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Bodensee - Lindau
Montag, 2. März 2015
Neue Lindauer Inselhalle ohne Parkhaus unsinnig
OB Ecker: Bürgerbegehren gefährdet Inselhallenprojekt

"Das Inselhallenparkhaus ist wesentlicher Bestandteil des Inselhallenprojekts. Es ist baurechtlich und wirtschaftlich für einen sinnvollen Betrieb der neuen Inselhalle notwendig", so der Lindauer Oberbürgermeister Dr. Gerhard Ecker in seiner Bewertung des weit fortgeschrittenen Bauprojekts.

Durch Anfragen des Initiators Andreas von Hollen bei der Stadt wurde der Stadt Lindau bekannt, dass demnächst ein Bürgerbegehren "Parkhaus Inselhalle" gestartet werden soll. Es beabsichtigt die Frage "Sind Sie dafür, dass das Parkhaus neben der Inselhalle nicht gebaut wird?" den Bürgern in einem Bürgerentscheid zur Entscheidung vorzulegen. In der kurzen Begründung des Bürgerbegehrens heißt es zwar, dieses Bürgerbegehren richte sich "nicht gegen die Genehmigung zur Modernisierung der Inselhalle, sondern nur gegen das Parkhaus." Der Initiator verkennt dabei jedoch, dass allein schon eine größere Verzögerung des Projekts durch die Sperrwirkung eines zulässigen Bürgerbegehrens den Zeitplan erheblich umwirft und damit das Projekt zum Scheitern brächte, zumindest aber erhebliche Mehrkosten verursachen würde.

Parkhaus bestmögliche Lösung
Das Bürgerbegehren enthält auch keine bessere Lösung für das Thema „notwendige Stellplätze für die Inselhalle“, sondern versucht lediglich alle Parkhausgegner – die einen wollen eine größere Tiefgarage mit oberirdischen Parkplätzen (so wohl der Initiator des Bürgerbegehrens), andere ein kleineres Parkhaus und wieder andere überhaupt kein Inselhallenparkhaus – in einem Entscheid gegen das Inselhallenparkhaus zusammenzuführen. Jede Alternativlösung hat für sich betrachtet keine Mehrheit und berücksichtigt auch das Anliegen der Stadtratsmehrheit nicht, zur Entlastung  des Inselkerns rund 100 zusätzliche Stellplätze für die Altstadt zu schaffen. Negatives Ergebnis des Bürgerbegehrens wäre es somit, den Bau der neuen Inselhalle  zum Scheitern gebracht zu haben.

Kein Zurückstellen des Inselhallenparkhauses um mehrere Jahre
Der Stadtrat hat in seiner Sitzung vom 26. Februar nochmals mit 20:10 Stimmen bekräftigt, warum er auch nicht bereit ist, den Bau des Inselhallenparkhauses  - wie von der Fraktion der Bunten beantragt - bis 2018 zurückzustellen. In der Stadtratsvorlage heißt es u. a.: Das Parkhaus ist wichtiger Funktionsbestandteil der Inselhalle. Die rund 300 notwendigen Stellplätze müssen für den Erhalt der Baugenehmigung nach Art. 47 BayBO in der Nähe des Baugrundstücks nachgewiesen werden. Nach der Rechtsprechung ist i. d. R. von einer Entfernung von etwa max. 300 Metern auszugehen; jedenfalls sind die rund 700 Meter zum Beverplatz deutlich zu weit. Die nahen Stellplätze sind aber auch für den Betrieb der Inselhalle zwingend notwendig. Die Erreichbarkeit eines Tagungs- und Kongresshauses stellt für Veranstalter und deren Kunden ein wesentliches Entscheidungsmerkmal dar. Lindau ist ein peripherer Standort ohne direkte Anbindung an relevante Flughäfen oder Bahnknotenpunkte.

Auch an anderer Stelle im näheren Umfeld der Inselhalle (z. B. Marktplatz, Stiftsplatz) sind diese 300 Stellplätze nicht darstellbar und würden zu einer zusätzlichen Belastung der historischen Altstadt führen. Es ist erklärtes Ziel, den allgemeinen Verkehr aus der Altstadt herauszuhalten, um den Bedarf von Anwohnern, Markt- und Einzelhandelskunden u.a. decken zu können. Das Thema Inselkernentlastung wäre damit auf unbestimmte Zeit ungelöst.

Wir befinden uns bereits in der Realisierungsphase für das Gesamtprojekt. Sämtliche wesentliche Eingriffe und Änderungen, auch logistischer und konzeptioneller Art, führen zu Kollisionen und Störungen im Bauablauf (hier u.a. bei Baustelleneinrichtung, Altlastenbeseitigung und –entsorgung).

Das Parkhaus kommt der Altstadt zugute und ist mit regelmäßigen und dauerhaften Einnahmen verbunden. Es sollte deshalb schnellst möglich fertiggestellt werden. Die Investition amortisiert sich voraussichtlich nach rund 16 Jahren.

Im Folgenden gehen wir auf die wesentlichen Aspekte des Planungsprozesses nochmals ein:

Bauabschnittsbildung und Zeitplan
Die ursprünglichen Überlegungen zur Bauabschnittsbildung aus dem Wettbewerbsverfahren 2010 sind schon seit langem überholt. Mit seiner Überarbeitung  im Jahr 2013 wurde das Konzept auf die Bedürfnisse der großen Tagungen (Nobelpreisträger und Psychotherapeuten) abgestimmt. Mit den Beschlüssen des Stadtrates vom 18.7.2013 und allen nachfolgenden Beschlüssen des Stadtrates, des Projektausschusses Inselhalle und des Bau- und Umweltausschusses wurde festgelegt, gerade nicht modular und in Bauabschnitten zu bauen, sondern das Gesamtprojekt in einer kurzen Bauphase von 23 Monaten  von Juli 2015 bis Juni 2017 zu realisieren. Projektsteuerer, Architekten und Fachingenieure empfehlen eindeutig diese Vorgehensweise.  Damit werden Kostensteigerungen innerhalb der Bauphase reduziert, die Interimsphase wird so kurz wie möglich gehalten, die Belastung der Umgebung und der Insel durch eine mehrjährige Baustelle wird verringert und die Inselhalle kann mit einem  Komplettangebot und fertigem Umfeld ab Sommer 2017 vermietet werden. Für viele Veranstalter  und Betreiber sind attraktive KfZ-Stellplätze in unmittelbarer Nähe des Veranstaltungsorts ein wichtiges Kriterium bei der Standortwahl und im Marketing. Zur Eröffnung  steht dann ein funktionsfähiges  Umfeld mit  Stellplätzen für Inselhalle und Altstadt zur Verfügung.

Integriert sind  neben den Stellplätzen auch die Feuerwehrausrückeinheit, die Räume für die Bootsanlieger im kleinen See, ein öffentliches WC  und Fahrradboxen.  Dieses Konzept ist von Architekten und Fachplanern mit hohem Aufwand  zur Bauentwurfsreife gebracht worden. Der Stadtrat wird am 12.3.2015 auf der Basis einer Kostenberechnung und der Fördermodalitäten die Projektfinanzierung und die Umsetzung beschließen.

Bauzeitenplan weist keine Puffer auf
Nach fast zwei Jahren Detailprüfung und entstandenen Planungskosten in Millionenhöhe für Architekten, Fachingenieure und Projektsteuerer liegt  ein vom renommierten Architekturbüro Auer und Weber  bis ins Detail erarbeitetes Gesamtkonzept vor, welches auf dem Siegerentwurf des Architektenwettbewerbes basiert. Der Bauzeitenplan der Projektsteuerer weist keine Puffer auf. Größere Umplanungen hätten eine mehrmonatige zeitliche Verzögerung zur Folge, die das Gesamtkonzept und den Eröffnungstermin Juni 2017 zum Scheitern brächten.  Auch werden schon seit Monaten die komplexen  Alternativlösungen für die bisherigen Inselhallennutzer während der Umbauzeit sowie die Belegungen  nach Fertigstellung  der Baumaßnahmen auf die Zeit Juli 2015 bis Sommer 2017 abgestellt. Das Parkhaus ist integrativer Bestandteil  des Gesamt- und des Betreiberkonzeptes.

Tiefgaragenalternativen zu  teuer
Ein anderes Stellplatzkonzept mit größerer Tiefgarage war Teil der Vorentwurfsplanung bis Sommer 2014 und wurde dann aus Kostengründen geändert. Der Stadtrat hat das jetzige Konzept mit etwas höherem Parkhaus (um rund zwei Meter) mit den Beschlüssen im September und Oktober 2014 in die Entwurfsphase gegeben. Das Ergebnis liegt jetzt vor. Rund  400 Stellplätze kosten nach dem vorliegenden Parkhauskonzept ca. 7,85 Mio. Euro. Dieselbe Anzahl an Stellplätzen in der Kombination von 310 unterirdisch und 90 ebenerdig wäre nach aktueller überschlägiger Ermittlung des Projektsteuerers und der Architekten mit mindestens 10,35 Mio. Euro zu veranschlagen, also um mindestens rd. 2,5 Mio. Euro teurer als das beschlossene Konzept

Grün- und Freiflächenkonzept
Oberirdische Stellplätze und ein eingeschossiges offenes Parkdeck entsprechen nicht dem Grün- und Freiflächenkonzept für die Insel und den Planungen zur Landesgartenschau. Zwar gehört der Bereich an der Zwanzigerstraße nicht zum Altstadtkern der mittelalterlichen Stadt. Die Landgewinnungen vor der Stadtmauer  sind in der Neuzeit mit modernen Gebäuden und großen Kubaturen bebaut worden, unter anderen mit der  Feuerwehr inkl. hohem Schlauchturm,  der  Inselhalle und der Spielbank. Auf der gesamten Insel sollten größere offene Parkplätze oder einsehbare Parkdecks  vermieden. Vielmehr sollten die KfZ-Stellplätze effektiv gestapelt und bestmöglich eingehaust werden.

Stadtbild
Von der Stadtmauer auf dicht gedrängte Autoansammlungen zu schauen, sollte der Vergangenheit angehören.  Die Pläne der Architekten zeigen, dass sich das Parkhaus in die Höhenentwicklung des Bestandes und zusammen mit der gemeinsamen Materialität der Inselhalle und den bestehenden Bäumen in das Stadtbild einfügt. Dies betrifft gerade die Sicht von der Seebrücke und vom gegenüberliegenden Ufer des kleinen Sees. Ergänzt wird das neue Ensemble durch den Stadtplatz am kleinen See, die überarbeitete Uferpromenade und eine Neugestaltung der Zwanzigerstraße. Der neue Stadtplatz wird durch die Inselhalle und das Inselhallenparkhaus in seiner Gestalt architektonisch und räumlich gut eingefasst.

Inselhallenparkhaus und ein Parkhaus vor der Insel
Inselhallenparkhaus und ein Parkhaus vor der Insel sind zusammen zwei wichtige Bausteine des zukünftigen Parkierungskonzepts. Nach dem Konzept für die Insel werden mittelfristig die Parkplätze auf der westlichen Insel aufgegeben, weil sie an der falschen Stelle liegen und besser für Bau- und Grünflächen genutzt werden sollen. Dann dient das Inselhallenparkhaus mit Stellplätzen, Feuerwehr, Räumen für Bootsanlieger, öffentlichem WC und Fahrradboxen vorrangig  der Inselhalle und den Bewohnern und Gewerbetreibenden der Altstadt. Das zweite notwendige Parkhaus vor der Insel ergänzt diese Planung und richtet sich vorrangig an die Tagestouristen. Beide Parkhäuser sind in Kombination notwendig, ergänzen sich und vermeiden Parksuchverkehr im Inselkern. Weitere Park and Ride- Parkplätze entstehen am Bahnhof Reutin. Der Auffangparkplatz an der Blauwiese steht weiterhin zur Verfügung. Damit wird die jetzige Parkierungsverteilung für die jährlich 3,5 Mio Besucher der Stadt, die mit Mehrheit auf die Insel streben, neu und effektiv geordnet.


Der Radio-Programmbeitrag zum Nachhören:



Tags:
inselhalle bürgerbegehren ecker bodensee



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