Moderator: Thomas Häuslinger
mit Thomas Häuslinger
 
 
Ein Beratungsgespräch bei der Arbeitsagentur
(Bildquelle: Bundesagentur für Arbeit)
 
Allgäu - Kempten
Donnerstag, 30. Oktober 2014

Allgäuer Arbeitslosenzahl bleibt weiterhin stabil

Verbesserung zum Vormonat um 0,3 Prozent

Der Arbeitsmarkt startete schwungvoll in den Herbst. Deutlich weniger Menschen waren arbeitslos gemeldet bei einem gleichzeitig anhaltend kräftigen Stellenmarkt. Bei der Arbeitslosenquote stand erstmals in diesem Jahr eine Zwei vor dem Komma. Aktueller Wert: 2,9 Prozent. Das bedeutete im Vergleich zum Vormonat eine Verbesserung um 0,3 Prozentpunkte und Gleichstand mit dem Vorjahr, denn seinerzeit wurde ebenfalls dieser Wert erreicht.

Bei den Vermittlern der Arbeitsagentur und in den Jobcentern waren insgesamt 10.373 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, knapp 950 weniger als im Monat zuvor. Besonders ins Auge sticht der Rückgang bei Jüngeren unter 25 Jahre. Im Vergleich zum September waren 670 Kräfte weniger gemeldet. Viele aus dieser Altersgruppe besuchen ab Herbst eine weiterführende Schule oder starteten in ein Studium um sich weiter zu qualifizieren. Stabilität signalisierte der Stellenmarkt. Knapp 4.600 Beschäftigungsangebote stellten Arbeitgeber insgesamt zur Verfügung, ähnlich viele wie bereits im September.

Überblick der einzelnen Regionen

Landkreis Lindau: 2,7 Prozent / 2,7 Prozent (2013 / 2014)
Landkreis Unterallgäu: 1,9 Prozent / 2,0 Prozent
Landkreis Oberallgäu: 2,6 Prozent / 2,7 Prozent
Landkreis Ostallgäu: 2,4 Prozent / 2,5 Prozent
Stadt Kaufbeuren: 6,0 Prozent / 5,4 Prozent
Stadt Memmingen: 3,4 Prozent / 3,5 Prozent
Stadt Kempten: 4,5 Prozent / 4,6 Prozent
GESAMTAGENTUR ALLGÄU: 2,9 Prozent / 2,9 Prozent

„Bei uns im Allgäu hat der Arbeitsmarkt im Oktober wieder an Dynamik gewonnen. Insbesondere jüngere Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit wieder beenden. Stabilität verleiht aber auch die anhaltend hohe Nachfrage nach Arbeitskräften“, sagt Horst Holas, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen.

Auch im Oktober herrschte viel Bewegung auf Seiten der arbeitslosen Menschen. 1.746 Frauen und Männer meldeten sich nach einer Erwerbstätigkeit neu arbeitslos. Gleichzeitig konnten 1.344 Kräfte eine neue Beschäftigung aufnehmen und auf diesem Weg ihre Arbeitslosigkeit beenden. Arbeitsaufnahmen erfolgten als Lagerarbeiter, Arbeitserzieher, Frisör, im Verkauf oder in Pflegeberufen.

Wenn Arbeitslosigkeit droht, sollte man möglichst frühzeitig mit seinem Arbeitsvermittler sprechen. Das steigert die Chancen auf eine schnelle neue Beschäftigung, weil dann Vermittlungsbemühungen rasch einsetzen können. Neben anderen haben in den letzten Tagen ein Elektrotechniker, ein Baumaschinenführer, eine Krankenschwester, ein Beikoch und eine Bäckereifachverkäuferin eine neue Stelle angetreten. Arbeitslosigkeit trat in allen Fällen nicht ein.

Die Personengruppen – Rückgang bei Jüngeren

Wenn man sich die verschiedenen Altersgruppen auf dem Arbeitsmarkt ansieht, zeigen sich unterschiedliche Belastungen. Junge Menschen im Alter bis zu 25 Jahren sind deutlich weniger von Arbeitslosigkeit betroffen als die Generation 50plus. Jeder zehnte arbeitslose Mensch zählt zu den Jüngeren, während bereits knapp 40 Prozent aller Arbeitslosen ein Alter von 50 Jahren und mehr erreicht haben. Auch aufgrund von Studium, neuer Ausbildung oder Aufnahme einer Beschäftigung verabschiedeten sich im Oktober 670 jüngere Kräfte von ihrem Vermittler.

Bei den Älteren blieb die Zahl im Ergebnis kaum verändert. Weiter waren 4.000 Menschen in dieser Altersgruppe ohne Beschäftigung.

Bei Menschen, die bereits seit mehr als einem Jahr arbeitslos sind, waren leichte Verbesserungen zu erkennen. So waren aktuell 37 Frauen und Männer weniger gemeldet als im September. Ebenso gab es im Vergleich zum Vorjahr einen geringfügigen Rückgang um 15 Personen. Dennoch blieben auch im Oktober mehr als 2.300 Menschen länger als ein Jahr ohne Job.

Anhaltende Nachfrage nach Arbeitskräften

Im Oktober meldeten Betriebe 1.305 Stellen neu zur Besetzung, ähnlich viele wie schon im Monat zuvor. Signifikant war insbesondere der starke Zuwachs von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Unter den neu hereingegebenen Stellen bildeten Tätigkeiten mit Metall ein Schwergewicht: Metallbearbeitung und Maschinenbau suchten allein 140 zusätzliche Kräfte. Die Energie- und Elektrotechnik hatte mehr als 100 Arbeitsplätze neu zu besetzen. Transportgewerbe und Logistiksektor offerierten 90 neue Jobs. Groß war das Angebot vor allem im südlichen Oberallgäu für Köche, Servicefachkräfte und weiteres Hotelpersonal. Mehr als 170 zusätzliche Arbeitsplätze gab es hier zu besetzen. Für Tätigkeiten in der Pflege wurde ebenfalls eine Reihe von Beschäftigungsmöglichkeiten gemeldet, insbesondere für Betreuungsfachkräfte.

Der mehrjährige Vergleich zeigt, dass sich der Arbeitsmarkt im Allgäu aktuell weiter gut behauptet.

Regionale Entwicklungen im Jahresvergleich

Im Allgäu erreichte die Arbeitslosenquote mit 2,9 Prozent dasselbe Ergebnis wie im Oktober des vergangenen Jahres. Beim Blick auf die Daten der einzelnen Gebietskörperschaften bestätigt sich diese Entwicklung. In den Regionen stabilisierte sich der Wert aus dem Vorjahr weitgehend, lediglich geringfügige Abweichungen um 0,1 Prozentpunkte waren festzustellen. Im Bereich der Stadt Kaufbeuren ging die Arbeitslosigkeit um 0,6 Prozentpunkte zurück. Stabil blieb das Ergebnis im Landkreis Lindau mit einer Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent. In den übrigen Regionen ging es um 0,1 Prozentpunkte leicht nach oben. In allen Landkreisen erreichte die Arbeitslosenquote im Jahresvergleich eine Zwei vor dem Komma. Am stärksten zeigte sich weiterhin der Arbeitsmarkt im Unterallgäu mit aktuell 2,0 Prozent.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung und in der sozialen Grundsicherung

Arbeitslose Menschen werden seit Einführung der sozialen Grundsicherung von der Arbeitsagentur und in den Jobcentern betreut. In beiden Bereichen waren im Oktober weniger Menschen arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Die Arbeitsagentur betreute aktuell 5.992 Kräfte, 782 weniger als im September. Hier fiel der Rückgang bei den jüngeren Menschen bis 25 Jahre deutlicher ins Gewicht als bei den Jobcentern. Im Bereich der sozialen Grundsicherung waren die sieben Jobcenter für 4.381 arbeitslose Frauen und Männer zuständig. Im Vergleich zum Vormonat bedeutete das einen Abbau um 164 Personen.


Der Radio-Programmbeitrag zum Nachhören:



Tags:
allgäu arbeitsmarkt zahlen wirtschaft



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