420 Wohnungen neu gebaut - das Baujahr in Kempten - Jahresbilanz: Bauherren investieren 111,3 Millionen Euro | Radio AllgäuHIT
Moderator: Hits der 70er bis Heute
Sendung: Der AllgäuHIT-MIX
 
 
Ein guter Plan fürs Haus ist immer auch ein guter Plan, um die Mieten in Schach zu halten. Denn gegen steigende Mieten hilft nur eins: bauen, bauen, bauen = – Und das könnte eigentlich viel besser laufen, meinen Bau-Gewerkschaft und Bau-Branche.
(Bildquelle: William Diller )
 
Kempten
Donnerstag, 28. Juni 2018
420 Wohnungen neu gebaut - das Baujahr in Kempten
Jahresbilanz: Bauherren investieren 111,3 Millionen Euro

Vom Single-Apartment bis zum Bungalow: In Kempten im Allgäu sind im vergangenen Jahr 420 Neubauwohnungen entstanden – 43 davon in Ein- und Zweifamilienhäusern. Darauf hat das Verbändebündnis Wohnen hingewiesen, in dem sich Baugewerkschaft IG BAU und Bauwirtschaft zusammengeschlossen haben. Das Bündnis beruft sich bei den Zahlen auf die aktuelle Bau-Bilanz der fertiggestellten Wohngebäude vom Statistischen Bundesamt.

Insgesamt haben die Bauherren in Kempten im Allgäu demnach im vergangenen Jahr 111,3 Millionen Euro in den Neubau von Wohnungen investiert. „Das klingt viel. Tatsächlich müsste es aber mehr sein, wenn Kempten im Allgäu seinen Beitrag zur Wohnraum-Offensive der Bundesregierung leisten will. Denn der Neubau von bezahlbaren Wohnungen ist die einzige effektive Antwort auf steigende Mieten und hohe Immobilienpreise, von denen auch Bayern betroffen ist“, sagt Karl Bauer (IG BAU) vom Verbändebündnis Wohnen.

 

Insgesamt seien bundesweit im vergangenen Jahr lediglich nicht einmal 285.000 Wohnungen neu gebaut worden. Dabei habe die Große Koalition von CDU/CSU und SPD eine ganz andere Messlatte gelegt: 1,5 Millionen Neubauwohnungen bundesweit bis 2021 – also 375.000 pro Jahr. „Das bedeutet, dass der Wohnungsneubau schon in diesem Jahr um satte 32 Prozent zulegen müsste. Danach sieht es allerdings bislang weder in Bayern noch bundesweit aus“, so der Regionalleiter der IG BAU in Bayern, Karl Bauer.

 

Das Verbändebündnis Wohnen fordert daher jetzt den Bund, das Land Bayern und auch die Kommunen auf, mehr für den Wohnungsbau zu tun. Vor allem für den bezahlbaren Wohnraum. Also für Menschen ohne „extra dickes Miet-Portemonnaie“: „Gerade für den sozialen Wohnungsbau muss deutlich mehr getan werden. Ebenso für den Neubau von Wohnungen, bei denen sich die Menschen die Miete auch leisten können“, so Bauer.

 

Auch das Wohneigentum in Kempten im Allgäu müsse endlich wieder effektiv gefördert werden. „Es müssen sich wieder mehr Menschen die eigenen vier Wände leisten können – vom Maurer bis zur Industriekauffrau. Handwerker, die Wohnungen bauen, sollten auch in der Lage sein, sich eine eigene Wohnung anzuschaffen“, so das Bündnis Wohnen.

 

Wohneigentum sei eine wichtige Altersvorsorge. „Die eigenen vier Wände sind da und haben Bestand – unabhängig davon, wie die Rentenhöhe im Alter schwankt. Sie bieten die Sicherheit eines dauerhaften ‚Daches über dem Kopf‘ – ohne Angst vor Mieterhöhungen oder vor einer Kündigung“, sagt Karl Bauer.

 

An die heimischen Bundestagsabgeordneten appelliert das Wohn-Bündnis, dem Wohnungsbau jetzt die „politische Power“ zu geben, die der Bau braucht. „Es kommt darauf an, dass die Bundestagsabgeordneten aus Kempten im Allgäu und ganz Bayern in Berlin Farbe bekennen. Sie müssen sich für ein deutlich dickeres Baupaket im nächsten Bundeshaushalt starkmachen, von dem dann auch die Menschen in Kempten im Allgäu mehr profitieren“, sagt Karl Bauer von der IG BAU. Die Kanzlerin habe angekündigt, 6 Milliarden Euro für den Wohnungsbau bis 2021 bereitzustellen – also 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Tatsächlich benötigt würden aber mindestens 4 Milliarden Euro jährlich.

 

„Denn im Wohnungsmangel und in steigenden Mieten steckt sozialer Sprengstoff. Gerade beim Neubau von Sozialwohnungen droht ein Desaster, wenn der Bund hier nicht ordentlich Geld in die Hand nimmt und investiert. Tag für Tag fallen Sozialmietwohnungen aus der Bindung. Der Bestand an Wohnungen für Menschen, die einen Wohnberechtigungsschein haben, schmilzt kontinuierlich ab“, warnt Karl Bauer. Eine „Goodwill-Wohnungsbaupolitik“ der Länder, bei der die Zahl der Sozialwohnungen von der Kassenlage abhänge, sei fatal. Auch die geplante Förderung für den altersgerechten Umbau lasse „jede Hoffnung auf einen Sanierungsschub für mehr Seniorenwohnungen gegen Null laufen“. Aber gerade altersgerechte Wohnungen brauche auch Kempten im Allgäu.

 

Der Bund müsse dem Wohnungsneubau jetzt „Turbo-Impulse“ geben: Dazu gehören, so das Verbändebündnis Wohnen, zusätzliches Fördergeld und mehr steuerliche Anreize. Wirksam sei insbesondere eine bessere steuerliche Abschreibung – konkret die Erhöhung der AfA von 2 auf dauerhaft 3 Prozent. Denn der Bau brauche vor allem verlässliche Rahmenbedingungen, um Fachkräfte und technische Kapazitäten aufbauen zu können. Ebenso müssten alle engagierten und im Kern guten Punkte, die Union und SPD zum Wohnungsbau im GroKo-Koalitionsvertrag vereinbart haben, schnell angepackt werden.

 

Im Verbändebündnis Wohnen setzen sich die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) und die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) gemeinsam für bessere Rahmenbedingungen beim Wohnungsbau ein. (PM)

 


Tags:
bauen jahresbilanz kempten allgäu



DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN:
Naturschutzbund kritisiert Erweiterungsbau Lindaupark - Verkehrsbelastung wird zunehmend größer
Rund um den Bau der Erweiterung des Lindauparks hat der Naturschutzbund in Bayern e.V. erhebliche bedenken bzgl. der Auswirkungen auf das Straßenverkehrsnetz und ...
FC Memmingen erneut im Pokaleinsatz - Landesligist SC Ichenhausen wartet
Nach dem knappen Weiterkommen steht für den FC Memmingen bereits am Dienstagabend (18.15 Uhr) das zweite Hauptrunden-Spiel im BFV-Toto-Pokal an. Es geht zum ...
Pflegenotstand erreicht erschreckendes Ausmaß - Unterstützung aus Nachbarländern für das Allgäu erfragt
„So geht es nicht weiter, es muss jetzt dringend auf landespolitischer Ebene gehandelt werden“, war die einhellige Meinung des Landesvorsitzenden der Freien ...
Lasertag-Anlage in Memmingen geschlossen - Inhaber erhebt harsche Vorwürfe gegen Stadtverwaltung
Rund um die Schließung einer Lasertag-Anlage in Memmingen gibt es Gesprächsbedarf von Seiten des Stadtratsmitglieds Thomas Mirtsch von der CRB. Er hat sich in ...
1.900 neue Azubis bei Allgäuer Gastronomen - Allerdings: Viele befristete Verträge
Ausbildungsvertrag in der Hand, aber was kommt danach? Im Raum Ostallgäu, Oberallgäu, Kempten und Kaufbeuren können sich derzeit rund ...
Johanniter im Allgäu freuen sich über Spende - 80 neue Tröstebären für kleine Patienten
Mit einem Teddy im Arm lässt sich Vieles besser ertragen, denn der kuschelige Bär tröstet und gibt ein Gefühl von Geborgenheit und Schutz - das ...
© 2018 AllgäuHIT - Baumann & Häuslinger GbR • Richard-Wagner-Str. 14 • 87525 Sonthofen - Tel: 08321-676 1360
Die Nutzung der Nachrichten von AllgäuHIT, auch in Auszügen, ist ausschließlich für den privaten Bereich freigegeben.
Eine Nutzung für den gewerblichen Bereich erfordert eine schriftliche Genehmigung der Baumann & Häuslinger GbR
MEINE REGIONALNACHRICHTEN
Meine Allgäu-Region wählen ...
 
Kleinwalsertal Kempten Oberallgäu Kaufbeuren Ostallgäu Memmingen Unterallgäu Bodensee
LIKE UNS BEI FACEBOOK
 
DIE LETZTEN 3 GESPIELTEN TITEL
 
Bruno Mars
The Lazy Song
 
Kygo feat. Parson James
Stole The Show
 
Revolverheld
Immer noch fühlen
AKTUELLE BILDERGALERIEN
 
AllgäuHIT-Bildergalerie
Brand Oberstaufen-Konstanzer
 
AllgäuHIT-Bildergalerie
Seenoteinsatz Bodensee
 
AllgäuHIT-Bildergalerie
Schwarzstörche
 
 
 
Radio einschalten