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ESV Kaufbeuren
(Bildquelle: ESVK)
 
Kaufbeuren
Sonntag, 15. Oktober 2017
ESV Kaufbeuren besiegt Bietigheim in der Verlängerung
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Ein temporeiches Spiel vor 2.369 Zuschauern gewann der ESV Kaufbeuren letztlich verdient in der Verlängerung, nachdem man das erste Drittel etwas verschlafen hatte. Die Steelers traten mit nur 14 Feldspielern an. Es fehlten unter anderem namhafte Spieler wie Frédérik Cabana, Andrew McPherson, Marcus Sommerfeld, Adam Borzecki, Alexander Preibisch und Kodi Schwarz. Dafür waren mit Max Lukes, Dominic Auger und Rob Brown in Kaufbeuren bestens bekannte Spieler mit von der Partie. Bei den Jokern musste man weiterhin auf die verletzten Steven Billich und Simon Schütz verzichten.

Schon nach elf Sekunden musste Stefan Vajs hinter sich greifen. Shawn Weller konnte sich mit einem guten Forecheck die Scheibe erkämpfen, Tyler McNeely passte zurück zu Weller, der keine Mühe hatte, die frühe Führung für die Gäste zu erzielen. Weiterhin gaben die Mannen aus dem Ellental den Ton an und die Joker hatten sichtlich Probleme mit der aggressiven und schnellen Spielweise der Württemberger. In der fünften Minute kamen die Joker erstmals gefährlich vor das Tor von Ilya Sharipov. Jere Laaksonen scheiterte aber an der Fanghand des Bietigheimer Schlussmannes. Die nächste kalte Dusche gab es in der achten Minute. Einen schnell vorgetragenen Angriff vollendete Topscorer Matt McKnight eiskalt in Torjägermanier. Der ESVK sah sich weiterhin wütenden, aber jederzeit sauber vorgetragenen Angriffen ausgesetzt. In Minute 12 gab es das erste Überzahlspiel des Spiels. Matt McKnight durfte sich auf der Strafbank ausruhen. Auf Seiten des ESVK hatte man eine gute Chance durch Joey Lewis. Sein Schuss verfehlte das Ziel knapp. Just bei Ablauf der Strafzeit folgte ein Konter durch René Schoofs. Mit größter Mühe konnte Stefan Vajs diesen entschärfen. Daniel Oppolzer hatte nach einem Abwehrfehler der Steelers die Chance auf den Anschlusstreffer. Ilya Sharipov war jedoch Herr der Lage. Kurz vor Drittelende gab es noch eine Strafzeit gegen Denis Pfaffengut. Mit etwas konsternierter Miene ging es in die Drittelpause.

Im zweiten Drittel ging es mit Überzahl für die Gäste weiter. Der ESVK konnte sich in diesem schadlos halten. Nach der erneut kalten Dusche legte man an Tempo zu und spielte auch etwas härter. In der 25.Minute war der Bann dann gebrochen. Charlie Sarault umkurvte das Gehäuse und der im Slot wartende Joona Kaarevaara umkurvte Ilya Sharipov und konnte den vielumjubelten Anschlusstreffer erzielen. Nun war der Knoten geplatzt. Man schnürte die Bietigheimer Minutenlang in deren Drittel ein und konnte sich einige gute Chancen erarbeiten. Als gegen Max Prommersberger in der 31. Minute eine Strafe ausgesprochen wurde, war es Sami Blomqvist mit einem verdeckten Schuss zum 2:3, den Ilya Sharipov passieren lassen musste. Im Stadion wurde es immer lauter. Man gab das Spiel keineswegs verloren. Als René Schoofs eine Strafe absitzen musste, wurde es kurios. Tyler McNeely setzte zum Konter an, Sami Blomqvist hatte die Scheibe, McNeely fuhr auf ihn auf und der Finne musste zur Verwunderung aller ebenfalls in die Penalty Box. Bei vier gegen vier war es Joona Kaarevaara mit einem wahren Kunstsück, der den Ausgleich erzielen sollte. Auf Höhe des Bullykreises tanzte er seinen Gegenspieler mit einer Drehung aus und schlenzte den Puck ins lange Eck. Weiter ging es im Minutentakt. Jere Laaksonen fing die Scheibe im Bietigheimer Drittel ab und legte quer zu Joey Lewis. Der nahm den Direktschuss, Ilya Sharipov konnte abwehren und wieder Tyler McNeely setzte zum Konter an. Diesmal machte er es aus Sicht der Gäste besser und brachte seine Farben wieder in Front. Gegen Drittelende mussten gleich zwei Steeler auf die Strafbank. Sebastian Osterloh und Jere Laaksonen scheiterten in den letzten Sekunden an Ilya Sharipov. Durch tollen Einsatz hatten sich die Joker wieder ins Spiel gebracht. Man durfte gespannt sein, wie es im dritten Drittel weiterging.

Mit fünf gegen drei ging es nach den Strafen aus dem zweiten Drittel in Überzahl für den ESVK weiter. Ilya Sharipov war der Fels in der Brandung. Als Norman Hauner von der Strafbank zurückkam, konnte er allein auf Stefan Vajs zulaufen. Der Kaufbeurer Torhüter parierte bravourös. Weiter gab es Strafzeiten auf beiden Seiten. Die Abwerreihen konnten diese Situationen schadlos überstehen. Wieder einmal war es Kapitän Sebastian Osterloh, der in der 52. Minute die Initiative ergriff. In der Bandenkurve konnte er die Scheibe behaupten und sah den vor dem Tor postierten Sami Blomqvist. Der finnische Sturmtank ließ sich nicht zweimal bitten und erzielte den überfälligen Ausgleich. Zwei Minuten vor Spielende nochmals eine Strafzeit gegen die Gäste. Sami Blomqvist versuchte den freien Puck im Tor unterzubringen. Shawn Weller ließ sich zu einem Stockstich hinreißen und musste die Eisfläche verlassen. Auch Sami Blomqvist musste eine – jedoch nur kleine – Strafe absitzen.

Es ging in die Verlängerung. Zunächst ging es mit drei gegen drei weiter. Nach einigen Sekunden kam es schließlich zur Überzahl für den ESVK. Ilya Sharipov konnte seine Farben zunächst noch im Spiel halten. Als Christopher Kasten von der blauen Maß nahm und Max Schmidle im Fallen das vermeintliche Siegtor erzielte, war der Torhüter der Steelers jedoch machtlos. Nach Protesten der Gäste zogen die Schiedsrichter kurz den Videobeweis zu Rate. Schnell entschieden sie dann auf einen korrekten Treffer, so dass der ESVK alles in allem als verdienter Sieger vom Eis ging.

In der anschließenden Pressekonferenz war Gästetrainer Kevin Gaudet mit einem nahezu perfekten ersten Drittel seiner Mannschaft zufrieden. Nach der 3:0 Führung sei man etwas zu sorglos mit den Chancen umgegangen und man habe zu viele Strafen genommen.

Andi Brockmann sah ein verrücktes Spiel. Man kämpfte sich zum unentschieden zurück und kassierte wiederum den Rückstand. Weiter war der Kaufbeurer Coach auf die Moral des Teams stolz und letztendlich zufrieden mit dem Ausgang des Spiels.


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