Moderator: Hits der 70er bis Heute
Sendung: AllgäuHIT am Morgen
 
 
Der Anwalt des Angeklagten verlas zu Prozessbeginn ein Geständnis.
(Bildquelle: Christian Charisius)
 
Freitag, 12. Januar 2018
Angeklagter im Hamburger Messerstecher-Prozess geständig

Hamburg (dpa) - Gut fünf Monate nach dem Messerattentat in einem Hamburger Supermarkt mit einem Toten und sechs Verletzten hat der angeklagte Palästinenser die Bluttat gestanden.

Der Anwalt des abgelehnten Asylbewerbers verlas am Freitag zu Prozessbeginn vor dem Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts ein Geständnis. «Er bekennt sich in allen Anklagepunkten ausdrücklich schuldig», erklärte er. «Die Taten hatten aus seiner Sicht einen religiösen Hintergrund.»

Laut Bundesanwaltschaft
handelte der Täter aus einer islamistischen Gesinnung heraus. Ihm sei es darum gegangen, so viele deutsche Staatsangehörige christlichen Glaubens wie möglich zu ermorden. Ein Vertreter der Anklagebehörde erklärte dazu: «Er fällte diesen Entschluss als Beitrag für den weltweiten Dschihad.» Darunter verstehen radikale Muslime den Kampf zur Verteidigung und Verbreitung des Islams beziehungsweise den «Heiligen Krieg» gegen Ungläubige.


Die Anklage hält den Palästinenser für voll schuldfähig und wirft Ahmad A. Mord sowie versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung in sechs Fällen vor.

Sein Anwalt sagte, der Angeklagte habe unter einer sehr großen Anspannung gestanden, aus der heraus er die Taten begangen habe. Ahmad A. ließ weiter erklären, dass er Fragen zu den Details der Taten nicht beantworten werde.

Dafür beantwortete er Fragen zu seinem Lebenslauf. Demnach hatte er angefangen, Zahnmedizin zu studieren, aber dann abgebrochen. Seine Mutter sei Lehrerin. Nach Deutschland kam er demnach, um arbeiten und auf eigenen Beinen stehen zu können. Auch die westliche Lebensweise sei anfangs ein Grund gewesen. Doch dann sei er damit nicht zurecht gekommen. «Ich hatte den Eindruck, dass ich nicht willkommen bin», erklärte er laut Dolmetscher, der aus dem Arabischen übersetzte.

Fragen zu einem Konsum von Alkohol oder Drogen wollte er ebenso wenig beantworten wie Fragen zu einer Hinwendung zur Religion oder zu der Terrormiliz Islamischer Staat. Auch zu seinen Aussagen in den ersten Vernehmungen wollte er nichts sagen. «In den ersten drei Tagen war ich verletzt und konnte mich nicht konzentrieren.»

Der abgelehnte Asylbewerber hatte in einer Edeka-Filiale einen 50-Jährigen erstochen und anschließend sechs weitere Menschen verletzt. In seiner Flüchtlingsunterkunft wurde eine kleine, selbstgebastelte Fahne des Islamischen Staats (IS) gefunden. Doch die Terrormiliz hat sich nicht zu der Messerattacke bekannt.


Tags:
Prozesse Extremismus Kriminalität Justiz Hamburg



DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN:
Große Lawinengefahr in Allgäuer und Ammergauer Alpen - Vorsicht vor umfangreichen, sehr störanfälligen Triebschneeansammlungen!
In den Allgäuer und Ammergauer Alpen herrscht oberhalb von 1.600 Meter Höhe eine große Lawinengefahr. Das hat das Bayerische Landesamt für Umwelt ...
Möbelgiganten zu stark: Clevermaxx in Kempten schließt - Mömax und Ikea lassen kaum Platz für regionalen Möbeldiscounter
Der regionale Möbeldiscounter "Clevermaxx" in Kempten schließt. Das hat das Mutterhaus "Küchen Mayer" bekannt gegeben und ...
FIS Skiflug-Weltmeisterschaft in Oberstdorf - Lokalmatador Karl Geiger im deutschen Fünfer-Kader dabei
Am Freitag ist es soweit, die Skiflugweltmeisterschaft in Oberstdorf beginnt. Als zweites Highlight nach der Vierschanzentournee, ein Sportevent, dass erfolgreieche und ...
Kindergartenplätze in Kempten - Kinder bitte baldmöglichst anmelden
Die Stadt Kempten bittet alle Eltern, deren Kinder zum September 2018 einen Betreuungsplatz benötigen, ihre Kinder baldmöglichst in der Kindertagesstätte ...
Sensationssieg in Oberstdorf - Eisbären schlagen den Tabellenersten mit 8:1
Am Freitagabend kam es zum großen Showdown zwischen den Eisbären Oberstdorf und der SG Maustadt / Memmingen 1b. Mit einem unglaublichen 8:1 Sieg schlagen die ...
Deutsche Balladen und Elektrobeats im Theater Lindau - Philipp Hochmair & „Elektrohand Gottes“
Danke für Ihre Geduld, liebes Publikum! Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Philipp Hochmair mit „Elektrohand Gottes“ nach Lindau ...
© 2018 AllgäuHIT - Baumann & Häuslinger GbR • Richard-Wagner-Str. 14 • 87525 Sonthofen - Tel: 08321-676 1360
Die Nutzung der Nachrichten von AllgäuHIT, auch in Auszügen, ist ausschließlich für den privaten Bereich freigegeben.
Eine Nutzung für den gewerblichen Bereich erfordert eine schriftliche Genehmigung der Baumann & Häuslinger GbR
MEINE REGIONALNACHRICHTEN
Meine Allgäu-Region wählen ...
 
Kleinwalsertal Kempten Oberallgäu Kaufbeuren Ostallgäu Memmingen Unterallgäu Bodensee
LIKE UNS BEI FACEBOOK
 
 
 
Radio einschalten