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Eishockey: Trotz Kampf - Kaufbeuren verliert in der zweiten Bundesliga
02.10.2012 - 23:07
Freud und Leid liegen oft nah beieinander - aus regionaler Sicht heute nur einige Kilometer. Während die Towerstars zu Hause gewannen, mussten die Joker eine herbe Niederlage hinnehmen.
Das Spiel begann für den ESV Kaufbeuren vor 1.285 Zuschauern mit einem echten Schlag: gleich drei Tore konnten die Gäste aus Bietigheim innerhalb der ersten zwölf Minuten der Partie erzielen. Heatley, Fenton und Gleich waren die Torschützen. Doch der ESVK steckte nicht auf. Trainer Ken Latta nahm eine Auszeit und stellte die Ordnung bei den Jokern wieder her. Die Folge: Kaufbeuren kam noch im ersten Drittel wieder ran. Krabbat und Menge schafften in der 13. und der 19.Spielminute noch den 2:3 Anschlusstreffer.

Im zweiten Spielabschnitt gab es in der 33.Minute durch Kevin Saurette sogar den Ausgleich für die Joker, doch zwei Minuten später brachte Robin Just die Steelers wieder in Führung.

Im letzten Spielabschnitt dann wiederum der Ausgleich für den ESVK durch Dominik Krabatt (42.), doch dann kam Bietigheim mit Treffern in der 48. und 50. Minute zurück. Wenige Minuten vor dem Ende versuchte Kaufbeuren alles, um die Wende einzuleiten und nahm den Torhüter vom Eis, doch in der vorletzten Spielminute machte Robin Just mit dem 4:7 aus Kaufbeurer Sicht alles für Bietigheim klar.

Offizieller Spielbericht des ESV Kaufbeuren:
Zu viele Abwehrfehler bringen die Joker um den Lohn

Da wäre mehr drin gewesen. Nach der langen Auswärtsfahrt nach Weißwasser und einer dort äußerst dünnen Personaldecke wirkte die junge Kaufbeurer Mannschaft am heutigen Abend beim Spiel gegen die Bietigheim Steelers ein wenig müde, wie auch beide Trainer in der anschließenden Pressekonferenz anmerkten. Zwar kamen die Joker nicht nur nach einem 0:3-, sondern auch nach einem 3:4-Rückstand abermals zurück und nutzten immer wieder Abwehrfehler der Gäste aus dem Ellental eiskalt aus. Am Ende mussten sie sich gegen die routinierten Württemberger allerdings dennoch mit 4:7 geschlagen geben.

Jokerdompteur Ken Latta musste auf den noch nicht ganz spielbereiten Jakub Körner verzichten. Dafür lief überraschenderweise der stark angeschlagene Louke Oakley auf. Die favorisierten Gäste wollten sich nach der Auftaktniederlage vor zehn Tagen nicht noch einmal überrumpeln lassen und legten einen entsprechend engagierten und konzentrierten Start hin. Immer wieder musste die Joker-Abwehr Schwerstarbeit verrichten. Doch wie schon beim vergangenen Heimspiel gegen Hannover erlebten die 1.285 Zuschauer eine rabenschwarze Anfangsphase der Gastgeber. Nachdem Stefan Vajs in der vierten Minute noch gegen den plötzlich frei vor seinem Tor stehenden Fenton hervorragend parieren konnte, war er vier Minuten später gegen einen platzierten Schlenzer ins Kreuzeck durch Heatley zum 0:1 machtlos. In der Folge rollte Angriff auf Angriff auf das Jokergehäuse, und nach einem Scheibenverlust an der eigenen blauen Linie brauchte erneut PJ Fenton nach tollem Pass von Marcel Rodman nur noch den Schläger zum 0:2 hinhalten. Nach dem 0:3 nur 90 Sekunden später schien sich gar ein Debakel anzubahnen, was Ken Latta zu einer Auszeit zwang, in denen er für seine Mannschaft deutliche Worte fand. Und fast wie auf Knopfdruck verstand sein Team diesen Hinweis. Dominic Krabbat machte mit einer großen Willensleistung mit dem Anschlusstreffer nur eine Minute später Hoffnung auf eine Aufholjagd. Als in diesem fairen Spiel erstmals ein Gästeakteur für zwei Minuten auf die Strafbank wanderte, wurden die Joker für ihre geduldige Spielweise im Nachsetzen mit dem 2:3 durch Daniel Menge belohnt. Allerdings hatten die Gastgeber kurz vor der ersten Drittelpause Glück, dass der Pfosten den Gästen einem weiteren Tor im Weg stand.

Zwar entsprach dieser Zwischenstand kaum dem Spielverlauf, doch wirkten die Steelers zu Beginn des Mitteldrittels sichtlich beeindruckt. Immer wieder tauchten die geduldigen Joker gefährlich vor dem Tor der Gäste auf und hatten durch Daniel Menge, Dominic Krabbat und Kevin Saurette gute Möglichkeiten zum Ausgleich. Doch nur wenige Zeigerumdrehungen später wurde diese Courage schließlich durch den unermüdlichen Kevin Saurette belohnt, der im Nachsetzen mit dem 3:3 das Stadion zum Kochen brachte. Die Kaufbeurer waren nun wie im Rausch und wären wenig später sogar beinahe in Führung gegangen. Doch mitten hinein in diese Drangphase gingen die abgezockten Gästen durch Topscorer Robin Just in der 35. Minute erneut in Führung. Doch dies schockte die Hausherren keineswegs, auch wenn ihnen im Mitteldrittel kein weiterer Treffer mehr gelang.

Dafür durfte im letzten Drittel bereits nach 90 Sekunden über den Ausgleich erneut durch Krabbat gejubelt werden, der einen tollen Pass von Markku Tähtinen zum 4:4 im Tor der Steelers unterbrachte. Doch ähnlich wie ein Drittel zuvor waren die Joker der erstmaligen Führung nahe und kassierten unmittelbar danach das Gegentor, das sich zu diesem Zeitpunkt wahrlich nicht abzeichnete. Erneut war PJ Fenton zur Stelle, umkurvte den Kaufbeurer Kasten, vor dem viel Verkehr herschte, und brachte sein Team erneut in Front. Man weiß nicht, wie das Spiel ausgegangen wäre, hätte Markku Tähtinens Schlenzer wenig später anstatt knapp neben das Tor in selbiges gefunden. Denn als die Kaufbeurer ihre erste Strafzeit der gesamten Partie nach 50 Minuten kassierten, zeigte sich erneut die große Erfahrung der Gäste, die mit dem 4:6 eine Vorentscheidung herbeiführten und das Spiel in der Folge kontrollierten. Auch die Herausnahme von Stefan Vajs zwei Minuten vor dem Ende gab dem Spiel keine Wende mehr. Im Gegenteil, die Gäste stellten mit dem 4:7 ins leere Gehäuse den Endstand her.

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