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Erfolgreiches Wochenende für die Lindauer Schleierfahndung
19.12.2011 - 13:53
Auf ein fahndungsintensives Wochenende mit zahlreichen Aufgriffen, welche sich quer durch das gesamte Strafgesetzbuch bewegten, können die Lindauer Schleierfahnder zurückblicken. Nachfolgender Abriss gibt nur einen Auszug der getätigten Erfolge wieder:
Ein 22jähriger Slowake wurde am Samstag im ICE zwischen Augsburg und Ulm einer Kontrolle unterzogen. Hierbei fiel der Mann nicht nur auf, weil er Cannabis zum Eigenverbrauch nebst weiteren Utensilien für den Rauschgiftkonsum mitführte, nein er hatte zudem eine erlaubnispflichtige Schreckschusswaffe dabei, für dessen Führen er den sogenannten kleinen Waffenschein benötigt hätte. Jetzt erwarten ihn zwei Strafverfahren nach dem Betäubungsmittel- und dem Waffenrecht.

Bevor die Fahnder den ICE abfertigten waren ihnen am Bahnsteig bereits zwei andere Reisende aufgefallen. Zwei deutsche Staatsangehörige fielen den Fahndern auf, weil sie dem äußeren Anschein nach deutlich unter Drogeneinfluss standen. Durch die eingehende Kontrolle bestätigte sich dann auch der Anfangsverdacht. Die beiden hatten in einer Gaststätte Heroin zum Eigenkonsum erworben und führten auch noch Restmengen davon mit. Die Verbrauchsmenge an Heroin wurde zusammen mit dem Konsumentenbesteck sichergestellt. Auch hier wird ein Strafverfahren nach dem Betäubungsmittelgesetz eingeleitet.

Am Sonntag wurde in einem Schnellzug zwischen Ulm und Augsburg ein vermeintlich slowenischer Staatsangehöriger einer Personenüberprüfung unterzogen. Der Reisende konnte sich zunächst nicht korrekt ausweisen. Bei der eingehenden Überprüfung wurden dann in seinem Reisegepäck Rauschgiftutensilien und unmittelbar darauf eine Kleinmenge zum Eigenverbrauch aufgefunden. Mit diesem Rauschgiftaufgriff gaben sich die Fahnder jedoch nicht zufrieden, sondern waren über die unzureichenden Ausweisdokumente und dem Verhalten des Reisenden irritiert. Dieser händigte schließlich neben einer zunächst nur vorhandenen Sozialversicherungskarte auch noch einen ziemlich zerfledderten slowenischen Reisepass aus. Trotz seines "unappetitlichen Aussehens" wurde dieser auf Sicherheitsmerkmale überprüft und schließlich als Verfälschung entlarvt. Der Slowene war letztlich ein Kroate, welcher sich bereits seit zehn Jahren mit seiner Zweitidentität illegal im Bundesgebiet aufhält. Die weitere Überprüfung erbrachte schließlich noch einen internationalen Haftbefehl aus dem Jahre 2010. Der illegale Kroate wurde den Kollegen des Polizeipräsidiums München am dortigen Hauptbahnhof übergeben.

In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde ebenfalls in ICE zwischen Ulm und Augsburg eine Personengruppe überprüft, welche sich in einem Schlafwagenabteil niedergelassen hatte. Die Reisenden wiesen sich mit einem deutschen Reisepass und zwei schwedischen Reisepässen aus. Die eingehendere Überprüfung ergab, dass die beiden schwedischen Reisepässe verfälscht wurden. Auf konkreten Vorhalt wurde nun bekannt, dass alle drei Personen Migrationshintergrund haben und aus dem Iran stammen. Die naturalisierte deutsche Staatsangehörige hatte das iranische Ehepaar in Österreich abgeholt und war nun auf dem Weg nach Köln. Nach eigenen Angaben wollte man von dort weiterreisen, um in den Niederlanden einen Asylantrag zu stellen. Die gefälschten Reisepässe, habe man von einen Afghanen in der Türkei erworben. Gegen die Reisenden erfolgen nun weitergehende Ermittlungen wegen Verstöße nach dem Aufenthaltsgesetz und wegen Urkundenfälschung. Zum Asylverfahren wird nunmehr im Rahmen des Dubliner Übereinkommens entschieden, in welchem Land das Verfahren betreut wird. Die Sachbearbeitung wurde von der Polizeiinspektion Neu-Ulm übernommen.

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