Moderator: Hits der 70er bis Heute
Sendung: AllgäuHIT am Morgen
 
 
Ein Kran auf einer Baustelle. Die Konjunktur befindet sich weiter im Aufschwung.
(Bildquelle: Jens Wolf)
 
Dienstag, 14. November 2017
Wirtschaft wächst unerwartet kräftig

Wiesbaden (dpa) - Die deutsche Wirtschaft steuert 2017 auf das stärkste Wachstum seit sechs Jahren zu. Im dritten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beflügelt vom Außenhandel und von steigenden Investitionen der Unternehmen unerwartet kräftig um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu.

Dies teilte das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mit. Ökonomen hatten im Schnitt mit einem geringeren Plus gerechnet.

«Einen so langen und gleichmäßigen Aufschwung hat Deutschland in den letzten Jahrzehnten nicht gesehen. Diese Bewegung reicht weit bis ins nächste Jahr hinein», sagte Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater.

Im zweiten Vierteljahr war die deutsche Wirtschaft um 0,6 Prozent gewachsen. Zum Jahresbeginn legte das BIP nach korrigierten Zahlen sogar um 0,9 Prozent zu.

Selbst wenn die Wirtschaft im vierten Quartal stagnieren sollte, würde das BIP im Gesamtjahr immer noch um 2,4 Prozent wachsen, rechnete ING-Diba-Chefvolkswirt Carsten Brzeski vor. Das wäre der höchste Wert seit 2011.

Impulse kamen in den Sommermonaten Juli bis September nach Angaben der Wiesbadener Behörde unter anderem vom Außenhandel, der von der Erholung der Weltwirtschaft profitierte. Die Exporte nahmen im dritten Quartal stärker zu als die Importe.

Auch Investitionen der Firmen in Ausrüstungen wie Maschinen schoben die Konjunktur an. «Nehmen die Unternehmen mehr Geld in die Hand, kann sich daraus ein sich selbst verstärkender Aufschwung entwickeln», sagte Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank in Liechtenstein. «Derzeit scheint kaum ein Wölkchen den Konjunkturhimmel zu trüben.»

Die Unternehmen waren laut dem Ifo-Institut zuletzt so zuversichtlich wie nie zuvor. «Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat ein neues Allzeithoch erreicht», sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest jüngst. «Die deutsche Wirtschaft steht unter Volldampf.» Auch Finanzprofis sehen dies so. Im November stiegen die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten den dritten Monat in Folge, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte.

Die staatlichen und privaten Konsumausgaben lagen im dritten Quartal den Angaben zufolge dagegen in etwa auf dem Niveau des zweiten Vierteljahres. Die Verbraucher sind angesichts der historisch günstigen Lage auf dem Arbeitsmarkt und der Zinsflaute zwar weiter in Kauflaune. Zuletzt hatte nach Angaben der GfK-Konsumforscher die Preisentwicklung die Stimmung aber etwas gedämpft.

Im Oktober lag die Jahresinflation mit 1,6 Prozent unter dem September-Wert von 1,8 Prozent. Allerdings wurden vor allem Nahrungsmittel deutlich teurer - das macht sich unmittelbar bemerkbar.

Das Wirtschaftswachstum im Euroraum verlor im Sommer dagegen etwas an Schwung. Im dritten Quartal stieg das BIP in den 19 Ländern des gemeinsamen Währungsraums im Vergleich zum Vorquartal insgesamt um 0,6 Prozent, wie das europäische Statistikamt Eurostat in einer zweiten Schätzung mitteilte. Im Quartal davor war das Wachstum mit 0,7 Prozent noch etwas stärker ausgefallen.

Gegenüber dem Vorjahr stieg die Wirtschaftsleistung in Deutschland um 2,3 Prozent. Nach Einschätzung von Ökonomen wird der ungewöhnlich lange Aufschwung vorerst weitergehen. Zahlreiche Bank-Volkswirte und Wirtschaftsforscher hatten ihre Prognosen zuletzt heraufgesetzt. So trauen beispielsweise die «Wirtschaftsweisen» Deutschland 2017 ein Wachstum von 2,0 Prozent und im kommenden Jahr von 2,2 Prozent zu.

Am Dienstag legten Ökonomen von Banken und Versicherungen teils nach. «Aktuelle Wirtschaftsdaten wie der Ifo-Geschäftsklimaindex und die Kapazitätsauslastung in der Industrie sprechen klar für eine Fortsetzung der Hochkonjunktur», erklärte die Allianz.

Der Deutsche Industrie- und Handelkammertag (DIHK) mahnte, die künftige Bundesregierung müsse den ökonomischen Schwung für Reformen nutzen. Ganz oben auf der Prioritätenliste der Betriebe stünden der Bürokratieabbau und die Digitalisierung, erläuterte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. «Denn während es konjunkturell richtig gut läuft, liegt strukturell einiges im Argen.»


Tags:
Konjunktur Preise BIP Deutschland



DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN:
Weltcup-Sieger strahlen im oberallgäuer Ofterschwang - Legenden-Porträts an der Gästeinformation angebracht
Seit Kurzem grüßen mit strahlendem Siegerlächeln alle Gewinner der 15 Weltcup-Rennen von Ofterschwang an der Gästeinformation mitten im Ort. Die ...
Holzmann bei USA-Telemark-Sprint nicht auf dem Podest - Leo Müller muss wegen Verletzung pausieren
Widrige Wetterbedingungen am Montag beim letztem Sprint in Suicide Six (USA). Johanna Holzmann schafft erstmals nicht den Sprung auf das Podest. Das Verletzungspech ...
Allgäuer Musikkapellen auf Grüner Woche in Berlin - Einzigartige und unbezahlbare Werbung für unsere Region
Die Internationale Grünen Woche ist am vergangenen Freitag zum 83. Mal erfolgreich in Berlin gestartet. Bereits am Eröffnungswochenende ist die Marke von ...
Tödlicher Verkehrsunfall in Buchenberg - 83-Jährige von Winterdienstfahrzeug erfasst
Heute Vormittag gegen 10:30 Uhr kam es in der Wirlinger Straße in Buchenberg zu einem schweren Verkehrsunfall.   Eine 83-jährige ...
Mann benutzt fremden Behindertenausweis in Buchloe - Parkgebühren gespart und den Tag in München verbracht
Eine Strafanzeige wegen des Missbrauchs von Ausweispapieren erhält ein 54-jähriger Ostallgäuer. Dieser hatte sein Auto ganztags auf einem der ...
Mehrfacher Ladendieb aus Buchloe gesucht - Wer kennt 'Mike'? Er trinkt gern Schnaps und redet über Fußball
Derzeit ist ein älterer Mann in Buchloe unterwegs, der mehrerer Ladendiebstähle verdächtigt wird. Er hielt sich am Montagnachmittag längere Zeit in ...
© 2018 AllgäuHIT - Baumann & Häuslinger GbR • Richard-Wagner-Str. 14 • 87525 Sonthofen - Tel: 08321-676 1360
Die Nutzung der Nachrichten von AllgäuHIT, auch in Auszügen, ist ausschließlich für den privaten Bereich freigegeben.
Eine Nutzung für den gewerblichen Bereich erfordert eine schriftliche Genehmigung der Baumann & Häuslinger GbR
MEINE REGIONALNACHRICHTEN
Meine Allgäu-Region wählen ...
 
Kleinwalsertal Kempten Oberallgäu Kaufbeuren Ostallgäu Memmingen Unterallgäu Bodensee
LIKE UNS BEI FACEBOOK
 
 
 
Radio einschalten