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Korridorvignette: Internationale Bodenseekonferenz wendet sich an österreichische Bundesministerin Bures
03.05.2013 - 12:03
Am 30. Juni soll die zweite Röhre des Pfändertunnels eröffnet werden und dadurch der Verkehr wieder ungestört fließen können. Damit läuft jedoch auch die vor wenigen Jahren eingeführte Korridorvignette für den rund 23 Kilometer langen Streckenabschnitt auf der österreichischen A 14 Rheintal-Autobahn aus.
Befürchtet wird dadurch sowohl auf bayerischer als auch auf vorarlberger Seite eine drastische Zunahme des Verkehrs auf der Nebenstrecke Lindau, Bregenz bis St. Margrethen in der Schweiz. Doch die österreichische Bundesregierung hält am Auslaufen der Korridorvignette fest. Nun werden sich auch die Regierungschefs der Bodenseeanrainerstaaten für einen Erhalt der Korridorvignette oder zumindest für die Einführung alternativer Maßnahmen stark machen. Dies wurde bei dem letzten IBK-Treffen der Regierungschefs am vergangenen Freitag in Ofterschwang entschieden.

Die Korridorvignette mit einem attraktiven Preis von 2 Euro pro Fahrtrichtung wurde am 1. September 2008 als Sonderregelung eingeführt. Laut Ansicht der österreichischen Bundesregierung wird mit Freigabe beider Pfänderröhren der Grund für diese Sonderregelung entfallen. „Die IBK spricht sich trotzdem klar für einen Beibehalt der Korridorvignette oder für eine adäquate Alternative aus,“ so die bayerische Staatsministerin Dr. Beate Merk, die in diesem Jahr den Vorsitz der Internationalen Bodenseekonferenz innehat. „Es geht um die Vermeidung von Nachteilen, die hier an dieser Engstelle zwischen See und Gebirge definitiv gegeben sind.“ Denn Mautflüchtlingen bleibt nur dieser eine Weg durch den Stadtteil Lindau-Zech sowie die Stadt Bregenz. Deshalb wird die IBK nun in einem Schreiben an die österreichische Bundesministerin Doris Bures Stellung zur Zukunft der Korridorvignette beziehen.

Auch Landrat Elmar Stegmann macht sich bereits seit Wochen für die Korridorvignette stark: „Der Ausweich- und Durchgangsverkehr gerade in den Sommermonaten und am Wochenende ist auf dieser Strecke bereits heute sehr hoch. Und mit jedem Stau steigen auch die Umweltbelastungen für unsere Bürger.“ Stegmann hatte sich deshalb bereits Anfang März in einem Schreiben an den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer mit der Bitte um Unterstützung gewandt, die auch prompt erfolgte. In einem Schreiben an den österreichischen Vizekanzler und Außenminister Dr. Michael Spindelegger setzte der Ministerpräsident sich für eine Regelung im Sinne der Bürger ein. Auch hier liegt eine Antwort bereits vor: die Korridorvignette verschwindet, aber man ist bereit, Begleitmaßnahmen durchzuführen.

„Das Anbringen von Hinweisschildern, die deutlich machen, dass eine Fahrt durch den Pfändertunnel erheblich schneller ist als am See entlang, ist nicht ausreichend,“ kommentiert Landrat Elmar Stegmann eine schon vor Wochen durch die österreichische Bundesregierung angedachte Begleitmaßnahme. Landrat Stegmann ist auch in Kontakt mit dem vorarlberger Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser sowie dem Bregenzer Bürgermeister Markus Linhart, die ihrerseits sämtliche Möglichkeiten ausschöpfen, sich auf politischem Weg für den Erhalt der Korridorvignette einzusetzen.

 
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