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Symbolbild Asyl
(Bildquelle: pixabay)
 
Unterallgäu
Mittwoch, 6. Dezember 2017
Der Großteil sind motivierte Jugendliche
Landratsamt ist aktuell für 108 junge Flüchtlinge zuständig

Das Kreisjugendamt am Unterallgäuer Landratsamt ist aktuell für 108 junge Flüchtlinge zuständig, die ohne ihre Eltern in den Landkreis gekommen sind. Darüber informierte Jugendamtsleiterin Christine Keller in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Auch bei den sogenannten unbegleiteten Minderjährigen gingen die Flüchtlingszahlen zurück. Deshalb schließe man Unterkünfte, so Keller.

Wenn Flüchtlinge in den Landkreis kommen, die noch nicht erwachsen sind, werden sie in einer Jugendhilfeeinrichtung untergebracht. „Anschließend wird ein Vormund bestellt, der auch den Asylantrag stellt“, sagte Diana Wurm vom Sozialdienst des Kreisjugendamts. Von den 108 unbegleiteten Flüchtlingen seien 98 männlich, zehn weiblich. Der Großteil stamme aus Afghanistan.

Sobald die Jugendlichen da sind, „versuchen wir, eine Beschulung zu beginnen“, fuhr Lisa Rueß fort, die ebenfalls im Sozialdienst des Jugendamts arbeitet. „Mittlerweile ist eine sehr gute Schulstruktur aufgebaut.“ Flüchtlinge unter 16 Jahre besuchen die Mittelschule, ältere die Berufsschule. Das Leistungsniveau sei sehr unterschiedlich, berichtete Rueß. So reiche dies von Analphabeten bis hin zu Jugendlichen mit relativer guter Schulbildung.

In der Berufsschule finden laut der Referentin Praktika statt, aus denen häufig Ausbildungsverträge entstehen. „17 unbegleitete Minderjährige befinden sich im ersten Ausbildungsjahr, zwei im zweiten.“ Die Ausbildungsberufe reichten vom Autolackierer, Lagerist und Koch bis hin zur Hotelfachfrau und zum Mechatroniker. Oft beantragen die Jugendlichen Rueß zufolge ausbildungsbegleitende Hilfen wie Sprachkurse. „Wir haben viele positive Erfahrungen gemacht“, betonte die Mitarbeiterin des Jugendamts. Traumatisierte Jugendliche seien die Ausnahme. „Der Großteil sind motivierte, anpassungsbereite Jugendliche.“

Weitere Themen in Kürze:

  • Gut ein Jahr Jugendsozialarbeit am Förderzentrum: Seit dem Schuljahr 2016/2017 gibt es Jugendsozialarbeit am Sonderpädagogischen Förderzentrum in Mindelheim. Die halbe Stelle ist mit Sozialpädagogin Bettina Neidenbach besetzt. Diese berichtete in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses von ihrer Arbeit. So fanden im vergangenen Schuljahr unter anderem 177 Beratungsgespräche mit Schülern, zehn Elterngespräche, fünf Hausbesuche und 73 Gespräche mit Lehrern statt. Zielgruppe von Jugendsozialarbeit sind junge Menschen, die sozial benachteiligt sind, denen es an der notwendigen Unterstützung durch die Familie mangelt oder die durch ihr Verhalten auffallen - zum Beispiel durch Schulverweigerung oder Gewaltbereitschaft. Sozialarbeiter fördern solche Schüler, um sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

  • Fast sieben Millionen Euro für die Jugendhilfe: Im kommenden Jahr sollen netto rund 6,89 Millionen Euro in die Jugendhilfe fließen. Wie Jugendamtsleiterin Christine Keller in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses informierte, gehören die Kosten für die Heimerziehung, die Eingliederungshilfe, die Vollzeitpflege, die Sozialpädagogische Familienhilfe und die Jugendsozialarbeit zu den größten Ausgabeposten 2018. Der Jugendhilfeausschuss empfahl dem Kreistag, die Haushaltsansätze im Bereich Jugendhilfe wie vorgeschlagen zu bilden. (PM)

 

 

 


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flüchtlinge jungendliche unterkunft allgäu



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