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Gespräch in einer Arbeitsagentur
(Bildquelle: Bundesagentur für Arbeit)
 
Allgäu
Mittwoch, 31. Mai 2017

Arbeitslosigkeit im Allgäu sinkt auf 2,6 Prozent

Niedrigste Arbeitslosenzahl seit zehn Jahren

Auch im Mai hat sich der Arbeitsmarkt im Allgäu weiter positiv entwickelt. Erneut waren weniger Menschen arbeitslos gemeldet, die Nachfrage nach Arbeitskräften blieb anhaltend hoch. Aktuell sank die Arbeitslosenquote mit 2,6 Prozent auf den niedrigsten Maiwert der letzten zehn Jahre. Insgesamt waren 9.567 Frauen und Männer bei den Vermittlern der Agentur für Arbeit und in den sieben Jobcentern arbeitslos gemeldet, gut 600 weniger als im April. Stabil zeigte sich die Nachfrage nach weiteren Arbeitskräften. Arbeitgeber boten etwas mehr als 7.200 Beschäftigungsmöglichkeiten zur Besetzung an, kaum weniger als im Monat zuvor.

„Die gute Entwicklung des Arbeitsmarktes setzte sich auch im Mai fort. Neben jahreszeitlichen Gründen hat auch der anhaltend hohe Bedarf an Arbeitskräften quer durch viele Branchen im Allgäu für weitere Beschäftigung gesorgt“, sagt Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. „Um Fachkräfte zu gewinnen, setzen Arbeitgeber weiterhin auf eine qualifizierte Ausbildung im eigenen Betrieb.“

Die derzeit günstige Entwicklung des Arbeitsmarktes verdeutlicht der mehrjährige Vergleich:

Arbeitskräfte weiter gefragt
Im Mai äußerten Arbeitgeber einen anhaltenden Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften. Betriebe meldeten dem Arbeitgeberservice 1.800 Stellen neu zur Besetzung. Insgesamt standen mehr als 7.200 Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung, ähnlich viele wie im Monat zuvor. Tätigkeiten rund um den Werkstoff Metall bildeten ein Schwergewicht. Mehr als 170 neue Stellen wurden im Fahrzeug- und Maschinenbau angeboten. In Metallbau und Metallbearbeitung galt es über 160 Jobs neu zu besetzen. Insbesondere in den Tourismusregionen entlang der Berge waren ebenfalls neue Kräfte gesucht. Das zeigen gut 110 neue Offerten für Köche, Küchenhilfen und Personal im Service. Für den Warenumschlag und –transport suchten Unternehmen annähernd 160 weitere Lagerfachkräfte und Kraftfahrer. Die Energie- und Elektrotechnik steuerte mehr als 100 neue Jobangebote bei. Gut vertreten waren Personaldienstleister. Für Tätigkeiten in unterschiedlichen Branchen waren Beschäftigungsmöglichkeiten verfügbar. Im Bereich Verkauf von Gütern aller Art galt es mehr als 80 zusätzliche Jobs zu besetzen. In diesem Segment standen auch annähernd 850 arbeitslose Kräfte für Vermittlungsbemühungen zur Verfügung.

Arbeitslose Menschen
Auf Seiten der arbeitslosen Menschen gab es auch im Mai wieder rege Aktivitäten. Gut 1.770 Kräfte nahmen eine neue Beschäftigung auf und konnten dadurch ihre Arbeitslosigkeit wieder beenden. Vor allem Männer starteten in eine Beschäftigung im Baugewerbe oder als Garten- und Landschaftsbauer. Daneben erfolgten Arbeitsaufnahmen in größerer Zahl in Industriebetrieben, im Logistiksektor sowie im Tourismusbereich. Weitere Beschäftigungen ergaben sich auch in der Lebensmittelherstellung, in der Elektrotechnik und im Reinigungsgewerbe. Eine Reihe Älterer und längere Zeit arbeitslos gemeldeter Menschen konnte ebenfalls in eine neue Beschäftigung starten. So nahm ein 60-Jähriger eine Tätigkeit als Auslieferungsfahrer auf. Ein 62-jähriger Industrieelektroniker erhielt ebenso einen neuen Arbeitsvertrag wie eine Altenpflegerin und eine Kraft, die im Alter von 59 Jahren in einem Hotel eine neue Beschäftigung aufnahm.

Nach einer vorherigen Berufstätigkeit meldeten sich im Mai 1.555 Frauen und Männer neu arbeitslos, 70 weniger als noch im April.

Regionale Entwicklungen im Jahresvergleich
Aktuell waren im Bezirk der Agentur für Arbeit knapp 1.200 Frauen und Männer weniger arbeitslos als im Mai 2016. Die Arbeitslosenquote erreichte aktuell den Wert von 2,6 Prozent und lag um 0,3 Prozentpunkte niedriger als im Mai des Vorjahres. Diese Entwicklung setzte sich in allen Regionen des Agenturbezirks fort. Die meisten Regionen des Agenturbezirks konnten bei der Arbeitslosenquote im Mai eine Zwei vor dem Komma vorweisen. Vornedran lagen die Wirtschaftsräume Mindelheim, Lindau und Memmingen mit Quoten von 2,0 bzw. 2,2 Prozent, dicht gefolgt von Marktoberdorf und Füssen. Den stärksten Rückgang im Jahresvergleich erzielte die Region Kaufbeuren mit einem Rückgang von 0,6 Prozentpunkten. Die Wirtschaftsräume Memmingen und Füssen verbesserten sich im Jahresvergleich um jeweils 0,5 Prozentpunkte.

Arbeitslosenversicherung und soziale Grundsicherung
Seit Einführung der sozialen Grundsicherung werden arbeitslose Menschen von der Agentur für Arbeit und in den Jobcentern betreut. In beiden Bereichen waren weniger Menschen ohne Beschäftigung als im Jahr zuvor. Die Arbeitsagentur betreute aktuell 5.485 Kräfte, 157 weniger als im Mai 2016. Im Bereich der sozialen Grundsicherung waren die sieben Jobcenter für 4.082 arbeitslose Frauen und Männer zuständig. Im Vergleich zum Mai des Vorjahres bedeutete das einen starken Rückgang um mehr als 1.000 Personen.

Der unterschiedlich starke Rückgang hat auch damit zu tun, dass seit diesem Jahr sogenannte Aufstocker nicht mehr von den Jobcentern, sondern von der Agentur für Arbeit betreut werden. Als Aufstocker werden Menschen geführt, die ihr Arbeitslosengeld I mit Hartz IV-Leistungen aufstocken. Darüber hinaus besuchten im Mai knapp 1.400 geflüchtete Menschen einen Sprachkurs des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Das waren 640 mehr als im Mai des vergangenen Jahres. Sie zählen nach gesetzlichen Vorgaben während der Zeit des Kursbesuchs nicht als arbeitslos.

Weiterhin gilt es zu berücksichtigen, dass ein erheblicher Teil der Bezieher von „Hartz IV“-Leistungen  nicht arbeitslos ist. Diese Menschen betreuen kleine Kinder, pflegen Angehörige oder befinden sich in einer Ausbildung.

Ausblick
Die weiter hohe Nachfrage nach Arbeitskräften lässt für die nächsten Wochen eine anhaltende Stabilität des Arbeitsmarktes im bayerischen Teil des Allgäus erwarten. Danach ist in den Sommermonaten Juli und August für wenige Wochen mit einer vorübergehenden Zunahme der Arbeitslosigkeit zu rechnen, wenn zahlreiche schulische und betriebliche Ausbildungen enden und generell einige Kräfte entlassen werden.

Die zwei Gesichter des Ausbildungsmarktes
Aus Sicht eines jungen Menschen, der eine Ausbildungsstelle sucht, war die Situation auf dem Ausbildungsmarkt im Mai recht günstig. Anders der betriebliche Blick: Vor allem für kleine Betriebe war die Suche nach geeigneten Azubis schwieriger, denn deutlich mehr Ausbildungsplätze als Bewerber waren bei der Arbeitsagentur  gemeldet.

Seit dem Start des Beratungsjahres stellten Unternehmen mehr als 5.600 Lehrstellen zur Verfügung, ebenso viele wie im vergangenen Jahr. Bereits seit mehreren Jahren lag das Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen im Mai über der Marke von 5.000 Ausbildungsplätzen. Gleichzeitig nahm in den letzten fünf Jahren das Interesse junger Menschen an einem Beratungstermin zu. Dieses Mal sprachen etwas mehr als 4.000 junge Menschen mit den Berufsberatern, weil sie sich für eine Lehrstelle interessierten. Wie in den Vorjahren herrschte damit rein rechnerisch ein starkes Übergewicht an gemeldeten Ausbildungsplätzen. Bis zum Mai waren noch 2.444 Ausbildungsplätze nicht vergeben, etwas mehr als 1.700 junge Menschen hatten sich bisher noch nicht für einen Ausbildungsplatz entschieden.

Insbesondere in der Hotellerie und Gastronomie gab es weiter zahlreiche offene Ausbildungsplätze. Dasselbe gilt für einige Ausbildungen in Handel und Handwerk. Gerade im südlichen Oberallgäu als ausgeprägter Tourismusregion waren im Mai  Ausbildungsstellen als Hotelfachfrau oder Restaurantfachmann zu haben. Dasselbe gilt für eine Ausbildung zum Koch. Das Handwerk bot Ausbildungsplätze als Anlagenmechaniker Heizung/Sanitär/Klimatechnik, als Elektroniker oder als Maurer zur Besetzung an. Gleichzeitig suchten im Mai zahlreiche junge Menschen den für sie „richtigen“ Ausbildungsplatz. Eine rein rechnerische Gegenüberstellung wird den persönlichen Interessen und Wünschen nicht gerecht. So waren aktuell 181 Ausbildungsplätze als Kauffrau/-mann im Einzelhandel noch vakant. Ebenso suchten 112 junge Menschen eine derartige Ausbildungsstelle. Regionale Distanzen, Schulnoten, fehlende Verkehrsverbindungen und ähnliches sind mögliche  Ursachen, dass Angebot und Nachfrage nicht zueinander passen. 

Nach mehr als der Hälfte des Beratungsjahres der Berufsberatung handelt es sich lediglich um einen Zwischenstand, denn bis zum Start des neuen Ausbildungsjahres im September ist mit weiteren Veränderungen auf dem Ausbildungsmarkt zu rechnen.


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arbeitsmarkt bodensee wirtschaft jobs



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