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Arbeitsagentur
(Bildquelle: Bundesagentur für Arbeit)
 
Allgäu
Mittwoch, 30. September 2015

Arbeitslosenquote im Allgäu bei drei Prozent

Arbeitslosenzahl sinkt in der Region noch weiter

Gute Nachrichten vom Allgäuer Arbeitsmarkt im September. Zum Start in den Herbst waren weniger Menschen arbeitslos bei einer gleichzeitig anhaltend starken Nachfrage nach Arbeitskräften. Erfreulich auch die Daten zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. In einem März – das sind die aktuellsten Daten für das Allgäu - waren seit 2006 noch nie so viele Menschen beschäftigt wie in diesem Jahr.

Insgesamt waren knapp 10.700 Frauen und Männer bei den Vermittlern der Agentur für Arbeit und in den sieben Jobcentern arbeitslos gemeldet, nämlich im Vergleich zum Vormonat 274 Kräfte weniger. Die Arbeitslosenquote erreichte erneut den Wert von drei Prozent – wie schon im August. Der Blick auf die Daten des Vorjahres unterstreicht die derzeit günstige Lage, denn im September 2014 waren noch 625 Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote beim höheren Wert von 3,2 Prozent. Der hohe Bedarf an Arbeitskräften hielt weiter an. Betriebe stellten 5.563 Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung, ähnlich viele wie im Monat zuvor.

„Auch im September war der Arbeitsmarkt im Allgäu wieder von starken Bewegungen geprägt. Vor allem für jüngere Menschen endete die Zeit der Arbeitslosigkeit. Auch sind deutliche Hinweise zu einer weiter wachsenden Beschäftigung erkennbar, denn zuletzt standen mehr Menschen in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung als zum selben Zeitpunkt in den Vorjahren,“ so das erfreuliche Fazit von Horst Holas, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen.

Arbeitslosigkeit geht zurück
Markant war der Rückgang auf Seiten der Jüngeren unter 25 Jahre. Über 150 Kräfte aus dieser Altersgruppe konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. Die Gründe für die Abmeldungen waren vielfältig. Der Start in eine betriebliche oder schulische Ausbildung war ebenso vertreten wie eine neue berufliche Tätigkeit oder auch ein Studium. Die Dynamik des Arbeitsmarktes zeigte sich auch an den Bewegungen auf Seiten der arbeitslosen Menschen insgesamt. Im September meldeten sich gut 3.500 Frauen und Männer neu bei den Vermittlern, 284 weniger als im Monat zuvor. Gleichzeitig endete für 3.768 Menschen die Zeit der Arbeitslosigkeit, 555 mehr als noch im August. Dass es mit einer neuen Beschäftigung schnell gehen kann, zeigen Beispiele einer Einzelhandelskauffrau, einer Servicefachkraft und eines Notariatsmitarbeiters. Alle hatten innerhalb weniger Tage einen neuen Arbeitsvertrag in der Tasche. In diesen Fällen hatte sich eine frühzeitige Meldung beim Arbeitsvermittler gelohnt, denn es erfolgte ein nahtloser Übergang von einer Beschäftigung in eine neue Tätigkeit. Arbeitslosigkeit trat nicht ein.

Betriebe suchen Mitarbeiter
Zum Ende der Haupturlaubszeit äußerten Arbeitgeber einen anhaltend starken Bedarf an weiteren Arbeitskräften. Mehr als 1.500 Beschäftigungsmöglichkeiten gaben Betriebe neu zur Besetzung herein, kaum weniger als in den beiden Monaten zuvor. Die gesamte Kräftenachfrage erreichte mit 5.563 Stellenangeboten erneut ein hohes Niveau. In der Hotellerie und Gastronomie waren im Allgäu Köche und Servicepersonal gefragt, knapp 150 zusätzliche Arbeitsplätze kamen neu zur Besetzung herein. Der  Produktionssektor suchte besonders für Tätigkeiten im Metall- und Maschinenbau zusätzliche Mitarbeiter. Daneben blieben Fachleute für Tätigkeiten in der Energie- und Elektrotechnik gefragt, hier galt es knapp 80 neue Jobs zu besetzen. Der Logistiksektor suchte eine ganze Reihe von Mitarbeitern als Fachlagerist oder Berufskraftfahrer. Branchenübergreifend boten Zeitarbeitsunternehmen zahlreiche Stellen zur Besetzung an. Daneben gab es neue Jobs in der Lebensmittelherstellung sowie im Verkauf.

Unter den gut 5.560 Beschäftigungsmöglichkeiten war der weit überwiegende Teil  für eine Vollzeittätigkeit vorgesehen. 820 Angebote richteten sich an Menschen, die eine Beschäftigung in Teilzeit suchten. Die Zahl der Menschen, die sich für diese Art der Beschäftigung interessieren, übersteigt das vorhandene Stellenangebot bei Weitem. Hier bieten sich für Betriebe gute Möglichkeiten zur Gewinnung von Fachkräften bei entsprechender zeitlicher Flexibilität.

Die Personengruppen
Wie in den Vorjahren ergab sich auch dieses Mal im September besonders bei den Jüngeren unter 25 Jahren ein deutlicher Rückgang bei den arbeitslos gemeldeten Menschen. Aktuell waren 156 Kräfte im Alter bis zu 25 Jahren weniger arbeitslos gemeldet als noch im August. Ihre Gesamtzahl lag bei 1.638 Personen. Eine Arbeitsaufnahme bei einem neuen Arbeitgeber, der Besuch einer weiterführenden Schule oder eine betriebliche Zweitausbildung  waren Gründe für einen Rückgang in dieser Altersgruppe.

Mehr als 22 Prozent aller arbeitslosen Menschen (in Zahlen: knapp 2.400) haben bereits seit mehr als einem Jahr keine Beschäftigung. In diesem Bereich hat sich im Vergleich zum August so gut wie keine Veränderung ergeben. Lediglich vier Personen waren weniger gemeldet als im Monat zuvor. Der Vergleich mit dem Vorjahr offenbart sogar einen leichten Zuwachs um knapp ein Prozent.

Ein besseres Ergebnis bietet der Blick auf arbeitslose Menschen ab 50 Jahren. Aktuell waren 100 Menschen weniger arbeitslos als im August. Wenn man die Daten aus dem September des vergangenen Jahres hernimmt, zeigt sich sogar ein Rückgang um 183 Kräfte.

Insgesamt gehörte mehr als jeder dritte arbeitslose Mensch weiterhin zur Gruppe der Älteren.

Regionale Entwicklungen im Jahresvergleich
Der Blick auf die kommunalen Strukturen zeigt im Jahresvergleich für die meisten Regionen im Allgäu einen aktuell günstigeren Arbeitsmarkt. Von Lindau über das Oberallgäu bis zur Stadt Kaufbeuren waren dieses Mal weniger Menschen ohne Beschäftigung als im September des vergangenen Jahres. Entsprechend verbessert zeigten sich auch die Arbeitslosenquoten. Einzige Ausnahme bildete die Stadt Memmingen. Hier erhöhte sich die Arbeitslosenquote leicht um 0,2 Prozentpunkte auf vier Prozent. Wie bereits seit längerer Zeit erreichte der Landkreis Unterallgäu mit einer Arbeitslosenquote von genau zwei Prozent auch im September wieder den niedrigsten Wert im Bezirk der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. Ein Ergebnis, das auch im deutschlandweiten Vergleich einen Spitzenplatz bedeutete.


Der Radio-Programmbeitrag zum Nachhören:



Tags:
arbeitsmarkt allgäu bodensee wirtschaft



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