Moderator: Thomas Häuslinger
Sendung: AllgäuHIT-Update
mit Thomas Häuslinger
 
 
Der Arbeitsmarkt im Allgäu entspannt sich deutlich (Symbolbild).
(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Allgäu
Mittwoch, 30. Juni 2021

Arbeitsmarkt im Allgäu entspannt sich

Niedrigere Inzidenzwerte und damit einhergehende weitere Lockerungen führten im bayerischen Teil des Allgäus zu einer weiteren Stärkung des regionalen Arbeitsmarktes. Erneut waren weniger Menschen bei den Vermittlern arbeitslos gemeldet, gleichzeitig nahm die Nachfrage nach zusätzlichen Arbeitskräften nochmals zu.

Im Juni erreichte die Arbeitslosenquote mit 2,8 Prozent erstmals seit Beginn der Coronavirus-Pandemie eine Zwei vor dem Komma. Damit wurde der Wert aus dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte unterschritten, der Vergleich mit dem Ergebnis des Vorjahres zeigt sogar eine Verbesserung um 0,5 Prozentpunkte. Aktuell waren 1.060 Frauen und Männer weniger arbeitslos als im Mai. Insgesamt betreuten die Vermittler erstmals seit April des vergangenen Jahres mit 10.820 Personen weniger als 11.000 arbeitslose Menschen. 

„Der Arbeitsmarkt im Allgäu hat sich zuletzt von den Auswirkungen der Corona-Pandemie weiter erholt und gefestigt. Weitere Lockerungsschritte insbesondere für Handel und Tourismusgewerbe haben zu einer Stabilisierung beigetragen. Die erneute Zunahme bei der Nachfrage nach Arbeitskräften bestätigt, dass zahlreiche Unternehmen positive Erwartungen mit der Geschäftsentwicklung der kommenden Monate verbinden“, sagt Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. „Kurzarbeit war für zahlreiche Unternehmen während der Krise eine wichtige Stütze. Auch bisher in Kurzarbeit befindliche Betriebe haben ihre Mitarbeitenden aufgrund der Lockerungen wieder vermehrt beschäftigt, sind jedoch zumindest in Teilen noch nicht zum Regelbetrieb zurückgekehrt.“

Seit dem Beginn der Viruspandemie im März des vergangenen Jahres waren beim Vergleich der Monatsdaten jeweils mehr Menschen arbeitslos gemeldet als im Vorjahresmonat. Seit April dieses Jahres gilt dies nicht mehr, denn beide Monate, die miteinander verglichen werden, fallen in den Pandemiezeitraum. Um die arbeitsmarktliche Entwicklung besser einordnen zu können, hilft ein Blick auf die Ergebnisse aus der Zeit vor Beginn der Viruskrise. So waren im Juni 2019 gut 2.400 Menschen weniger arbeitslos als im aktuellen Monat. Die Arbeitslosenquote erreichte seinerzeit ein Ergebnis von 2,2 Prozent. Die Grafik auf der Folgeseite zeigt zum einen eine kontinuierliche Verbesserung seit Beginn dieses Jahres. Dennoch bleibt weiterhin ein sichtlicher Abstand zu den Ergebnissen der zurückliegenden Jahre. 

Im Juni meldeten sich gut 1.000 Menschen neu bei den Vermittlern arbeitslos, die zuletzt eine Erwerbstätigkeit ausgeübt hatten. Das war die niedrigste Zahl seit viereinhalb Jahren. Auf dem regionalen Arbeitsmarkt gibt es wieder stärkere Bewegungen, denn aktuell starteten auch mehr als 1.900 Frauen und Männer in eine neue Beschäftigung und beendeten dadurch ihre Zeit der Arbeitslosigkeit. Dies ist die höchste Zahl seit April 2018. Knapp 200 Kräfte – insbesondere Köche - starteten in eine Beschäftigung in der Lebensmittelherstellung/-verarbeitung. Knapp 350 weitere Mitarbeitende nahmen andere Tätigkeiten im Tourismusgewerbe auf. Annähernd 150 Frauen und Männer beendeten ihre Arbeitslosigkeit durch eine neue Beschäftigung in Verkaufsberufen.  Im Logistiksektor konnten gut 120 Kräfte eine neue Tätigkeit aufnehmen. Daneben erhielten Menschen unter anderem im Erziehungsbereich, in medizinischen Gesundheitsberufen und in diversen Tätigkeiten im verarbeitenden Gewerbe einen neuen Arbeitsplatz.

Bei den Jüngeren unter 25 Jahren waren aktuell gut 980 Kräfte beschäftigungslos. In dieser Altersgruppe ging die Arbeitslosigkeit am stärksten zurück. Im Vergleich zum Vormonat waren gut zwölf Prozent weniger Menschen arbeitslos, zum Juni des letzten Jahres lag der Rückgang sogar bei etwas mehr als 35 Prozent. 

Menschen im Alter von 50 Jahren und älter waren ebenfalls weniger stark von Arbeitslosigkeit betroffen. Zum Mai gab es einen Rückgang um gut 340 Kräfte zu verzeichnen, zum Vorjahresmonat einen Abbau um 155 Frauen und Männer. Dennoch bleibt diese Personengruppe zahlenmäßig am stärksten betroffen, denn insgesamt waren aktuell annähernd 4.650 Kräfte beschäftigungslos. 

Ebenfalls weniger Menschen waren in der Gruppe der Ausländer arbeitslos. Lag der Rückgang zum Mai bei gut 450 betroffenen Menschen, so war insbesondere der Abstand zum Juni des Vorjahres mit einem Rückgang um knapp 940 Kräfte bemerkenswert.
Anders die Situation für Menschen, die bereits ein Jahr und länger ohne Beschäftigung sind. Hier gab es zum Mai einen Zuwachs um 37 betroffene Menschen, im Vergleich zum Juni des letzten Jahres waren annähernd 1.000 Kräfte aus dieser Gruppe zusätzlich arbeitslos. 

Nach Ausbruch der Pandemie war die Nachfrage nach Arbeitskräften über mehrere Monate stark eingebrochen. Der Bestand an Stellen sank teilweise auf weniger als 4.000 Angebote. Seit Jahresbeginn legte die Nachfrage nach Arbeitskräften zusehends zu. Bereits im März wurde die Schwelle von 5.000 Stellenangeboten überschritten. Zuletzt erreichte der Kräftebedarf im Juni mit mehr als 5.900 Beschäftigungsmöglichkeiten die höchste Zahl seit dem Frühjahr des letzten Jahres. 

Regionale Entwicklungen im Jahresvergleich
Die Arbeitslosenquote erreichte im Juni mit 2,8 Prozent erstmals eine Zwei vor dem Komma. Im Jahresvergleich bedeutete das eine merkliche Verbesserung um 0,5 Prozentpunkte. Im April des letzten Jahres hatte sich die Pandemie erstmals auf die Ergebnisse des Arbeitsmarktes ausgewirkt. 
Der dreijährige Vergleich zeigt, dass sich der Arbeitsmarkt in allen Wirtschaftsräumen im Vergleich zum Vorjahr bereits deutlich positiv entwickelt, denn die Arbeitslosenquoten sind im Jahresvergleich in allen Regionen zurückgegangen. Dasselbe gilt für die Übersicht nach kommunalen Gebietskörperschaften. Gleichzeitig zeigen die Übersichten, dass sich der gute „Lauf“ weiter fortsetzen muss, um zu alter Stärke zurück zu gelangen. Die bis dato günstigsten Ergebnisse erreichten die stärker vom verarbeitenden Gewerbe geprägten Wirtschaftsräume Memmingen, Mindelheim und Marktoberdorf. Im verarbeitenden Gewerbe hat sich die Auftragslage verbessert, das macht sich auch in den niedrigen Arbeitslosenquoten bemerkbar. Die niedrigste Quote wiesen im Juni die Regionen Mindelheim, Memmingen und Marktoberdorf mit einem Wert von jeweils 2,5 bzw. 2,6 Prozent auf. Es folgten der Landkreis Lindau sowie der Wirtschaftsraum Kempten und das südliche Oberallgäu mit aktuellen Quoten von 2,7 bzw. 2,8 Prozent. 

 


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arbeitsmarkt arbeitslosenquote allgäu


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