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(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Allgäu
Freitag, 17. April 2015

Abschaffung der Milchquote zeigt erste Folgen

Die Milchquotenregelung ist erst seit zwei Wochen Geschichte und schon gibt es erste Statements zur aktuellen Marktsituation der Milchviehhalter ohne Quote. „Im Moment sind das zwangsläufig noch Aussagen ohne inhaltliches Gewicht“, erklärt BDM-Vorsitzender Romuald Schaber. „Die Auswirkungen des Quotenendes zeigen sich nicht derart kurzfristig, sondern werden vor allem mittel- bis längerfristig bemerkbar sein – insbesondere für die Milchviehhalter, die im bestehenden Marktgefüge in der Regel mit einem Monat Verzug den Milchpreis für die im Vormonat abgelieferte Milch mitgeteilt bekommen.“ Eines steht laut Schaber fest: Das momentane Milchpreisniveau von etwas unter 30 Cent/kg Milch ermöglicht keine zukunftsfähige Wirtschaftlichkeit der Milchviehbetriebe und muss daher sofort angehoben werden.

Vor dem Hintergrund der aktuell laufenden Listungsgespräche der Molkereien mit dem Lebensmitteleinzelhandel unterstützt der BDM die positive Beurteilung der Marktlage durch die Molkereiwirtschaft, um die Verhandlungsposition der Molkereien im Sinne besserer Milcherzeugerpreise zu stärken. „Auch der Handel beobachtet den Markt intensiv und würde das Signal einer starken Milchmengenausweitung für Preissenkungen nutzen“, erklärt Schaber dazu. „Dem Handel sei daher mitgeteilt: Eine Milchschwemme wird es so unmittelbar nicht geben.“

Dass der Milchmarkt nicht ab Tag 1 nach dem Quotenende ins Bodenlose stürzt, dürfe aber nicht zur Annahme verleiten, dass nicht trotzdem dringender Handlungsbedarf besteht, so Schaber. Es gebe einige Punkte, die mit großem Nachdruck weiterverfolgt werden müssten.

So fordert der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter BDM noch einmal nachdrücklich, dass umgehend ein effizientes Sicherheitsnetz für den EU-Milchmarkt installiert werden muss. Dazu bedarf es einer Art Werkzeugkasten, der sowohl aus den bisherigen Instrumenten besteht, aber erweitert wird um ein Frühwarnsystem für den globalen Milchmarkt sowie der Möglichkeit, in Marktkrisenzeiten die EU-Milchanlieferung zumindest zeitlich befristet zu deckeln. Daneben muss gleichzeitig dringend die Marktstellung der Milchviehhalter verbessert werden. In seiner Sektoruntersuchung Milch stellte das Bundeskartellamt ein starkes Marktmachtgefälle zu Ungunsten der Milchviehhalter fest, das dazu führt, dass das grundsätzliche Marktrisiko noch immer fast alleine von den Milchviehhaltern getragen wird. Die Forderung der Milchviehhalter lautet daher, verbindliche Verträge zwischen Molkereiwirtschaft und Milchviehhaltung vorzugeben, in denen der konkrete Preis, die Menge, Laufzeit und die Qualität der zu liefernden Milch vereinbart werden müssen, ehe diese den Betrieb verlässt. Das hat gerade auch für genossenschaftlich organisierte Milchverarbeitungsunternehmen zu gelten.

Eine weitere langjährige Forderung des BDM, die mit dem Quotenende neue Aktualität erfährt, ist die umgehende Anpassung des Umrechnungsfaktors (von Litern in kg) von 1,02 auf 1,03 und damit auf ein weitgehend einheitliches europäisches Niveau. „Diese Anpassung ist wissenschaftlich begründet und sachlich gerechtfertigt“, erklärt Schaber. „Sie ist längst überfällig und wurde Ende 2008 nur mit dem Hinweis auf mögliche Nachteile für die Milchviehhalter abgelehnt, da mit Umstellung des Umrechnungsfaktors die Quotenausnutzung rein rechnerisch schneller erreicht wäre. Mit dem Wegfall der Quote fällt diese Begründung aber nun endgültig weg. Tatsächlich müssen die deutschen Milchviehhalter beim bestehenden Umrechnungsfaktor für das gleiche Milchgeld 1% mehr Milch liefern als ihre europäischen Kollegen.“

Nach Ansicht des BDM kann diese Anpassung aber nur ein erster Schritt sein, da die Umrechnung mittels eines Umrechnungsfaktors immer eine grobe Näherung bleibt. Längerfristig ist eine Rückkehr zur Wiegung der jeweiligen Milchlieferung anzustreben, was aufgrund des technischen Fortschritts unproblematisch auch sofort möglich wäre.


Tags:
milchquote preis bdm abschaffung


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