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Auch bei schulischen Problemen
(Bildquelle: Andreas Reimund)
 
Allgäu
Mittwoch, 3. August 2022

KFJ-Einrichtungen im Allgäu: Hilfe, wenn Schule zu sehr belastet

Die Corona-Pandemie hat massive Folgen für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, sodass der Bedarf an Rehabilitationsmaßnahmen für unterschiedliche Krankheitsbilder stark gestiegen ist. Die Klinik Hochried in Murnau, die Fachklinik Prinzregent Luitpold in Scheidegg und die Alpenklinik Santa Maria in Oberjoch, die alle zur Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e. V. (KJF Augsburg) gehören, bieten hierfür hervorragende Rahmenbedinungen.

Dort werden in umfassenden, individuell abgestimmten Therapien auch die zuletzt stark zunehmenden schulbezogenen Störungen behandelt. Zudem bieten alle drei Kliniken die Möglichkeiten der Beschulung für die Patientinnen und Patienten während der Reha.

Experten registrieren eine deutliche Zunahme an psychischen Belastungen und damit verbunden einen Anstieg an psychischen Störungen und Verhaltensauffälligkeiten. So stiegen im Jahr 2021 Depressionen und Essstörungen bei Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren weiter an. Im Grundschulalter zeigte sich eine spürbare Steigerung von Störungen sozialer Funktionen und eine Zunahme von Entwicklungsstörungen. Das ist das Ergebnis der Analyse aktueller Krankenhausdaten der DAK-Gesundheit für den Kinder- und Jugendreport 2022.

Anstieg schulbezogener Störungen

Die Verantwortlichen der KJF Kliniken bestätigen diese Ergebnisse. Durch die Corona-Pandemie rücken vor allem schulbezogene Störungen vermehrt in den Fokus. „Lockdown und Distanzunterricht sowie Fehlzeiten aufgrund von Quarantäne haben schulbezogene Störungen verstärkt. Bei Kindern und Jugendlichen, die bereits durch Störungen vorbelastet sind, kann dies schnell zu einer manifestierten Beeinträchtigung der Entwicklung führen, die eine Teilhabe an der Schule erschwert“, erklärt Dr. Barbara Leidl, Chefärztin in der KJF Rehaklinik für Kinder und Jugendliche innerhalb der KJF Klinik Hochried in Murnau. Viele Kinder und Jugendliche leiden weiterhin unter den Lücken im Unterrichtsstoff, während der Leistungsdruck weiter steigt. „Gerade diese benötigen eine umfassende professionelle Behandlung, um ein weitere Teilnahme am Regelunterricht zu gewährleisten.“

Teufelskreis führt zu Verstärkung der Störungen

Schulprobleme können verschiedene Ursachen und Ausprägungen haben. Neben Schulangst, die beispielsweise durch Mobbing, Leistungsdruck oder Entwicklungsstörungen wie eine Lese-Rechtschreib-Schwäche ausgelöst wird, zählen die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS), Konzentrations- und Lernstörungen sowie Schulphobie zu den häufigsten Indikationen. Eine große Herausforderung sind die unterschiedlichen und komplexen Krankheitsbilder sowie ein entstehender Teufelskreis. So hätten Kinder und Jugendliche mit psychischen Belastungen, Depressionen und Angststörungen den Lockdown und Distanzunterricht häufig als Erleichterung empfunden, wie Dr. Maike Pellarin-Schlingensiepen, Chefärztin und Klinikleitung der KJF Fachklinik Prinzregent Luitpold in Scheidegg, erläutert: „Keiner hat sie ermutigt nach draußen zu gehen, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Dadurch haben sich jedoch die Symptome häufig verschlechtert und insbesondere mit Wiederaufnahme des Präsenzunterrichtes wurde die Problematik offensichtlich.“

Der Weg aus der sozialen Isolation zurück in ein lautes Klassenzimmer mit einem anderen Arbeitstempo sowie die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben hat viele Schüler überfordert. Aus diesem Grund ist ein zeitnaher Therapiebeginn unerlässlich, um eine Chronifizierung zu vermeiden, wie die Chefärztin aus Scheidegg erklärt: „Die zeitnahe Behandlung der zugrundeliegenden Störung ist wichtig, um nachhaltig die Entwicklung des Kindes nicht zu gefährden. Je länger ein Kind nicht in die Schule geht, umso größer wird die Angst davor, umso höher die Hürde zurück zu gehen.“

Auch Kinder und Jugendliche mit Long-Covid haben oft Schwierigkeiten, den Schulalltag durchzustehen, da ihnen die Kondition und die Konzentration fehlen. Damit besser zurechtzukommen, erlernen die Patientinnen und Patienten in der Reha, wie Dr. Markus Koch, Chefarzt der KJF Alpenklinik Santa Maria, erläutert: „Bei uns lernen die Kinder und Jugendlichen mit Long-Covid umzugehen und sammeln Erfolgserlebnisse, um die Schule wieder besser meistern zu können.“

„Schule für Kranke“ als wichtiger Bestandteil der Reha

Um die Rückkehr in die Schule zu erleichtern, bieten alle drei KJF Kliniken staatlich anerkannte „Schulen für Kranke“, in denen Schülerinnen und Schüler aller Schularten in den Hauptfächern beschult werden. Die Patientinnen und Patienten können dadurch den Lernstoff der Heimatschule begleitend zur Reha bearbeiten und gemeinsam mit den qualifizierten Lehrkräften gezielt an Defiziten arbeiten. „Wir wollen, dass – gerade bei schulbezogenen Störungen – der Unterricht, die Mitschülerinnen und Mitschüler sowie die Lehrkräfte von den Betroffenen nicht als ständige potenzielle Gefahr wahrgenommen werden. Wir wollen stattdessen als Unterstützer und Helfer gesehen werden“, erklärt Johannes Straßer, Schulleiter der St. Gallus-Schule in Scheidegg, die die Kinder und Jugendlichen während ihres Aufenthalts in der KJF Fachklinik Prinzregent Luitpold besuchen. Dies erleichtert im Anschluss den Weg zurück in die Regelschule. „Wir haben sehr gute Erfahrungen, wenn wir im Anschluss an eine Reha ein individuell abgestimmtes Verfahren zur Wiedereingliederung anbahnen. Hierfür benötigen wir offene Kooperationspartner an den Heimatschulen.“

Außerdem muss das soziale Umfeld in die Therapie miteinbezogen werden. Die multidisziplinär agierenden Teams der KJF Kliniken sowie der Schulen für Kranke binden die Eltern durch Schulungen in die Therapie ein. Dies ist wichtig, damit sie ein Verständnis für die vorliegenden Störungen ihrer Kinder erhalten und diese im Alltag entsprechend optimal unterstützen können. „Die Eltern benötigen Beratung zum pädagogischen Umgang mit der Situation und zur Kommunikation mit der Schule zuhause. Ebenso brauchen die Heimatschulen Empfehlungen für funktionierende Strategien im Schullalltag. Daher ist für uns als Klinikschule die Beratung der Beteiligten mittlerweile einer der wichtigsten Bestandteile im Umgang mit schulbezogenen Störungen“, sagt Johannes Straßer.

Der Verbund der KJF Rehakliniken ist der größte private Anbieter von Reha-Maßnahmen für Kinder und Jugendliche in Deutschland. Die Kliniken decken ein Maximum an Indikationen und ermöglichen dadurch bestmögliche Zuteilungen und Behandlungen.


Über die KJF Klinik Hochried

Die KJF Klinik Hochried in Murnau ist ein Zentrum für Kinder, Jugendliche und Familien. Seit 1954 werden in der Rehaklinik Kinder und Jugendliche zum Beispiel mit Adipositas, neurologischen oder psychosomatischen Erkrankungen behandelt. Die Einrichtung gehört zum Verbund der KJF Rehakliniken, dem größten privaten Anbieter von medizinischer Rehabilitation für Kinder und Jugendliche in Deutschland. In der KJF Klinik Hochried befinden sich darüber hinaus die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, eine pädiatrische Station für psychosomatische Epileptologie, zwei Frühförderstellen, eine Kinderkrippe sowie eine Schule.
Webseite KJF Klinik Hochried

Über die KJF Alpenklinik Santa Maria

Die KJF Alpenklinik Santa Maria in Oberjoch, die zur Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e. V. (KJF Augsburg) gehört, ist Teil des Verbunds der KJF Rehakliniken, dem größten privaten Anbieter von Reha-Maßnahmen für Kinder und Jugendliche in Deutschland. Die KJF Klinik bietet umfassende Rehabilitationsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche mit verschiedenen Krankheitsbildern. Das besondere Hochgebirgsklima in den Allgäuer Bergen auf 1.200 Metern bietet ideale Voraussetzungen für die Behandlung von Allergien, Atemwegserkrankungen sowie Stoffwechsel- und Hauterkrankungen, da es dort so gut wie keine Milben-, Pollen- oder Feinstaubbelastung gibt. Darüber hinaus werden auch Patientinnen und Patienten mit Adipositas in Oberjoch behandelt.
Webseite KJF Alpenklinik Santa Maria

Über die KJF Fachklinik Prinzregent Luitpold

Die KJF Fachklinik Prinzregent Luitpold in Scheidegg ist spezialisiert auf die Behandlung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit psychischen und psychosomatischen Störungen wie ADHS/ADS und Depressionen sowie mit chronischen somatischen Erkrankungen wie Adipositas, Diabetes, Kopfschmerz und Migräne. Auch Mutter-Kinder-Kuren gehören zum Angebot der Rehaklinik, die jährlich etwa 1.000 Patientinnen und Patienten behandelt und rund 120 Mitarbeitende beschäftigt. Gemeinsam mit der Paracelsus-Klinik hat die KJF Klinik zusätzlich ein spezielles Therapieprogramm für krebskranke Mütter mit behandlungsbedürftigen Kindern entwickelt.
Webseite KJF Fachklinik Prinzregent Luitpold

Katholische Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e. V. (KJF Augsburg)

Die KJF Augsburg ist einer der größten Anbieter für Gesundheits-, Sozial- und Bildungsdienstleistungen in Bayern. Seit 1911 bietet das Sozialunternehmen vor allem Kindern, Jugendlichen und Familien mit rund 80 Einrichtungen und Diensten Lösungen für die verschiedensten individuellen Bedürfnisse an: in der Kinder- und Jugendhilfe mit Kindertagesstätten, Stationären Wohnformen oder Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung; in Berufsbildungs- und Jugendhilfezentren, durch Angebote für Beruf und Arbeit sowie Integrationsunternehmen und -dienste; in der Medizin mit mehreren Kliniken; in verschiedenen Schulen. Darüber hinaus bildet die KJF Augsburg kontinuierlich annähernd 400 Fachkräfte für soziale und medizinische Berufe aus.

Als christlicher Verband katholischer Prägung ist für die KJF Augsburg und ihre rund 4.800 Mitarbeitenden jeder Mensch wertvoll, unabhängig von Herkunft, Status, Religion oder Kulturkreis. Vorstandsvorsitzender ist Markus Mayer, Vorsitzender des Aufsichtsrates Domkapitular Armin Zürn.

 


Tags:
kjf schule reha


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