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Beratung in einer Arbeitsagentur (Symbolfoto)
(Bildquelle: Bundesagentur für Arbeit)
 
Allgäu
Freitag, 4. Januar 2019

Arbeitslosenquote nimmt im Allgäu auf 2,4 Prozent zu

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf Allzeithoch

Zum Jahreswechsel nahm die Arbeitslosigkeit im Allgäu lediglich leicht zu. Witterungsbedingte Einflüsse waren kaum spürbar, Betriebe suchten weiterhin zahlreiche zusätzliche Mitarbeiter und aktuelle Daten zeigten einen erneuten Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.

„Die milde Witterung hat auch dem Arbeitsmarkt gutgetan, denn zahlreiche Arbeiten im Freien konnten fortgeführt werden. Witterungsbedingte Entlassungen in Außenberufen blieben auch im Dezember weitgehend aus“, sagt Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen zur aktuellen Entwicklung. „Besonders freut mich die weitere Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung bei uns im Allgäu.“

Im Dezember erreichte die Arbeitslosenquote den Wert von 2,4 Prozent. Sie lag damit um 0,1 Prozentpunkte über der Novembermarke. Der Vergleich mit dem Vorjahreswert verdeutlicht die insgesamt günstige Entwicklung, denn seinerzeit war ein Ergebnis von 2,6 Prozent zu verzeichnen. Aktuell waren 9.050 Frauen und Männer bei den Vermittlern der Arbeitsagentur und in den sieben Jobcentern gemeldet, knapp 180 mehr als im Monat zuvor.

Der Vergleich der letzten Jahre zeigt am Beispiel der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen die anhaltend gute Entwicklung des Arbeitsmarktes. Während des gesamten Jahres 2018 waren weniger Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen als in den Jahren zuvor.

Arbeitslose Menschen
Der Arbeitsmarkt war auch im Dezember von zahlreichen Bewegungen geprägt. Unter den 9.050 arbeitslos gemeldeten Frauen und Männern befanden sich mehr als 1.700 Menschen, die nach einer Erwerbstätigkeit neu bei den Vermittlern vorsprachen. Das waren 380 weniger als im November. Unter ihnen befanden sich erste Kräfte aus dem Garten- und Landschaftsbau sowie dem Baugewerbe. Daneben gab es Arbeitslosmeldungen von Mitarbeitern aus Verkauf, Büro und Sekretariat sowie dem Bereich Lager/Logistik. Gleichzeitig konnten 1.150 Kräfte ihre Arbeitslosigkeit wieder beenden und eine neue Arbeit beginnen.

Im Jahresvergleich zeigt sich, dass aktuell in nahezu allen Personengruppen weniger Menschen arbeitslos gemeldet waren als im Dezember des vergangenen Jahres. Gut 540 Menschen waren zuletzt weniger arbeitslos als im Jahr zuvor. Merklich fiel der Rückgang bei Frauen mit einem Minus von knapp 370 Personen aus. Der Start in die Weihnachtssaison entlang der Berge wirkte hier belebend. Erfreulich auch der Abbau bei jüngeren Menschen unter 25 Jahre. Im Vergleich zum Dezember 2017 waren knapp 100 Menschen aus dieser Altersgruppe weniger arbeitslos gemeldet. In der Gruppe der Älteren (50 Jahre und älter) ergab sich im Jahresvergleich ebenfalls eine Verbesserung. So waren in diesem Dezember annähernd 140 Frauen und Männer weniger arbeitslos als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Gut entwickelte sich die Lage auch für Menschen, die bereits ein Jahr und länger arbeitslos gemeldet waren. Aktuell waren aus dieser Gruppe 250 Menschen   weniger arbeitslos als ein Jahr zuvor.

Geringeres Stellenangebot
Vor dem Jahresausklang beruhigt sich die Nachfrage nach Arbeitskräften, Betriebe verschieben die Einstellung weiterer Mitarbeiter auf die Zeit nach dem Jahreswechsel. Im Dezember gaben Arbeitgeber gut 1.400 Beschäftigungsmöglichkeiten neu zur Besetzung herein, knapp 150 weniger als im November. Für die Betreuung der Urlaubsgäste in der Weihnachtszeit und in den Folgewochen stellten Betriebe in Hotellerie und Gastronomie mehr als 160 neue Stellen zur Verfügung. In der gewerblich-technischen Produktion galt es in der Metallbearbeitung und im Maschinenbau sowie in der Elektrotechnik 220 weitere Jobs zu besetzen. Ebenfalls gefragt blieben qualifizierten Kräfte in den Bereichen Erziehung und Altenpflege. Arbeitgeber gaben für beide Bereiche mehr als 40 weitere Arbeitsplätze zur Besetzung herein. Insgesamt standen für Vermittlungsbemühungen 6.450 Beschäftigungsangebote zur Verfügung.

Regionale Entwicklungen im Jahresvergleich
Im bayerischen Teil des Allgäus erreichte die Arbeitslosenquote mit 2,4 Prozent den niedrigsten Dezemberwert der letzten 20 Jahre. Diese günstige Entwicklung setzte sich auch in nahezu allen kommunalen Gebietskörperschaften fort. Mit Ausnahme des Landkreises Unterallgäu erreichte die Arbeitslosenquote überall einen niedrigeren Wert als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Das Unterallgäu erzielte im Agenturbezirk erneut das günstigste Ergebnis mit einer Dezemberquote von 1,7 Prozent. Im Dezember 2017 waren dort 50 Personen weniger arbeitslos gemeldet, was seinerzeit zu einer Quote von 1,6 Prozent geführt hatte. Die Mehrzahl der Landkreise verzeichnete zuletzt bei der Arbeitslosenquote eine Zwei vor dem Komma. Ebenfalls ein im Jahresvergleich verbessertes Ergebnis wiesen die drei Städte Memmingen, Kempten und Kaufbeuren auf.

Allzeithoch bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung
Aktuelle Daten zeigen in der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ein erfreuliches Ergebnis. Ende Juni 2018 übten knapp 272.000 Menschen eine derartige Beschäftigung aus – der bisherige Höchststand, der im Allgäu erreicht wurde. Im Vergleich zum Juni des Vorjahres bedeutete das einen Anstieg um mehr als 8.000 Beschäftigungsverhältnisse (+3,0 Prozent). Den stärksten Zuwachs erzielte das verarbeitende Gewerbe mit einem Plus von annähernd 3.700 Beschäftigungen. Der Handel folgte mit einem Zuwachs von 1.640 Arbeitsverhältnissen, gefolgt von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen sowie Verkehr und Logistik.

Unterschiede in Arbeitslosenversicherung und sozialer Grundsicherung
Arbeitslose Menschen werden seit Einführung der sozialen Grundsicherung von der Arbeitsagentur und in den Jobcentern betreut. Beide Bereiche entwickelten sich im

Dezember unterschiedlich. Bei den Vermittlern der Agentur für Arbeit waren mehr Menschen arbeitslos gemeldet als noch im November, während die Jobcenter etwas weniger arbeitslose Menschen zu betreuen hatten. Die Vermittler der Agentur für Arbeit kümmerten sich im Dezember um gut 5.600 arbeitslose Kräfte, 213 mehr als im Monat zuvor. Im Bereich der sozialen Grundsicherung waren die sieben Jobcenter für 3.446 arbeitslose Frauen und Männer zuständig. Im Vergleich zum November bedeutete das einen leichten Rückgang um 35 Personen. Ein erfreuliches Bild zeigt sich beim Vergleich mit den Dezemberdaten des Jahres 2017, denn aktuell waren in beiden Bereichen jeweils 270 arbeitslose Menschen weniger gemeldet.

In der sozialen Grundsicherung werden neben arbeitslosen Menschen weitere Personengruppen von den Mitarbeitern der Jobcenter betreut. Zahlreiche Menschen gelten nicht als arbeitslos im Sinne des Gesetzgebers, weil sie kleine Kinder versorgen, Angehörige pflegen, sich in einer Qualifizierung befinden oder mindestens 15 Wochenstunden erwerbstätig sind.

Im Jahresvergleich ist die Zahl der Haushalte im Allgäu, die auf Grundsicherung angewiesen sind - sog. „Bedarfsgemeinschaften“ - um gut zehn Prozent auf etwa 8.200 zurückgegangen. Die Zahl der erwerbsfähigen Empfänger von Grundsicherung ist um 1.200 auf gut 10.300 Menschen gesunken.

Ausblick
Die Entwicklung des Arbeitsmarktes hängt in den ersten Wochen des neuen Jahres   stark von Witterungseinflüssen ab. In den vergangenen Jahren waren die ersten beiden Monate mit einer Zunahme arbeitsloser Menschen verbunden. Vor allem Eis und Schnee verhinderten oft eine uneingeschränkte Fortsetzung von Arbeiten im Freien. Als Folge meldeten sich Mitarbeiter aus dem Baugewerbe und
Garten-/Landschaftsbau vorübergehend für wenige Wochen arbeitslos. Aufgrund der ausgezeichneten Auftragslage im Baugewerbe wird diese Arbeitslosigkeit meist bereits nach kurzer Zeit wieder enden.


Tags:
arbeitsmarkt bayern bodensee wirtschaft



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