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Rotes Kreuz von Betrugsskandal schwer erschüttert
02.09.2011 - 13:07
Der Oberallgäuer Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes wird von einem Betrugsskandal schwer erschüttert.
Ein langjähriger leitender Mitarbeiter soll über Jahre hinweg eine sechsstellige Summe veruntreut haben. Erst vor kurzem war der Mann in den Ruhestand mit einer großen Feier verabschiedet worden. Danach kamen die Unstimmigkeiten ans Tageslicht.

Heide Lück, die BRK Oberallgäu- Vorsitzende im AllgäuHIT- Interview: "Das hat mich persönlich und alle anderen aus dem Vorstand massiv getroffen. Wir fühlen uns sehr enttäuscht und hintergangen, von jemandem dem wir doch ziemlich vertraut haben."

"Er war 365 Tage im Jahr engagiert ohne auf die Uhr zu achten, ohne Arbeitszeiten einzuhalten, ohne Urlaub zu nehmen, ohne krank zu sein - wir haben ihn gerade deswegen auch sehr geschätzt. Für uns und gerade die anderen Mitarbeiter ist, was jetzt ans Tageslicht kam, ein echter Fußtritt, weil gerade in der Kleiderstube sind die Frauen ehrenamtlich so sehr bei der Sache und haben sich über jede Mehreinnahme gefreut. Jetzt aus ihrer Sicht feststellen zu müssen, dass das Geld nicht für die Sache eingesetzt wurde, für die sie bestimmt war, ist für diese Mitarbeiterinnen sehr bitter".

Immerhin handelt es sich nicht um Spendengelder, sondern ausschließlich um Tageseinnahmen aus dem vom BRK betriebenen Rot-Kreuz-Laden in Kempten. Lück: "Mit Spendengeldern hatte er nichts zu tun. Dennoch: es waren Waren die gebracht worden, um diese gegen geringe Beträge an Bedürftige abzugeben. Deswegen ist es uns auch nicht aufgefallen (Anmerkung der Redaktion: das Treiben des ehemaligen Leiters des Ladens, bzw. der Wärmestube), weil wir dachten, dass aus den kleinen Beträgen keine großen Summen über den Monat zusammenkommen".

Lück hofft, dass sich der Imageschaden für das Bayerische Rote Kreuz im Kreisverband Oberallgäu in Grenzen hält: "Wir bitten die Menschen um Verständnis. Gegen kriminelle Energie ist man nie gewappnet". Es gibt aber bereits Gegenmaßnahmen, um in Zukunft mehr Kontrolle zu haben. So müssen solche Belege künftig von zwei Mitarbeitern unterschrieben werden. "Das war aber keine Schwachstelle. Wenn jemand manipuliert, sind Sie machtlos", so Lück.

Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Kempten gegen den 65-jährigen Mann. Zu Gute kommt ihm, dass er das Geld wohl Bedürftigen weitergegeben hat und nicht selbst einsteckte. Dennoch ist der finanzielle Schaden für das Rote Kreuz immens. Ob das Geld jemals wieder aufgetrieben werden kann, ist mehr als fraglich.

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