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Der hintere Teil des Triebwagens liegt neben der Bahnstrecke in einem Garten
(Bildquelle: new-facts.eu)
 
Allgäu - Kellmünz
Mittwoch, 17. Juli 2013

Nach schwerem Zugunglück

Es grenzt schon an ein Wunder, dass heute Morgen bei dem Zugunglück bei Kellmünz an der Grenze zum Landkreis Unterallgäu nicht noch mehr passiert ist. Ein Triebwagen hatte an einem unbeschrankten Bahnübergang kurz vor dem Bahnhof der Ortschaft ein Auto erfasst, anschließend kam es zu einem echten Horrorszenario. Der Schienenbus wurde in zwei Teile gerissen. Das vordere Zugstück entgleiste zwar, blieb aber auf dem Bahndamm, das hintere entgleiste, stürzte in einen Garten und kippte um.

Die 46-jährige Autofahrerin, die in ihrem Fahrzeug eingeklemmt war und von der Feuerwehr befreit werden musste, wurde bei dem Vorfall schwer verletzt. In der Regionalbahn befanden sich zum Unfallzeitpunkt ca. 50 Personen. Nach Angaben der Polizei in Kempten wurden 20 Personen durch den Rettungsdienst abtransportiert. 10 Personen erlitten leichte Verletzungen. Ein 21-jähriger Fahrgast wurde bei dem Unfall aus der Zuggarnitur geschleudert und hierbei ebenso wie ein 52-jähriger Mann, der sich in dem Zug befand, schwer verletzt. Die unverletzten Personen wurden zum Feuerwehrhaus Kellmünz gebracht und dort betreut. Eine Absuche der Unglücksstelle erfolgte durch die Einsatzkräfte, das eingesammelte Stückgut kann von den Eigentümern am Feuerwehrhaus Kellmünz eingesehen/abgeholt werden.

Für Angehörige von verletzten Personen des Regionalzuges 57757 Ulm-Memmingen, die Auskunft über den Verbleib erhalten wollen, wurde beim Polizeipräsidium Schwaben Süd/West unter der Telefonnummer 0831/9909-1111 ein Bürgertelefon eingerichtet.

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Triebwagen entgleist und stürzt um
 
       
 
       
 
           

Aufgrund des Vorfalls ist die Bahnstrecke zwischen Illertissen und Memmingen auf nicht absehbare Zeit gesperrt. Ein Sprecher der Deutschen Bahn AG in München sagte Radio AllgäuHIT, dass die Bahn von einer Mindestsperre bis morgen Nachmittags ausgehe. So lange dürften die Aufräumarbeiten andauern. Der auf den Gleisen stehende Teil des Triebwagenteil soll im weiteren Verlauf mit einem Reparaturzug abgeschleppt werden.

Ein zunächst aus Warnemünde angeforderter Kran, soll nun möglicherweise doch nicht zum Einsatz kommen. Geprüft wird die Bergung durch einen Mobilkran aus der Region. Die Schadenshöhe wird unter anderem aufgrund des am Gleiskörper entstanden Schaden im Bereich von 3,5 Millionen Euro liegen.

Es befanden sich umfangreiche Einsatzkräfte von Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei und Bundespolizei mit über 40 Einsatzfahrzeugen sowie vier Hubschrauber im Einsatz. Die Unfallörtlichkeit, in deren Bereich es zu Behinderungen durch zahlreiche Schaulustige kam, wurde weiträumig abgesperrt. Die Absperrung wurde zwischenzeitlich von Beamten der Bereitschaftspolizei übernommen.

„Wir bedanken uns bei den Einsatzkräften für die schnelle Hilfe und unterstützen sie bei der Betreuung der Reisenden vor Ort“, sagte ein Bahnsprecher. 

Durch die Staatsanwaltschaft wurde ein Gutachter zur Klärung der Unfallursache beauftragt. Der Ermittlungsdienst der Bundespolizei ist zur Auswertung der Bahntechnik sowie zum Auslesen des Datenspeichers involviert. Bei der sachbearbeitenden Polizeiinspektion Illertissen wurde eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Die Blinkzeichen am unbeschrankten Übergang sollen nach Informationen der Deutschen Bahn AG ordnungsgemäß funktioniert haben.


Der Radio-Programmbeitrag zum Nachhören:



Tags:
zugunglück bahnübergang bahn feuerwehr


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