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Sendung: Der AllgäuHIT-MIX
 
 
Klinik Immenstadt
(Bildquelle: Klinik Immenstadt)
 
Kempten
Montag, 7. März 2016
Mehr Patienten, mehr Fachkräfte
Klinikverbund Kempten-Oberallgäu verbessert sich

Die erneut positive Entwicklung des Klinikverbundes im Jahr 2015 stand im Fokus der Pressekonferenz des Kliniken-Aufsichtsrates. „Die medizinischen Angebote für eine wohnortnahe und hochwertige Gesundheitsversorgung in der Region konnten erneut ausgebaut und verbessert werden“, sagte Vorsitzender Gebhard Kaiser.

 

Unter anderem wurde in die Weiterentwicklung der Neuromedizin investiert und das Angebot der Neuroradiologie für Patienten mit neurologischen Erkrankungen ausgebaut. Neben den bisherigen konservativen (Neurologie) und operativen (Neurochirurgie) Behandlungsverfahren am Klinikum Kempten bildet die interventionelle Neuroradiologie nun eine wertvolle dritte Therapieoption, wenn es beispielsweise um die Behandlung von Schlaganfällen geht. „Dass alle drei Bereiche, nämlich die Neurologie, die Neurochirurgie und die Neuroradiologie an einem Standort und unter einem Dach angesiedelt sind, ist einmalig in unserer Region“, so Gebhard Kaiser.“

Durch die Inbetriebnahme der Neurologischen Frührehabilitation (Phase B) profitieren Patienten mit schweren Schlaganfällen und Hirnblutungen. Die Neurologische Frührehabilitation ist ein Bindeglied zwischen der Akutbehandlung im Krankenhaus (vor allem auf der Intensivstation) und der klassischen Rehabilitation. Dabei sind die Patienten zwar noch stationär behandlungsbedürftig, werden aber gleichzeitig intensiv rehabilitativ-therapeutisch betreut.

Gute Entwicklung der Hauptabteilung für Lungenheilkunde

Die im April 2014 etablierte neue Hauptabteilung für Lungenheilkunde (Klinik für Pneumologie, Thoraxonkologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin mit Chefarzt Prof. Dr. Christian Schumann) an den Standorten Kempten und Immenstadt erfreut sich einer enormen Nachfrage von Patienten mit akuten und chronischen Lungenerkrankungen.

Im laufenden Jahr wurde das wohnortnahe Leistungsangebot für die Region ausgeweitet. So gibt es für die Behandlung der stetig zunehmenden Erkrankungen wie COPD, Lungenemphysem und Lungenkrebs hochmoderne Diagnostik und Therapie sowie weitere innovative Untersuchungs- und Behandlungsmethoden. Naben dem allgemeinen pneumologischen und speziellen beatmungsmedizinischen Leistungsangebot an der Klinik Immenstadt zeichnet sich die neue Hauptabteilung des Klinikverbundes durch die Thoraxonkologie und Schlafmedizin am Klinikum Kempten aus.

Schlaf- und Atmungsstörungen können ebenso wohnortnah behandelt werden wie Lungenpatienten, die akute Atemprobleme haben. Eine Besonderheit ist der Lungenersatz („Extrakorporale Membranoxygenierung, ECMO“), der regelmäßig zum Einsatz kommt, wenn alle Beatmungsverfahren versagen.

Akutgeriatrie - ausgerichtet für Bedürfnisse älterer Menschen

Im Oktober ging die Akutgeriatrie in Kempten und in Sonthofen in Betrieb. Ältere Menschen werden in diesen Behandlungseinheiten noch besser versorgt. Das gewährleistet die eine spezielle Frührehabilitation, die bereits während des Krankenhausaufenthalts ein Bestandteil der Behandlung ist. Dank der Akutgeriatrie ist dort eine wesentlich umfangreichere Diagnostik, Betreuung und Behandlung betagter Patienten möglich.

Mehr Patienten stationär behandelt - gestiegene Nachfrage

Erfreulich ist das weiter gestiegene Vertrauen der Patienten in die medizinische und pflegerische Behandlung an den Standorten Kempten, Immenstadt, Sonthofen und Oberstdorf. In den letzten sechs Jahren ist die Zahl der im Klinikverbund behandelten Patienten um zehn Prozent angestiegen. Im vergangenen Jahr wurden über 43.700 Menschen stationär behandelt. Im Vergleich zum Vorjahr 2014 sind dies 1.500 Patienten mehr. Angestiegen ist auch die Schwere der Erkrankungen. Dies schlägt sich im sogenannten Casemix nieder. Dieser ist im Vergleich zu 2014 um 3.500 Punkte angestiegen.

„Diese positive Entwicklung ist vor allem der Verdienst der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, weshalb wir allen für das Engagement besonders danken“, betonte Kliniken-Geschäftsführer Andreas Ruland. „Der tägliche Einsatz zum Wohle der uns anvertrauten Patienten verdient großen Respekt und Anerkennung“.

Krankenhaushygiene flächendeckend ausgebaut

Seit mehreren Jahren hat der Klinikverbund das Hygienemanagement an den Standorten systematisch auf- und ausgebaut. Sieben ausgebildete Hygienefachkräfte und zwei ärztliche Krankenhaushygieniker sind im Einsatz, um die hohen Hygienestandards umzusetzen und die Risiken in hygienekritischen Bereichen zu minimieren.

„Wenn wir über Hygiene reden, meinen wir nicht ausschließlich das, was landläufig darunter verstanden wird, nämlich die Sauberkeit“, so Andreas Ruland. Vielmehr gehe es insbesondere darum, möglichst viele Infektionen zu vermeiden. Dafür habe man zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. So gibt es in den Notaufnahmen flächendeckende Patienten-Screenings auf multiresistente Erreger. Ein monatliches Reporting dokumentiert Hygiene-Indikatoren. Unter anderem wird dabei der Desinfektionsmittelverbrauch festgestellt und die Häufigkeit aufgetretener Erreger dokumentiert. Neben dem Vergleich mit anderen Häusern dient dies dazu, Verbesserungspotenziale zu erzielen. Die ermittelten Daten dienen zudem als Entscheidungsgrundlagen für weitere Maßnahmen in der Hygienekommission.

In regelmäßigen Audits des Hygieneteams vor Ort werden baulich funktionale Defizite erkannt und Abläufe auf Stationen sowie in den Abteilungen überprüft.

Ein Ziel der Zukunft wird sein, verstärkt einen Blick auf Einsatz und Verbrauch von Antibiotika zu werfen. „Damit wollen wir den zunehmenden Resistenzen von Bakterien gegenüber den eingesetzten Antibiotika entgegen wirken“, betont Ruland.

Mehr Fachkräfte eingestellt

Entsprechend der Leistungssteigerung wurde auch die Zahl der beschäftigten Mitarbeiter angepasst. Durchschnittlich waren im Klinikverbund im vergangenen Jahr 1.418 Vollkräfte beschäftigt, das sind 33 mehr als 2014. Leider sei es nicht gelungen, alle offenen Stellen zu besetzen, so dass laut Geschäftsführer Michael Osberghaus zwölf Stellen unbesetzt blieben. Für dieses Jahr Jahr sollen nochmals 57 weitere Fachkräfte eingestellt werden. Erfreulich ist, dass davon ein Großteil bereits zum Jahresende 2015 besetzt werden konnte.

„Die Neueinstellungen sind uns nur deshalb möglich, weil auch die Nachfrage unserer Patienten in allen vier Klinikstandorten gegeben ist“, so Osberghaus. In den Tochtergesellschaften des Klinikverbunds, dem MVZ Immenstadt, MVZ Oberstdorf, MVZ Klinikum Kempten sowie der Reha-Klinik in Sonthofen sind weitere 630 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Mit insgesamt rund 2.850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat sich der Klinikverbund in den letzten Jahren zu einem der größten Arbeitgeber in der Region entwickelt.

Investitionen in Weiterentwicklungen der Klinikstandorte

Aufsichtsratsvorsitzender Gebhard Kaiser verwies auf die Investitionen in die Weiterentwicklung der Klinikstandorte in Höhe von zirka 19 Millionen Euro in 2015. „Durch diese Investitionen schaffen wir die Voraussetzung für eine gute Patientenversorgung in unserer Region und erhalten so die Zukunftsfähigkeit“, so Gebhard Kaiser. Weitere Investitionen in Baumaßnahmen und Ausstattung im Jahr 2016 belaufen sich auf rund 23 Millionen Euro. Das Geld fließt unter anderem in die Erweiterung der Klinik Immenstadt. Am Klinikum Kempten wird in hochmoderne Operationssäle und einen neuen Wirtschaftshof investiert.

Positives Jahresergebnis

Ein erneut positives Jahresergebnis steht dem Klinikverbund Kempten-Oberallgäu ins Haus. Der Jahresabschluss 2015 weist ein leichtes Plus von 872.000 Euro aus (2014: 712.000 Euro). In diesem Ergebnis sind auch Abschreibungen und Zinsaufwendungen in Höhe von 5,3 Millionen Euro enthalten. Die wirtschaftliche Situation der Kliniken habe sich erneut verbessert und stabilisiert, freute sich Vorsitzender Gebhard Kaiser. Trotz der weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen sei diese Bilanz als positiv und erfreulich anzusehen.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden auch für das Jahr 2016 große Herausforderungen mit sich bringen. So ist der Landesbasisfallwert zwar um 1,7 Prozent gestiegen, was leicht erhöhte Einnahmen pro Fall bedeuten. Dies reicht jedoch nicht aus um die Kostensteigerungen zu kompensieren. Diese resultieren unter anderem aus tariflich bedingten Lohnsteigerungen von angenommenen 3 Prozent und aus Sachkosten-steigerungen (z. B. gestiegene Kosten für Versicherungen in Höhe von rund 300.000 Euro). „Es ist unser gemeinsamer Auftrag die Unterdeckung zu schließen“, so Osberghaus.

Trotz dieser Entwicklungen wurde im Aufsichtsrat der Wirtschaftsplan für 2016 mit einem ebenfalls leicht positiven Ergebnis einstimmig beschlossen. Abschließend lobte Vorsitzender Gebhard Kaiser das gute Miteinander im Aufsichtsrat sowie die konstruktive Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung. (pm)


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