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Ein Weg durch ein Moor
(Bildquelle: Pixabay)
 
Allgäu
Freitag, 21. Januar 2022

„MoorLandwirtschaft für Klimaschutz Allgäu“ startet

Um den Ausstoß von Klimagasen aus den landwirtschaftlich genutzten, trockengelegten Moorflächen zu reduzieren, soll auf eine nasse Bewirtschaftung umgestellt werden. Das Verbundvorhaben „MoorLandwirtschaft für Klimaschutz Allgäu“ (MoLaKlim) will diesen Prozess aktiv begleiten. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) möchte dabei im Rahmen eines Teilprojekts die Themenbereiche Techniken und Verfahren zur nassen Moorbewirtschaftung wissenschaftlich beleuchten.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) bewilligte zum Jahresbeginn die Förderung des Vorhabens im Rahmen der Pilotvorhaben zum Moorbodenschutz mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Die Koordination übernimmt der Landkreis Ostallgäu, der gleichzeitig Planer und Hauptansprechpartner für die landwirtschaftlichen Betriebe vor Ort ist. Die wissenschaftliche Begleitung wird im Bereich der Treibhausgasmessungen und Bilanzierung von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) durchgeführt. Das Institut für Landtechnik und Tierhaltung (ILT) der LfL setzt sich wissenschaftlich mit den Themenbereichen Techniken und Verfahren zur nassen Moorbewirtschaftung als Teilprojekt auseinander. Ein wesentlicher Teil ist dabei die Erfassung und Bewertung der arbeitswirtschaftlichen, betriebswirtschaftlichen und sozioökonomischen Folgen für die einzelnen Landwirte während und nach der Umstellung.

Ziel des Verbundvorhabens ist es, für die Landwirte ökonomisch tragbare Konzepte für die Umstellung auf eine nasse Moorbewirtschaftung sowie deren langfristige Weiterführung zu erarbeiten. Zugleich soll eine möglichst hohe Reduzierung der Treibhausgasemissionen aus den Moorflächen erreicht werden. Dabei werden neben der nassen Grünlandbewirtschaftung auch sogenannte Paludikulturen und neue Ideen für die Verwertung des Erntematerials von den Flächen ins Auge gefasst. Am ILT soll zudem die Optimierung vorhandener sowie die Entwicklung neuer Techniken und Verfahren zusammen mit den Landwirten vor Ort erfolgen.

Eine große Herausforderung wird das Wiedervernässen der Flächen. Die potenziellen Gebiete im Landkreis Ostallgäu umfassen rund 2.500 ha Moor- und Anmoorböden die von rund 1.600 Eigentümern bewirtschaftet werden. Erste Betriebe haben sich schon bereit erklärt auf ihren Flächen Versuche durchzuführen und werden dabei von der LfL intensiv begleitet.

Das Verbundvorhaben wird als einziges der vier Pilotvorhaben zum Moorbodenschutz des BMUV in Süddeutschland durchgeführt. Die weiteren Vorhaben befinden sich in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Brandenburg. Im Gegensatz zum Süden mit kleinteiligen Eigentums- und Landschaftsstrukturen sind dort die Moorgebiete großflächiger und stehen in einigen Fällen bereits unter Naturschutz.


Tags:
moor forschung klimaschutz


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