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Zeckenbiss
(Bildquelle: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. )
 
Allgäu
Dienstag, 23. April 2019

Johanniter empfehlen eine FSME-Schutzimpfung

Warmes Wetter lockt Zecken wieder nach draußen

Sobald es warm genug ist und wir wieder daheim im Garten werkeln oder im Wald spazieren gehen, werden auch die Zecken aktiv. Bereits ab einer Temperatur von acht Grad Celsius über mehrere Tage hinweg verlassen die Tiere ihre Winterquartiere und machen sich auf die Suche nach einem passenden Wirt. Zecken können mit einem einzigen Stich mehrere Krankheiten übertragen, wobei die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borreliose besonders schwerwiegend sind. Die Johanniter klären über weit verbreitete Zecken-Mythen auf und geben Tipps zum Schutz.


Vor allem im Wald und auf Allgäuer Wiesen warten die Tiere jetzt wieder auf unfreiwillige Blutspender. Ob das ein Mensch oder ein Hund ist, ist den Zecken dabei egal. Die Art, die bei uns in Süddeutschland am häufigsten vorkommt, ist der Gemeine Holzbock. Er lauert vor allem im Gras und in Strauchschichten. Allerdings fällt er nicht wie irrtümlicherweise angenommen von Bäumen, sondern sitzt auf Grashalmen, an Buschzweigen und im Unterholz und wartet auf Warmblüter, um sich von ihnen abstreifen zu lassen.

„Wenn Sie nach einem Ausflug oder einem längeren Aufenthalt draußen zurückkommen, sollten Sie die Kleidung komplett ablegen und den Körper gründlich absuchen“, so Bernd Fischer, Regionalarzt der Johanniter im Allgäu. Das gilt vor allem auch für Kinder, die gerne mal länger in der Natur unterwegs sind. Zecken mögen warme Körperstellen besonders gern, wie etwa Achselhöhlen, Kniekehlen, den Hals oder Kopf, so Fischer weiter.

Wenn es passiert ist
Wer eine Zecke bei sich entdeckt hat, braucht nicht in Panik zu verfallen, sollte diese allerdings möglichst schnell entfernen. Hartnäckig hält sich der Mythos, dass die Blutsauger aus der Haut gedreht werden müssen. Zecken haben aber kein Gewinde und daher ist eine Drehbewegung völlig überflüssig, so Bernd Fischer. „Wir empfehlen das Tierchen mit einer spitzen Pinzette oder einer Zeckenkarte zu greifen und möglichst sanft und gerade aus der Haut zu ziehen. Die Stichstelle danach reinigen und desinfizieren.“ Von den so oft genannten alten Hausmitteln wie Klebstoff oder Öl wird dringend abgeraten, da die Zecken im Todeskampf nur vermehrt Flüssigkeit ausscheiden und sich die Infektionsgefahr dadurch sogar noch erhöht.

Wie gefährlich ist ein Stich
Die gute Nachricht: Nicht jede Zecke ist infiziert und ob Sie sich anstecken, hängt vor allem davon ab, wie lange das Tier saugen kann. Je länger das geschieht, umso höher ist das Infektionsrisiko. Die Erreger der Lyme-Borreliose werden nicht sofort übertragen, sondern gelangen erst nach 12 bis 48 Stunden in unseren Körper. Anders schaut es dahingegen bei den Erregern der FSME aus, die bereits beim Stich übertragen werden. Allerdings können

Sie sich gegen diese mit einer Impfung im Vorfeld schützen. „Wir als Johanniter empfehlen sich jetzt darum zu kümmern, da für den Aufbau des Impfschutzes rund 3 Impfungen benötigt werden. Die zweite Impfung erfolgt erst nach maximal 3 Monaten. Die dritte dann sogar erst 9 bis 12 Monate nach der zweiten. Allerdings besteht zwei Wochen nach der zweiten Impfung bereits ein Schutz. Gegen Borrelien, die Bakterien, welche die Lyme-Borreliose hervorrufen, gibt es keinen Impfschutz, hier hilft nur eine langwierige Behandlung mit Antibiotika“, erklärt Fischer.

Auch Allgäuer Gesundheitsämter empfehlen eine FSME-Impfung
Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) sind weite Teile Bayerns (83 von 96 Landkreisen) FSME-Risikogebiet, mit steigender Tendenz. Die Gesundheitsämter hier in der Region raten deshalb ebenfalls eindringlich zu einer Schutzimpfung. Personen, die in Risikogebieten wohnen, haben bei den gesetzlichen Krankenkassen einen Anspruch auf eine Kostenerstattung. Da es sich bei dem FSME-Impfstoff um inaktiviertes FSME-Virus handelt, ist eine indizierte Impfung grundsätzlich auch während der Schwangerschaft möglich, solange nicht andere Gründe dagegensprechen. Eine Impfung ist außerdem kein Grund für das Aufschieben einer geplanten Schwangerschaft. Im ersten Drittel der Schwangerschaft sollten allerdings grundsätzlich nur dringend notwendige Impfungen durchgeführt werden, um zu verhindern, dass die in der Frühschwangerschaft häufigen Fehlgeburten oder sehr selten auftretende Fehlbildungen fälschlicherweise mit der Impfung in Zusammenhang gebracht werden.


Tags:
Johanniter Zecken Impfung Sommer



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