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Immenstadt: Zwischen plattmachen und weiternutzen - Der Hofgarten bleibt ein Streitthema
10.04.2013 - 08:53
1,4 Millionen Euro müssen bis 2016 in den Hofgarten investiert werden, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Das ist im abgesegneten Haushalt der Stadt Immenstadt festgehalten. Doch das schmeckt bei weitem nicht jedem.
Michael Immler von den Freien Wählern kann seine Stadtratskollegen, die den Hofgarten aus seiner Sicht am liebsten sofort zusperren würden, nicht verstehen. Für ihn mangelt es an der richtigen Vermarktung der Stadthalle. Zwar machen Stadthallen in ganz Deutschland minus mit solchen Angeboten, dennoch könne dieses durch ein attraktives Programm in jedem Fall verringert werden. Dabei kritisierte er auch die Verwaltung, die hier in der Vermarktung entsprechend aktiv werden müsse.

Das Publikum bei der großen Podiumsdiskussion am Dienstagabend im Saal des Immenstädter Schlosses war beim Thema Hofgarten gespalten. Immler bekam Rückendeckung aber auch ganz konkreten Gegenwind. Wortmeldungen ergaben kein klares Ergebnis. So forderten Befürworter der Stadthalle, dass dieses Kulturangebot schon seit Jahren und Jahrzehnten echte Stars nach Immenstadt gelockt habe, andere kritisieren die nötigen Millionenausgaben und das jährliche Minus im sechsstelligen Bereich, dass eingespart werden müsse.

Der Fraktionsvorsitzende der Aktiven sagte: "Ob wir hier in Immenstadt die Welt retten, wenn der Hofgarten an zwölf Tagen im Jahr mit 1.100 Plätzen ausverkauft ist und ansonsten ein Defizit haben, dass um die 300.000 bis 350.000 Euro pro Jahr liegt, müssen wir der Realität ins Auge sehen, dass wir hier über unsere Verhältnisse leben und ich denke, das können wir uns in Zukunft nicht leisten".

Für Bürgermeister Armin Schaupp beginnt das Unding Hofgarten in den 70er Jahren. Damals seien konkrete Baugenehmigungsvorlagen nicht eingehalten worden und genau das müsse man jetzt büßen. "Schön, wenn wir uns einen Hofgarten in der jetzigen Größenordnung leisten können. Bevor ich aber in Personalkosten eingreifen muss, sollte man lieber darüber nachdenken".

Allein für den Brandschutz müssen rund 400.000 Euro aufgewendet werden. Damit soll eine neue Brandmeldeanlage angeschafft werden. Für Rainer Hoffmann von der CSU steht dagegen fest, dass jetzt nicht einfach zugesperrt werden kann. Stattdessen müsse der aktuelle Stand gehalten werden, bis alle Fakten vorliegen, dann könne auch eine endgültige Entscheidung getroffen werden.

Riesen Lob dagegen für Schlossbesitzer Peter Seitz. Er habe bei der Sanierung und mit dem jetzigen Konzept tatsächlich großes geleistet. Ausgerechnet Michael Immler von den Freien Wählern sprach die Anerkennung aus. Er hatte sich immer gegen eine Verwirklichung der Pläne von Seitz ausgesprochen, räumte diesen Fehler aber auf dem Podium ein.

 
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