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Riedberger Horn
(Bildquelle: DAV | Scheunemann)
 
Oberallgäu
Montag, 9. April 2018
Auch ÖDP kritisiert CSU um Riedberger Horn-Pläne
Naturzentrum sei alter Wein in neuen Schläuchen

Die ÖDP in Schwaben sowie der Kreisverband Oberallgäu sehen sich rund um die am Freitag bekannt gewordenen Pläne nach dem Aus für eine "Skischaukel" am Riedberger Horn anteilig bestätigt. Das schreibt die Partei in einer Pressemitteilung. "Die CSU, die bisher mit ganzjährigem Naturschutz und Flächenerhalt auf Kriegsfuß stand, will ihre Wahlbonbons verteilen. Statt Kommerz und Klüngel soll Gutmenschentum verkauft werden", heißt es dort. Michael Finger, ÖDP-Kreisrat und Landtagsdirektkandidat, der seit fast 10 Jahren in den Gestaltungsprozess am Riedberger Horn eingebunden ist, betrachtet, gemeinsam mit der Bezirksvorsitzenden Lucia Fischer den Ausgang nur mit bedingter Zufriedenheit. Die Zehnjahresfrist für die Einfrierung des Projekts bildet maximal eine verharmlosende Pseudolösung, meint er und fragt: Wie geht es danach mit der beschlossenen Änderung des Alpenplans und der Herausnahme aus Zone C weiter?

Die Pressemitteilung der ÖDP im Wortlaut:
Die vorgeschlagene Ersatzlösung eines Naturerlebniszentrums entbehrt jeder Grundlage. Entsprechende Denkleistungen, die ein solches Angebot benötigt, erfolgten wohl nicht. Mit Steuermillionen soll jetzt Altbekanntes als Neuinnovation verkauft werden. Der Naturpark „Nagelfluhkette“, der bereits Naturerlebniskonzepte auch am Riedberger Horn anbietet, existiert schon. Naturpark-Ranger, die separat für ein neues Erlebnisprojekt eingestellt werden, leisten dann die gleiche Arbeit, wie die bereits jetzt tätigen Ranger in der Nagelfluhkette. Die Arbeitsplatzbeschaffung und die Personalkosten sind ja sinnvoll, aber sind sie auch sozial und ökologisch effizient? Die Elektrobusse, die den Touristenstrom befördern sollen, brauchen Stromtankstellen, nächtliche überdachte Abstellmöglichkeiten, usw. Wie kommen die Besucher zu den jeweiligen Haltestellen der Busse?

In Balderschwang und Obermaiselstein sind keine Bahnhöfe, die als Ausgangsstation für Zugreisende zum Bustransfer dienen können. Elektrobusse bei den Steigungen und im Winter? Hier sind noch viele Fragen offen, auch der noch offenen Förderung .  Also werden zahlreiche Autos die bisher nicht vorhandenen Parkplatzflächen belegen und sich die entsprechende Verkehrsdichte auf den Zubringerstraßen entwickeln. Der Oberallgäuer ÖDP-Kreisrat und Landtagsdirektkandidat Michael Finger meint dazu: „Man kann nur hoffen, dass die vorgesehenen Gelder in Generationenprojekte investiert und nicht sinnlos verbaut werden. In Zusammenarbeit mit Naturschützern und Touristikfachleuten müssen wertvolle, für beide Seiten akzeptable Möglichkeiten entstehen.“

Die Bezirksvorsitzende der ÖDP Schwaben, Lucia Fischer führt sogar aus: „Solange die Schutzzone am Riedberger Horn nicht wieder hergestellt ist,  besteht für uns immer noch Zugzwang und wir werden rechtliche Möglichkeiten, in Erwägung ziehen. Neuer, naturnaher Bergtourismus kann nur mit ständiger Überprüfung von ökologischer und finanzieller Integrität erfolgen, alles andere ist Augenwischerei!“. (pm)


Tags:
ödp riedbergerhorn bayern alpen



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