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IHK-Konjunkturumfrage Frühjahr 2013: Kraftvoll auf schwieriger Strecke
17.05.2013 - 14:52
Einige Klippen hatte die schwäbische Wirtschaft in den vergangenen Monaten zu umschiffen. Eine davon war die verminderte Nachfrage. Vor allem der Industriebereich musste teilweise spürbare Auftragsrückgänge verzeichnen.
anhaltende Staatsschuldenkrise einiger EU-Länder mit Auswirkungen auf den Euro sowie Produktion und Handel ging somit auch an der Wirtschaft in Bayerisch-Schwaben nicht spurlos vorüber. Gerade der Nachfragerückgang aus dem EU-Ausland traf heimische Unternehmen teils empfindlich. Doch bislang konnten Auftragspolster und erhöhte Exporte ins außereuropäische Ausland viele negative Effekte kompensieren. Eine weitere Klippe stellten die Kostensteigerungen in allen Bereichen dar – Material, Personal und Energie. Da Preissteigerungen in vielen Wirtschaftsbereichen nicht durchzusetzen waren, sind negative Auswirkungen auf die Erträge die Folge.

Die Finanzmisere hat also in Schwaben eine konjunkturelle Delle hinterlassen, bislang aber auch nicht mehr: „Der Wellenschlag war höher, die Gischt hat uns etwas mehr ins Gesicht gespritzt“, formuliert IHK-Präsident Dr. Andreas Kopton die Situation. „Aber die Stimmung bleibt positiv!“ Tatsächlich hat die schwäbischen Unternehmer bereits neuer Elan erfasst. Optimistisch sehen sie das Jahr 2013. In fast allen Branchen, allen voran die unternehmensbezogenen Dienstleister, sind die Geschäftserwartungen positiv und versprechen neue Dynamik auch für Investitionen und ansatzweise für den Arbeitsmarkt. Doch ganz sorgenlos kann die schwäbische Wirtschaft nicht sein: Zu unsicher stellen sich noch die europäischen Rahmenbedingungen dar, die Finanz- und Staatsschuldenkrise betroffener EU-Länder ist noch nicht ausgestanden.

Ein Blick in die Branchen:
Industrie: Einbußen, aber kein Einbruch
Seit Herbst 2012 hatte sich das Auftragsvolumen spürbar verringert, ohne dass es jedoch eingebrochen wäre. Die Situation hat sich nicht verschärft, sodass nach wie vor der überwiegende Teil der Unternehmen seine Geschäftslage als gut oder befriedigend einstuft. Die Kapazitätsauslastung hat sich etwas verringert, im Maschinenbau liegt sie immer noch sehr hoch.

Die Unternehmen gehen davon aus, dass sie ihre Auftragsbestände in den nächsten Monaten wieder etwas auffüllen können. Die Nachfrage im Inland sowie aus dem außereuropäischen Ausland soll ansteigen. Bei den EU-Ländern zeichnet sich zumindest eine vorsichtige Kehrtwende zum Positiven ab.

Unternehmensbezogene Dienstleistungen: Hohe Auslastung, gute Prognosen
Zwar meldeten auch mehr und mehr unternehmensbezogene Dienstleister Umsatzrückgänge, doch stehen sie weiterhin hervorragend da: Nicht einmal jedes zehnte ist unzufrieden mit seiner Geschäftslage. Die Auslastung ist nach wie vor hoch. Einbußen verzeichnen sie jedoch beim Ertrag.

Was die Zukunft betrifft, sprüht die Dienstleistungsbranche vor Zuversicht. 44 Prozent gehen von steigenden Inlandsumsätzen aus. 29 Prozent möchten ihre Preise anheben und damit Kostensteigerungen ausgleichen. Die erwartete Geschäftszunahme wird auch die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt erhöhen. Fast ein Drittel der Unternehmen denkt an Einstellungen.

Baugewerbe: Gute Stimmung durch Wohnungsbau
Selbst der lange Winter konnte dem Baugewerbe in Schwaben die Stimmung nicht verderben. Eine hohe Auslastung ihrer Kapazitäten erreichten die Baufirmen durch eine gute Auftragslage im Wohnungsbau, unterstützt durch den Wirtschaftsbau. Negative Stimmen zur Auslastung sind nur wenige vorhanden; allerdings sind nicht alle Unternehmen mit ihrem derzeitigen Auftragsbestand zufrieden.

Waren im Herbst und zur Jahreswende die Erwartungen eher verhalten, so zeigt die Branche nun wieder mehr Optimismus. Insgesamt wird ein steigendes Auftragsvolumen prognostiziert, wobei verstärkte Impulse aus dem Wohnungsbau kommen.

Transportgewerbe: Umsatzrückgang, aber positive Aussichten
Auch wenn neun von zehn Transportunternehmen ihre Geschäftslage als gut bis zufriedenstellend bezeichnen, so sind sie mit der Umsatzentwicklung keinesfalls zufrieden. Bei weiterhin steigenden Kosten beklagen 42 Prozent ihre derzeitige Ertragslage, ein ähnlich hoher Wert wie bei den Vorumfragen. Den nächsten Monaten sehen sie aber deutlich optimistischer entgegen als noch im Herbst. Fast ein Drittel erwartet sich Umsatzsteigerungen im Inlandsgeschäft und auch etwas Belebung aus dem Ausland.

Großhandel: Trendwende nach oben eingeläutet
Die im Herbst vorausgesagte weitere Geschäftsabkühlung ist eingetreten und lässt sich in gesunkenen Umsatzzahlen ablesen. Neben der geringeren Nachfrage sind gestiegene Kosten hierfür die Ursache. Daher hat sich auch der Anteil der Unternehmen, die eine schlechtere Ertragslage melden, von 37 auf nun 51 Prozent erhöht.

Doch der bereits seit fast einem Jahr langsam verlaufende Abwärtstrend scheint gestoppt zu sein. Erstmals erwarten wieder mehr Unternehmen – nämlich 31 Prozent - eine Zunahme beim Inlandsumsatz und nur noch 23 Prozent eine Abnahme (Herbst 33 Prozent).

Einzelhandel: Abwärtstrend oder nur Durchhänger?
Auch im Einzelhandel ist eine Wende erkennbar - allerdings nach unten. Die Unternehmen, welche Umsatzrückgänge verzeichnen, befinden sich in der Überzahl gegenüber denjenigen mit Umsatzzuwächsen. Diese Konstellation gab es zuletzt vor drei Jahren. Dabei konnte die Händler noch ein gutes Weihnachtsgeschäft verzeichnen. Doch danach hat sich das Geschäft beruhigt. Entsprechend wird auch die allgemeine Geschäftslage schlechter eingeschätzt, jedoch bewegt sie sich immer noch über dem langjährigen Mittel.

Prognose: Der Einzelhandel glaubt nicht, dass der Abwärtstrend anhält. Sie denken vielmehr an einen vorübergehenden Durchhänger aus. Jeder vierte Befragte geht bereits wieder von einer Verbesserung der Geschäftslage aus und nur etwa jeder zehnte von einer Verschlechterung.

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