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Besprechung des ÖPNV in einem Linienbus
(Bildquelle: MONA GmbH)
 
Kempten
Mittwoch, 24. Juni 2015
Erster Meinungsaustausch der Kemptener MONA GmbH mit der Polizei
Sicherheit in Linienbussen wird stärker diskutiert

Zu einem ersten Meinungsaustausch zwischen Vertretern der Polizei, der Geschäftsleitung der neu gegründeten MONA GmbH und den Linienbusfahrern ist es kürzlich gekommen. Im Rahmen dieses Austausches wurden Themen behandelt die zuletzt auch im Verkehrsausschuss der Stadt Kempten diskutiert wurden.

Bei dem Treffen war es ein Anliegen aller Beteiligten, eine Reihe von Situationen die täglich in den Linienbussen entstehen, mit den Handelnden vor Ort, Busfahrer, Verkehrsunternehmern und der Polizei, zu diskutieren. Nicht zuletzt ging es darum, wie die bestehenden gesetzlichen Vorschriften in der Realität umgesetzt werden und umsetzbar sind.

Im Verkehrsausschuss der Stadt Kempten wurde als Kritik angeführt, dass oftmals Fahrgäste direkt im Bereich hinter der Windschutzscheibe stehen und dadurch einem enormen Sicherheitsrisiko ausgesetzt seien. Verkehrsunternehmer und MONA-Mitgeschäftsführer Martin Haslach führt dazu aus, dass, wenn die Fahrgäste hinter den Absperrungen stehen und sich festen Halt verschaffen können bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit eines Stadtlinienbusses von teils deutlich unter 15 km/h schwerlich von einem enormen Risiko gesprochen werden kann. Der Fahrer brauche aber einfach freie Sicht. Eine Beförderung von Fahrgästen direkt an der Windschutzscheibe sei somit ein Ding der Unmöglichkeit. Vor den Absperrungen im Einstiegsbereich dürfe definitiv kein Fahrgast befördert werden.

Etwas ratlos waren alle Beteiligten ob der neuen gesetzlichen Vorschriften zur Barrierefreiheit im ÖPNV, denen zur Folge die allgemein bekannte Pendelabschrankung nach dem Einstiegsbereich in Neufahrzeugen nicht mehr eingebaut werden darf, weil dadurch mobilitätseingeschränke Personen das Ein- und Aussteigen erschwert wird. Stattdessen gibt es in den Fahrzeugen zukünftig eine gelbe Linie am Boden, die den Bereich markiert, wo sich währende der Fahrt keine Fahrgäste aufhalten dürfen.

Auch Polizeihauptkommissar Thomas Riester von der PI Kempten verweist bei dem Gespräch dabei auf die geltenden gesetzlichen Bestimmungen. Es helfe nichts, die Flächen im Bereich der Einstiege (also auch direkt vor den Windschutzscheiben) sind freizuhalten, auch wenn das manchmal schwierig zu handhaben ist. Die StVO regle das eindeutig im § 23 und überträgt die Pflicht dabei auf den Fahrzeugführer, sprich den Fahrer, für die Einhaltung zu sorgen. „Die StVO sieht ein Verwarnungsgeld von 80 € und 1 Punkt in Flensburg für eine Verstoß gegen die Regelung als Konsequenz für den Fahrer vor“ so Thomas Riester, der damit die Notwendigkeit der rigorosen Einhaltung dieser Richtlinie unterstreicht. Anweisungen sowie Schulung des Fahrpersonals, klare Kennzeichnung der Abgrenzungsbereiche und Informationsaushänge in den Bussen für die Fahrgäste sollen kurzfristig zur Verbesserung der Situation führen, sagen dabei die Verkehrsunternehmer aber auch Vertreter des Fahrpersonals zu.

Insbesondere das oftmals unvernünftige Verhalten von Fahrgästen im Schülerverkehr bemängelt hingegen Reiner Andraschko als Betriebsrat der Haslach Bus GmbH. „Ich bin gespannt wie wir das immer umsetzen können“, und weist auf die manchmal uneinsichtigen und nicht immer kooperativen Fahrgäste hin. Hinweise und Aufklärung bereits in der Jugendverkehrsschule sollen in diese Richtung unterstützend helfen, so die anwesenden Polizeibeamten aus dem Bereich Prävention und Aufklärung.

Gleiches gelte für das Verhalten von Fahrradfahren an Haltestellen. „Es ist schon manchmal haarsträubend, wenn man als Busfahrer im Spiegel beobachtet, wie Radfahrer zwar auf dem Geh-/Radweg aber mit unverminderter Geschwindigkeit zwischen ein- und aussteigenden Fahrgästen vorbeirauschen“ so Jochen Schuhmacher, Busfahrer und Betriebsrat bei Haslach Bus in Kempten. Hier soll künftig neben der entsprechenden präventiven Jugendverkehrsschulung auch ein Auge seitens der verkehrsüberwachenden Organe geworfen werden. Auch für Radfahrer gelte die StVO, notfalls muss in solchen Situation auch mal mit dem Fahrrad stehen geblieben werden, so die Polizeibeamten.

Manche Ausführungen zum Kemptener ÖPNV im Verkehrsausschuss möchte Helmut Berchtold, Stadtrat und Aufsichtsrat der MONA GmbH dann doch noch richtig stellen: „Der ÖPNV ist nach wie vor das sicherste Verkehrsmittel überhaupt. Die Chance durch einen Unfall im „Elterntaxi“ auf dem Schulweg zu Schaden zu kommen ist statistisch gesehen fast 40mal höher als mit dem Bus“. Sicherlich gibt es viele Dinge die man verbessern kann und auf die man reagieren müsse, eine Linienbusfahrt aber als eine Art „Himmelfahrtskommando“ darzustellen entspricht nicht im Ansatz der Realität, schadet dem Image des ÖPNV als alternative Verkehrsform und damit den gemeinsam vereinbarten Ziel der Stadt, nämlich den ÖPNV in der Region zu stärken und voran zu bringen, so Berchtold.

Eine ausgesprochene konstruktive Zusammenkunft, so waren sich die Beteiligten einig, die in Zukunft nicht nur bei akut anstehenden Problemen wiederholt werden sollte. Vielmehr mache es durchaus Sinn einen regelmäßigen Austausch auf dieser Ebene einzurichten. 


Tags:
sicherheit polizei diskussion linienbus



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