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Allgäuer Landwirte blicken nach Straßburg: Fördermittel, Milchmarktregelung und mehr im EU-Parlament
13.03.2013 - 09:15
Die Europapolitiker treffen heute in Straßburg Entscheidungen, die auch für die Allgäuer Landwirte von Bedeutung sind.
Konkret geht es rund um die Direktzahlungen an die Bauern, wie Förderungen gezielter eingesetzt werden können, dass sich eine ländlich geprägte Region entwickelt und auch Regelungen für eine gemeinsame Marktordnung für Zucker, Wein oder Milch stehen auf der Tagesordnung.

Barbara Lochbihler ist die einzige echte Allgäuer Europaparlamentariern - die Obergünzburgerin vertritt das Allgäu und die Grünen vor Ort in Straßburg: "Da haben wir Grünen uns schon vor einem Jahr gefreut, dass es mehr gesunde Nahrungsmittel produziert werden sollen, dass es ökologischer werden soll und dass kleinere Landwirte besser geförderten werden sollen. Jetzt haben wir aber im Agrarausschuss eine Vorlage bekommen der weit dahinter zurückfällt, was wir haben wollten. Es wird jetzt spannend im Plenum, wenn alle von uns abstimmen müssen, ob noch Änderungen möglich sind. Aber insgesamt scheint es mir so, dass sich wieder die große Agrarindustrie, die eine starke Lobby hat, sich hier durchsetzt. Gerade für kleinere Landwirte im Allgäu schaut es dann nicht so gut aus."

Eine Marktordnung im Bereich der Milch, beschäftigt die Parlamentarier ebenfalls, Lochbihler: "Da hätten wir uns gewünscht, dass es künftig nicht immer diese Überproduktion von Milch gibt und dass es einfach gleichzeitig zu wenige oder nur einzelne Abnehmer gibt, wie große Molkereien oder Handelsketten, die dann wieder die Preise bestimmen und die Milch zu Dumpingpreisen verkaufen. Hier muss ich sagen, dass wir uns da nicht stark durchsetzen konnten. Wir haben sicher erreicht, dass Erzeugerorganisationen jetzt etwas mehr Mitspracherecht für haben aber insgesamt sind die einzelnen Handelsketten noch sehr mächtig geblieben."

Barbara Lochbihler ist im EU-Parlament vor allem für Menschenrechte zuständig. Bei Agrarthemen vertraut sie ihrem "Grünen Blick" und ihren französischen und deutschen Bauernkollegen, die sich mit diesen Inhalten bestens auskennen, so Lochbihler: "Ich merke aber deutlich, dass zum Beispiel die Österreicher sich öfters durchsetzen für die Zulassung von Mitteln für kleinere Bauern, die es im Gebirge gibt. Das liegt vor allem daran, dass sich die deutschen Verbandsvertreter auch für die ganz großen Betriebe einsetzen. Da sehe ich einen Unterschied. Mir ist es wichtig, wie es in der Milchwirtschaft weitergeht aber auch da haben wir im Allgäu unterschiedliche Meinungen und Verbände, die sowas fordern. Wichtig ist, dass der einzelne Bauer auch davon leben kann, was er erwirtschaftet."

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