Moderator: Hits der 70er bis Heute
Sendung: Der AllgäuHIT-MIX
 
 
Gustav (l-r), Tom, Bill und Georg von der Gruppe Tokio Hotel 2005.
(Bildquelle: Patrick Lux)
 
Dienstag, 13. März 2018
4495 Tage Merkel - Ein Streifzug durch 12 Jahre

Berlin (dpa) - Im Jahr 2005 war vieles anders als heute. Zum Wort des Jahres wurde damals «Bundeskanzlerin» gekürt. 2017 ging dieser Titel an «Jamaika-Aus». Matthias Platzeck wurde damals mit 99,4 Prozent zum neuen Vorsitzenden der SPD gewählt. Heute ist er Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums.

Felix Magath trainierte damals den FC Bayern München. Heute wartet er nach seinem Engagement bei Club Luneng in China auf die nächste Anstellung. Und Thomas Gottschalk moderierte damals mit «Wetten dass..?» die Top-Unterhaltungssendung im deutschen Fernsehen. Heute ist er weitgehend vom Bildschirm verschwunden, macht aber im Hörfunksender Bayern1 einmal im Monat eine Radioshow.

«Bundeskanzlerin» wird in Deutschland gewiss nicht mehr Wort des Jahres, denn Teile der jüngeren Generation dürften sich schon gar nicht mehr daran erinnern, dass Deutschland auch mal einen Mann als Bundeskanzler hatte. 

Wenn Angela Merkel (CDU) am Mittwoch (14.3.) vom Bundestag zum vierten Mal zur Kanzlerin gewählt wird, sind 4495 Tage seit ihrer ersten Wahl in dieses Amt am 22. November 2005 vergangen.

Das Jahr 2005, das ist die Zeit von Tokio Hotel. Die Magdeburger Boyband beweist, dass Musikgruppen die Teenies auch im 21. Jahrhundert noch immer zum Kreischen bringen. Sie singen «Durch den Monsun» und verkaufen in ihrem Aufstiegsjahr über eine Million Platten. Im Publikum freuen sich junge Fans - darunter auch junge Männer, die im Jahr 2005 wieder verstärkt Bart und Zauselfrisuren tragen. Abseits der Teenie-Band sind Sudoku-Rätsel im Trend, im Kino läuft «Harry Potter und der Feuerkelch» sehr erfolgreich und mit der breit angelegten Kampagne «Du bist Deutschland» soll Mut und Optimismus verbreitet werden. Ein Jahr später ist die Fußball-WM in Deutschland. Das Sommermärchen.

In den 4495 Kanzler-Tagen haben die fortschreitende Technik und vor allem das Smartphone Arbeit, Freizeit und Beziehungen der Deutschen revolutioniert. Freute man sich bei den Mobiltelefonen von 2005 schon über einen Farbbildschirm, eine funktionierende Kamera und ein paar taugliche Spiele, sind die Handys im Jahr 2018 Allzweckwaffen:  soziale Netzwerke, Navigation, das Wetter, Videotelefonie und vieles mehr. Wer will, kann sich von seiner App auf dem Smartphone die richtige Grillzeit für sein Fleisch nennen oder sich die Schritte und Herzfrequenz beim Joggen messen lassen.

In mehr als zwölf Jahren war auch genug Zeit für eine kleine TV-Revolution. Nahm 2005 bei «Wetten dass..?» noch die ganze Familie vor dem Fernseher Platz, um Superstars auf Gottschalks Sofa zu sehen, ist die Sendung nach einem Moderatoren-Wechsel zu Markus Lanz längst abgeschafft. Auf das einst berühmteste Sofa Deutschlands setzte sich Merkel im Gegensatz zu ihrem Vorgänger Gerhard Schröder (SPD) sowieso nie. 

Die heutige Fernseh-Generation wächst anders auf: Streaming-Dienste wie Netflix und Mediatheken haben - außer vielleicht bei Fußball und beim «Tatort» - für eine Zersplitterung gesorgt. Das TV-Programm ist nicht mehr alternativlos, sondern gerade bei jungen Leuten oft eine Option von vielen.

4495 Tage: Das sind auch zwei Päpste, vier Bundespräsidenten, fünf Vize-Kanzler (Olaf Scholz wird der sechste) und 19 Fußball-Trainer beim Bundesliga-Dino Hamburger SV, der in all dieser Zeit natürlich in der höchsten deutschen Spielklasse antrat. Ailton oder Rafael van der Vaart kickten damals noch für die Hamburger, in den Folgejahren fielen sie eher im Boulevard auf. Zum Beispiel im RTL-Dschungelcamp, das 2004 erstmals ausgestrahlt wurde und damit tatsächlich länger existiert als Merkel die Bundesregierung führt.

«Wir sind Papst», titelte die «Bild» 2005 beim Amtsantritt von Joseph Ratzinger. Papst ist Deutschland zwar seit 2013 nicht mehr, dafür aber seit 2014 Fußballweltmeister. Und sogar Sieger des Eurovision Song Contests (ESC) war Deutschland einmal in Merkels Amtszeit, weil 2010 Lena Meyer-Landrut mit «Satellite» in Oslo triumphierte. Stefan Raab, der damals den Song-Contest-Vorentscheid gemeinsam mit den Öffentlich-Rechtlichen revolutionierte und Lena groß machte, hat sich inzwischen in den TV-Ruhestand verabschiedet. In den letzten Jahren landete Deutschland beim ESC stets weit hinten.


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