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Jahreshauptversammlung des Stolpersteine in Memmingen e.V.
Mehr Stolpersteine kommen - 22 erst 2015 verlegt
Diese Funtkion wird bald zur Verfügung stehen!
Memminger Fußgängerzone
(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Memmingen
Montag, 8. Februar 2016
Jahreshauptversammlung des Stolpersteine in Memmingen e.V.
Mehr Stolpersteine kommen - 22 erst 2015 verlegt

Zur Jahreshauptver­sammlung hatte der Verein „Stolpersteine in Memmingen e.V.“ ins „Jägerzimmer“ des Gasthofs „Zum Schwanen“ eingeladen. Neben den fälligen Neuwahlen blickten die Mitglieder auf das vergangene Jahr zurück und diskutierten die Vorschau auf die Aktivitäten des kommenden Jahres.

Im Rückblick auf die letztjährige Stolperstein­­verlegung konnte Helmut Wolfseher berichten, dass mit den 22 neu verlegten Steinen, die das Gedächtnis an Opfer und Verfolgte des Naziregimes wach halten sollen, erstmals auch an einen katholischen Märtyrer und drei Memminger Kommunisten erinnert wird. Für die jüdische Mitbürgerin Frieda Günzburger wurde zwar der Stolperstein schon für die geplante Verlegung im vergangenen Jahr hergestellt, seine Verlegung scheiterte aber an den Schwierigkeiten, die durch eine Baustelle gegenüber der Kramerstraße 29 entstand. Seine Verlegung soll im Zuge der Verlegung in diesem Herbst nachgeholt werden.

Für diese Verlegung wurden bei Gunter Demnig pauschal 25 – 30 Steine vorbestellt. Als möglicher Zeitraum, in dem die Verlegung erfolgen könnte, wurden von Gunter Demnig die Monate September oder Oktober in Aussicht gestellt. Der Abgleich der Daten, die in die Messingplatten der Steine eingeschlagen werden sollen, wird Ende März beginnen. Die Vereinsmitglieder können daher bis zu diesem Zeitpunkt weitere Vorschläge einbringen und Patenschaften für Steine übernehmen. Über die bereits bekannten Vorschläge hinaus wurden auf der Versammlung von Frau Hinske-Gengnagel Stolpersteine für die Familie Bähr und von Frau Gäble ein Stein für Edith Eis vorgeschlagen. Die Versammlung begrüßte diese Intiativen und nahm die Vorschläge einstimmig an.

Wie Wolfseher berichtete, ist Wilhelm Schmid, der im letzten Jahr das Projekt „Zeitzeugen“ initiierte, erkrankt, so dass er nicht selbst über den Verlauf des äußerst erfolgreichen Projekts berichten konnte. Diesen Part übernahm Egon Sterzer, der von den 6 Überlebenden des Holocaust erzählte, die aus Israel anreisten, um nicht nur in Memminger sondern auch in weiteren Allgäuer Schulen und Orten über die Naziverbrechen aus der Sicht der Opfer zu berichten. Die Zeitzeugen sprachen nur russisch und hebräisch, trotzdem entstand, auch dank der engagierten Übersetzer, schnell ein intensiver Kontakt zu den Zuhöhrern. Alle damals Beteiligten möchten das Projekt wiederholen, was durch die Einsetzung eines Arbeitskreises sichergestellt werden soll.

Eine große Baustelle stellt der Internetauftritt dar, da von Frau Wanner in der Vergangenheit die WEB-Seite praktisch alleine gestaltetet wurde. Mit der Ortsangabe der verlegten Steine werden Kurzbiographien der Opfer veröffentlicht. Diese Biographien mussten von ihr nicht nur alleine erstellt, sondern zum großen Teil auch von ihr recherchiert werden. Aus der Versammlung heraus versprachen spontan mehrere Teilnehmer in Zukunft bei der inhaltlichen Gestaltung mithelfen zu wollen, sodass der WEB-Auftritt in den nächsten Monaten noch informativer für die Besucher gestaltet werden kann.

Die Schatzmeisterin Wanner berichtete über den finanziellen Verlauf der Jahre 2014 und 2015. Dieser Zeitraum wurde durch die Kassenprüfer Kleidermann und Stenzel gemäß der Satzung einer Prüfung unterzogen. In ihrem Bericht konnten sie feststellen, dass bei der ordentlich und übersichtlich geführten Kasse keine Unregelmässig­keiten festgestellt wurden. Anschließend wurde von Walter Stenzel die Entlastung der Kassiererin beantragt, die auch einstimmig angenommen wurde.

Drei Arbeitskreise sollen in Zukunft die Arbeit des Vereins ausweiten und vertiefen. Der Arbeitskreis „Zeitzeugen“ soll die begonne Arbeit mit Überlebenden fortsetzen, der Arbeitskreis „Patenschaft über verlegte Steine“ die Pflege der Steine sicherstellen und schließlich soll der Arbeitskreis „Recherchen Leben von Opfern und Verfolgten“ über Leben und Schicksal der Betroffenen informieren.

Vor den Neuwahlen wurde von Walter Stenzel die Entlastung des bisherigen Vorstands beantragt. Diese Entlastung wurde dem alten Vorstand einstimmig gewährt. Die anschließenden Neuwahlen hatten folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Helmut Wolfseher, 2. Vorsitzender Herbert Diefenthaler, Schriftführer Dr. Thomas Epple, Schatzmeisterin Andrea Wanner. Als Beisitzer wurden Rolf Spitz, Dr. Martin Steiger und Walter Stenzel gewählt. Als Arbeitskreisleiter „Zeitzeugen“ wurde Egon Sterzer gewählt, der damit für den erkrankten Wilhelm Schmid einsprang und als Leiterin des Arbeitskreises „Patenschaften“ wählte die Versammlung Sabine Rogg. Schließlich wurde als Leiter für den Arbeitskreis „Recherchen“ Dr. Tomas Epple gewählt.

Nachdem Helmut Wolfseher die Veranstaltung mit seinem Dank für die engagierte Arbeit aller Mitglieder schloss, saß man noch bei intensiven Geprächen in kleinen Gesprächsgruppen zusammen.


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jahresauptversammlung stolpersteine verein allgäu



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