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Arbeitsagentur Beratung (Symbolfoto)
(Bildquelle: Bundesagentur für Arbeit)
 
Allgäu
Donnerstag, 28. Juli 2016

Arbeitslosenquote im Allgäu steigt leicht

Mehr junge Menschen arbeitslos

Weitgehende Stabilität bestimmte auch im Juli die Ergebnisse auf dem Arbeitsmarkt im Allgäu. Die Arbeitslosenquote lag mit 2,9 Prozent lediglich geringfügig über dem Ergebnis des Vormonats. Der Vergleich mit dem Juli 2015 bestätigt die robuste Entwicklung, denn in beiden Juli-Monaten wurde dasselbe Ergebnis erreicht. Insgesamt waren etwas mehr Menschen ohne Beschäftigung als noch im Juni, der Zuwachs rührte aber in weiten Teilen von jüngeren Kräften, die nach Abschluss ihrer Ausbildung zumeist für kurze Zeit arbeitslos sind.

Aktuell waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen 10.456 Frauen und Männer bei den Vermittlern der Arbeitsagentur und in den sieben Jobcentern arbeitslos gemeldet, 131 mehr als im Monat zuvor. In der Altersgruppe der Jüngeren unter 25 Jahre nahm die Arbeitslosigkeit innerhalb des letzten Monats um 256 Menschen zu. Anhaltend hoch blieb die Nachfrage nach weiteren Mitarbeitern. Mehr als 1.700 Stellenangebote meldeten Arbeitgeber neu zur Besetzung, insgesamt standen gut 6.200 Beschäftigungsangebote zur Verfügung.
„Der Arbeitsmarkt zeigte sich auch im Juli robust. Wie in den vergangenen Jahren meldeten sich auch dieses Mal junge Menschen vorübergehend arbeitslos, die nach Abschluss ihrer Ausbildung vom bisherigen Arbeitgeber nicht übernommen wurden. Aufgrund ihrer aktuellen Qualifikation können die jungen Fachkräfte oft bereits nach kurzer Zeit wieder eine neue Beschäftigung beginnen“, sagt Peter Litzka, Leiter der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. „Das bestätigt auch der Blick auf die geforderten fachlichen Qualifikationen bei vielen Stellenangeboten.“

Betriebe suchen weiter neue Mitarbeiter
Im Juli gaben Arbeitgeber erneut zahlreiche Stellen zur Besetzung herein. Unter den mehr als 1.700 neuen Beschäftigungsmöglichkeiten waren Tätigkeiten rund um den Werkstoff Metall stark vertreten. Tätigkeiten für Fachkräfte in der Metallbearbeitung, im Fahrzeugbau in der Schweißtechnik wurden angeboten. Daneben gab es eine ganze Reihe von Offerten im Bereich Kunststoffverarbeitung und in der 
Elektrotechnik. Unter den arbeitslos gemeldeten Menschen sind derzeit relativ wenige entsprechend qualifizierte Kräfte zu finden. Anders sieht es bei Tätigkeiten im Verkauf oder in Büro und Verwaltung aus. Hier übersteigt  die Zahl der arbeitslosen Menschen deutlich eine entsprechende Nachfrage auf Seiten der Betriebe. Der dargestellte rechnerische Vergleich verdeutlicht die Relation in verschiedenen Sparten. Während für eine Arbeit in der Produktion je Stelle weniger als ein Arbeitsloser zur Verfügung steht (0,8), sind es in Buchhaltung und Verwaltung mehr als vier arbeitslose Menschen, die auf eine Stelle treffen.

Schwierig bleibt für Betriebe auch die Gewinnung von geeignetem Fachpersonal in der Informatik sowie im Bereich Gesundheit und Soziales mit einer Relation von 0,8 bzw. 1,1 arbeitslosen Menschen je angebotener Stelle.
Die weit überwiegende Zahl der gemeldeten Arbeitsplätze richtet sich an qualifizierte Fachkräfte, Tätigkeiten im Helferbereich sind in der Minderheit. Im Juli richteten sich lediglich knapp 17 Prozent aller Stellenangebote an Helfer, der Löwenanteil mit 83 Prozent wurde für Fachkräfte oder höher qualifizierte Mitarbeiter angeboten. 
 
In Zahlen: von den mehr als 6.200 gemeldeten Stellen gab es in 1.050 Fällen Beschäftigungsmöglichkeiten für Tätigkeiten auf Helferniveau. Gleichzeitig suchten Arbeitgeber mehr als 5.100 Fachleute für unterschiedlichste Branchen.
Arbeitslose Menschen verfügen längst nicht in allen Fällen über die von Arbeitgebern gewünschte berufliche Qualifikation. 36 Prozent bzw. mehr als 3.700 arbeitslose Menschen verfügten im Juli über keine abgeschlossene Berufsausbildung. Ihre Chancen auf eine neue Beschäftigung sind geringer, denn das Angebot an entsprechenden Arbeitsplätzen liegt weit darunter.
 
Um diese Menschen für den Arbeitsmarkt wieder fit zu machen, führt die Arbeitsagentur regelmäßig Qualifizierungen durch. So laufen derzeit Umschulungen in Gesundheits- und Pflegeberufen ebenso wie für Tätigkeiten im Logistiksektor. Nicht zuletzt aufgrund der guten Jobperspektiven erfolgt eine ganze Reihe von Qualifizierungen in Berufen, die in Produktionsbetrieben gefragt sind. Verschiedene Bildungsträger im Allgäu qualifizieren Menschen mit Hilfe der Agentur für Arbeit zum Maschinen- und Anlagenführer, Industriemechaniker oder Zerspanungsmechaniker.

Arbeitslose Menschen

Im Juli meldeten sich 1.327 Menschen neu bei den Vermittlern arbeitslos, die zuletzt eine Erwerbstätigkeit ausgeübt hatten. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren waren aktuell im Vergleich zum Juni 256 Kräfte mehr beschäftigungslos. Unter ihnen befand sich eine Reihe junger Menschen, die nach Abschluss ihrer Ausbildung vorübergehend arbeitslos wurden. Viele können meist innerhalb kurzer Zeit eine neue Beschäftigung aufnehmen, denn ihre aktuellen beruflichen Kenntnisse sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Der Arbeitsmarkt blieb auch im Juli weiter stark in Bewegung. Das zeigen auch Arbeitsaufnahmen von 1.156 Frauen und Männern, die sich aus diesem Grund bei den Vermittlern verabschiedeten. Neue Arbeitsverträge gab es in der Hotellerie/Gastronomie, im Baugewerbe, beim Umschlag von Waren und Gütern sowie im Gesundheitssektor.

Die bereits länger andauernde Stabilität des Arbeitsmarktes im Allgäu zeigt der Vergleich der Arbeitslosenquoten:

Regionale Entwicklungen im Jahresvergleich

Das im Jahresvergleich stabile Ergebnis auf dem Arbeitsmarkt im gesamten Allgäu setzte sich auch in verschiedenen Wirtschaftsräumen fort. In den Regionen Kempten, Lindau und Kaufbeuren verbesserte sich der Arbeitsmarkt im Jahresvergleich. Dasselbe gilt für den Wirtschaftsraum Mindelheim, der ein um 0,2 Prozentpunkte günstigeres Ergebnis vorweisen kann. Die Arbeitslosenquote von 2,1 Prozent bedeutet auch im bundesweiten Vergleich ein ausgezeichnetes Ergebnis. Etwas mehr Menschen als vor Jahresfrist waren in Memmingen, Füssen und Marktoberdorf arbeitslos. Ausgeglichen im Vergleich zeigte sich das Ergebnis im südlichen Oberallgäu. Dort lag die Quote – wie im Juli 2015 – bei 2,9 Prozent. Nahezu alle Wirtschaftsräume des Allgäus weisen aktuell bei der Arbeitslosenquote eine Zwei vor dem Komma auf.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung und in der sozialen Grundsicherung

Seit Einführung der sozialen Grundsicherung werden arbeitslose Menschen von der 
Agentur für Arbeit und in den Jobcentern betreut. Beide Zweige entwickelten sich im Juli unterschiedlich. Auf Seiten der Agentur für Arbeit waren im Vergleich zum Vormonat 228 Frauen und Männer mehr arbeitslos gemeldet. Das hatte – wie erwähnt – vor allem mit der vorübergehenden Arbeitslosigkeit jüngerer Menschen nach Abschluss der Ausbildung zu tun. Insgesamt betreute die Agentur für Arbeit aktuell 5.554 arbeitslose Menschen. In den sieben Jobcentern des Agenturbezirks waren 4.900 Personen arbeitslos gemeldet, knapp 100 weniger als im Monat zuvor. 
Ein erheblicher Teil der Bezieher von „Hartz IV“-Leistungen ist im Übrigen nicht arbeitslos. Diese Menschen betreuen kleine Kinder, pflegen Angehörige, befinden sich in einer Ausbildung oder sind mindestens 15 Wochenstunden erwerbstätig.

Lehrling gesucht

Der Ausbildungsmarkt befindet sich bereits auf der „Zielgerade“, denn bis zum traditionellen Ausbildungsbeginn Anfang September sind es nur noch wenige Wochen. Für junge Menschen, die noch eine Ausbildungsstelle suchen, sieht es gut aus, denn es gibt noch zahlreiche offene Ausbildungsplätze. Für manche Arbeitgeber gestaltet sich der anhaltende Überhang an unbesetzten Ausbildungsplätzen  schwierig. Seit Beginn des Beratungsjahres stellten Betriebe gut 5.900 Lehrstellen zur Verfügung, die höchste Zahl der letzten Jahre. Bei den Berufsberatern meldeten sich demgegenüber 4.349 junge Menschen als Bewerber um eine Ausbildungsstelle, ähnlich viele wie bis zum Juli des vergangenen Jahres. Auch wenn sich bis zum Start des neuen Ausbildungsjahres noch das Ein oder Andere verändern kann, wird bereits jetzt deutlich, dass nicht jeder gemeldete Ausbildungsplatz am 1. September besetzt sein wird. Derzeit sind noch 1.871 Ausbildungsplätze nicht vergeben. Gleichzeitig hatten im Juli 1.023 junge Menschen bisher keinen Ausbildungsplatz, der ihren Vorstellungen entsprach oder es lag noch keine entsprechende Mitteilung bei den Berufsberatern vor.


Tags:
arbeit juli allgäu wirtschaft



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