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CSU will Pflegenotstand im Allgäu bekämpfen
14.01.2013 - 14:47
Die Gesellschaft wird älter und immer mehr Menschen werden pflegebedürftig - eine Entwicklung die auch im Allgäu spürbar ist. Dagegen sind die vorhandenen Pflegekräfte überlastet und unangemessen bezahlt.
"Wir haben nicht mehr genügend Pflegekräfte, die im ambulanten Pflegedienst und in den stationären Pflegeeinrichtungen tätig sind", so der Bundestagsabgeordnete Dr. Gerd Müller gegenüber Radio AllgäuHIT. Zudem ist die Pflege in der Gesellschaft unterbewertet. "Die Pflege und Hilfe am Menschen hat höchsten Stellenwert und wenn eine Pflegekraft nur die Häflte verdient, wie ein Arbeiter bei Bosch, dann kann das einfach nicht sein.", so Müller weiter.

Der CSU Bundestagsabgeordnete hatte sich in den vergangenen Monaten ein genaues Bild fast aller Pflege- und Senioreneinrichtungen im Allgäu gemacht und kommt zu einem erschreckenden Gesamteindruck. "Eine ambulante Pflegekraft muss innerhalb von 6 Stunden, zwischen 16 und 22 Uhr, 20 bis 24 Hausbesuche machen.", so Müller. Verbände wechseln, Medikamente ausreichen, die Pflegebedürftigen waschen und ins Bett bringen sind dabei nur einige der Aufgaben die anfallen. "Ich war vollkommen schockiert und erstaunt. Wie soll man das schaffen? 22 Personen in der Zeit mit dem Auto zu besuchen und dazwischen die Distanzen zu fahren - das sind unmenschliche Belastungen.", so Müller abschließend.

Auch Parteikollege und Bezirksrat Edgar Rölz setzt sich für die Pflegekräfte ein. "Es ist höchste Zeit an einigen Stellschrauben zu drehen.", lautet der Weckruf von Rölz zur Pflegesituation im Allgäu. Auch er kommt zu dem Fazit: in den meisten Pflegeeinrichtungen steht zu wenig Personal bereit.
Auch der Wegfall der Zivildienstleistenden bringt zusätzliche Belastungen im Sozialsektor. Jugendliche die ein freiwilliges soziales Jahr leisten sind gefragter denn je. "Ich halte es für sehr sinnvoll, wenn junge Menschen, die danach ganz unterschiedliche Berufe ergreifen, sehen wie im Sozialen gearbeitet wird und wie das Leben dort sein kann.", so Rölz im AllgäuHIT-Interview.
Den Bundesfreiwilligendienst möchte Rölz deshalb nochmals in die Öffentlichkeit bringen und ihn ausbauen.

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