhofen (Landkreis Ostallgäu) überzeugte auf dem ersten Platz mit einer Schwarz-Weiß-Fotografie der „Straßen- und Eisenbahnbrücke über die Wertach bei Kaufbeuren.“

Für Jürgen Reichert rückt auch der mittlerweile achte Fotowettbewerb seit 1993 mit vielen herrlichen Ansichten, toll gesehenen Details und einfallsreichen Bildkompositionen unsere Heimat Schwaben ein schönes Stück näher an die Menschen.“

Flüsse und Gewässer bilden gerade auch für Schwaben ein prägendes Element der Topografie und der Kulturlandschaft. Entlang der Flüsse vom Alpenrand zur Donau hin waren die Mühlen als Standorte für die wirtschaftliche und gewerbliche Entwicklung von entscheidender Bedeutung. Auf den Flüssen wurden Waren und Menschen transportiert, ihr Fischreichtum bildete eine wichtige Nahrungsquelle. Heute stehen Fragen zur Ökologie und der Freizeitnutzung, der Energiegewinnung und der Renaturierung im Mittelpunkt der Diskussion.

„Die Erkundungen Schwabens über die Fotografen zeigen uns die Flusslandschaften und Gewässer in ihrem Reichtum, ihrer Gefährdung und als Sehnsuchtsort“, sagte Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl. Dazu betonte er, dass „weit über 90 Prozent der eingereichten Fotografien die Schönheit der Natur in den Blick genommen haben. Hier spiegelt sich überwältigend deutlich das Bedürfnis der Menschen nach einer intakten Landschaft.“

Im Fokus standen darüber hinaus der Naturschutz, die Industrialisierung oder die Gefährdung der Gewässerlandschaft als Freizeitobjekt. Der Bezirksheimatpfleger verweist dazu auf das S/W - Siegerfoto von Dieter Bergmann, das die Geschichte der technischen Unterordnung der Wertach zum Thema hat: „Die Fotografie betont die Radikalität des menschlichen Eingriffs.“

Jury

Die Jury bildet sich aus Bezirkstagsvizepräsidentin Ursula Lax, Dr. Ulrich Mäck (Geschäftsführer der ARGE Donaumoos), Ludwig Reisner (VHS Fotogruppe Dillingen), Dr. Jens Soentgen (Leiter des Wissenschaftszentrums Umwelt an der Universität Augsburg) und dem Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl. Sie belohnte nun die besten Arbeiten mit 1.500, 750 und 500 Euro. Besonders gelungene Darstellungen würdigt die Bezirksheimatpflege durch 150 Ankäufe zu je 30 Euro.

Wanderausstellung und Buchveröffentlichung

Die prämierten und angekauften Arbeiten schickt der Bezirk Schwaben in einer Wanderausstellung durch die Region. Eine Buchveröffentlichung ist angedacht.

 

Die Preisträger

1. Preis

Dieter Bergmann, Biessenhofen

Straßen- und Eisenbahnbrücke über die Wertach bei Kaufbeuren

Es wirkt bedrohlich: Die massiven Pfeiler, die Mächtigkeit des Spannbetons. Fast natürlich wirkt dagegen die Eisenbahnbrücke von 1904 mit Rustikamauerwerk und ihren Bögen. Sie erinnert an alte Natursteinbrücken. Technische Monumentalität und frühe Brückenbaukunst dominieren die Wertach. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts verschwinden die natürlichen Flusslandschaften, sie werden nach und nach kanalisiert. Das Gegenüber von Technik, Naturnähe und Natur wird durch die Lichtdynamik von Dunkel zu Hell, die Linienführung und die Gegensätze von scharf und unscharf akzentuiert.

Die Geschichte der technischen Unterordnung des Flusses lässt sich ablesen. Die S/W-Fotografie betont die Radikalität des menschlichen Eingriffs.

2. Preise

Gregor Derzapf, Kaufbeuren

Wertach bei Kaufbeuren. Bin am Angeln, brauche Ruhe…

So regelmäßig und so plastisch wie die Fäden einer Webmaschine rauschen breitgelagert die Fluten der Wertach über die Staustufen. Es könnten auch Stoffbahnen sein, die in einen grau-grünlichen Spiegel übergehen. Die Harmonie, oder besser gesagt, die Fische, sucht - fast in der Mitte des Flusses - ein Angler. Er stört die meditative Ruhe des Bildes. Er selbst kann das Getöse des Flusses auch nur mit Kopfhörern ertragen.

Herbert Stadelmann, Kempten

Langmoos im Kemptner Wald

Selten sind die Moorlandschaften in Schwaben geworden: die wenigen erhaltenen stehen unter Naturschutz und werden, wenn möglich, naturiert. Die winterliche Landschaft mit vereinzelten Wasser- und Wiesenflächen und absterbenden Kiefern, die sich wie zu einer Wand verdichten, zeigt ein ungewohntes Bild: Als schaute man in die Frühzeit der Erdgeschichte, grau und nur schwach beleuchtet, grenzenlos. Die Moorlandschaft ist anziehend und unheimlich zugleich, ihre grafische Struktur wirkt zeichenhaft und metaphorisch.

3. Preise

Herbert Wittal, Buchloe

Eistobel 1

Vor so viel Schönheit der Künstlerin Natur steht man immer wieder sprachlos, bewundernd und dankbar: Ein Fluss im engen Felsenbett, die bemoosten Felsen überzogen mit kleinblättrigem, herbstlichen Laub, Büschen und Bäumen. Rot- und Grüntöne bewegen im ruhigen Rhythmus die plastisch modellierte und durch das Wasser bewegte Felslandschaft, die wie ein ruhendes Lebewesen wirkt.

Yvonne Göppel, Burgau

Im Donaumoos bei Günzburg

Die wieder vernässten Altwasser der Donau, durch Naturlehrpfade erschlossen, zeigen Situationen, die unserer Vorstellung vom Urwald nahe kommen. Im Wasser vermodernde Bäume, dichter Pflanzenbewuchs, ein Teppich von Wasserlinsen. Begehbar ist diese grüne Symphonie nicht, nur als Wunderwerk zu bestaunen. Die Lebendigkeit von Werden und Vergehen, betont durch die waagerechten und senkrechten Linien, sowie die feinen Grünabstufungen werden durch die Spannung von Schärfe und Unschärfe noch akzentuiert.

 

 

 


Tags:
fotowettbewerb allgäu auszeichnung flüsse und gewässer



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