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Notrufsäulen kosten im Allgäu pro Jahr 55.000 Euro - Geld trotz Handys gut angelegt
07.05.2013 - 18:04
Im Allgäu gibt es fast 300 kleine orangefarbene Helfer, die 24 Stunden, 7 Tage die Woche bereitstehen um im Notfall Hilfe zu bekommen. Die Rede ist von den Notrufsäulen die alle zwei Kilometer an der Autobahn zu finden sind.
Jede einzelne dieser Säulen kostet pro Jahr etwa 190 Euro im Unterhalt. Birgit Luge-Erhardt ist die Sprecherin des Gesamtverband der Deutschen Versicherer. Frau Luge-Erhardt, warum werden die Säulen in Zeiten von Smartphones überhaupt noch benutzt? "Wir stellen immer wieder fest, dass Notrufe bei uns eingehen, weil Leute ihr Mobiltelefon vergessen haben, der Akku leer ist, ein Funkloch vorhanden ist, so dass man gar keinen Notruf absetzen könnte, selbst wenn man wollte oder die Augenzeugen oder Unfallopfer so geschockt sind, dass sie nicht mehr ans eigene Handy denken, aber an die Notrufsäule, weil sie alle zwei Kilometer an den Autobahnen angebracht ist. An den Leitplanken sind Pfeile angebracht, damit man weiß, in welche Richtung man laufen muss und jeder weiß, dass mit den Notrufsäulen Hilfe geholt werden kann."

Wenn ich im Ernstfall trotz Handy auf eine dieser Notrufsäulen angewiesen bin, was muss ich beachten? "Es gibt zwei verschiedene Typen von Notrufsäulen, solche mit Klappen oder solche mit Knöpfen. Im einen Fall hebt man einfach die Klappe an und es wird eine Sprachverbindung aufgebaut, im anderen Fall kann man zwischen einer Panne und einem Notruf per Knopf wählen. Anschließend werden eine Sprachverbindung zu den Notfallagenten aufgebaut und dem Notfalldienst gleichzeitig die Geodaten der Notrufsäule mitgeteilt, heißt: Es ist sofort bekannt, von wo aus der Anruf kommt. Es wird abgeklärt, ob das Fahrzeug sicher steht. Wenn dies nicht der Fall ist, wird die Polizei benachrichtigt. Im Falle eines Unfalls gibt es eine Konferenzschaltung mit der zuständigen Rettungsleitstelle. Hier geben die Agenten die bereits gesammelten Daten weiter und die Rettungsleitstelle kann den Anrufer noch direkt befragen, falls noch etwas unklar ist".

Allein im Allgäu werden jährlich rund 55.000 Euro für den Unterhalt der Notrufsäulen an Autobahnen ausgegeben. Geld, dass gut investiert ist. Denn wenn das Handy mal nicht mehr zur Verfügung steht, kann man sich immer noch auf die kleinen orangenen Helfer verlassen.

Foto: GDV DL

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