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Symbolbild Wildschwein
(Bildquelle: Pixabay)
 
Allgäu
Mittwoch, 21. Februar 2018
Präventionsgipfel zur Afrikanischen Schweinepest
Gemeinsamer nationaler Kraftakt erforderlich

Um den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland und Bayern zu verhindern, ist ein koordiniertes Vorgehen aller Beteiligten erforderlich. Zur umfassenden Prävention und für schnelles und konsequentes Eingreifen im Fall eines Ausbruchs ist ein enges Zusammenwirken aller Beteiligten unverzichtbar.

Dieses Ergebnis des Präventionsgipfels zur ASP präsentierte die BayerischeUmweltministerin Ulrike Scharf heute in München: "Wir brauchen einen nationalen Kraftakt gegen die Afrikanische Schweinepest. Bayern hat ein klares Konzept: Erstes Ziel ist, die Einschleppung zu verhindern. Sollte es dennoch zu einem Ausbruch kommen, müssen als zweites Ziel Schäden möglichst gering gehalten werden. Nur bei einer engen Kooperation von Bund, Ländern, Kommunen und Verbänden können wir erfolgreich sein." Insbesondere bei Wildschweinen ist ein Schulterschluss von Jägern und Landwirten erforderlich, um die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest erfolgreich zu gestalten. Hier bestehen besondere Herausforderungen, da die Möglichkeiten der Seuchenbekämpfung bei Wildschweinen begrenzt sind. Der bereits etablierte Koordinierungskreis wird das Thema ASP weiterhin konsequent begleiten. Auch die regelmäßigen ASP-Seuchenübungen auf allen Ebenen der Verwaltung werden fortgesetzt.

Auch der Bund sei gefordert, so Scharf: "Wir brauchen in Deutschland einen umfassenden Rechtsrahmen für die notwendigen Präventiv- und Bekämpfungsmaßnahmen. Der Bund muss daneben die notwendigen Kontrollen auf den Transportwegen durch Bundespolizei und Zollbehörden sicherstellen." Diese Themen wird Bayern am 26. Februar bei einem weiteren Spitzentreffen zum Thema ASP auf Bundesebene einbringen.

Durch die ergriffenen Maßnahmen soll im Sinne der Tiergesundheit und der Seuchenbekämpfung vor allem verhindert werden, dass die ASP in Hausschwein-Bestände eingeschleppt wird. Scharf: "Die Bestände der Hausschweine müssen konsequent gegen die Afrikanische Schweinepest geschützt werden. Dafür müssen alle Anstrengungen unternommen werden. Wir setzen dabei auch auf die Vernunft der Schweinehalter. Wenn die Sicherheitsmaßnahmen konsequent befolgt werden, wird bestmögliche Sicherheit für die Tierbestände geschaffen."

Für den Menschen ist das Virus ungefährlich. Es befällt nur Schweine. Auch der Verzehr von Schweinefleisch ist gesundheitlich unbedenklich. Derzeit gibt es Nachweise in Polen, dem Baltikum, der Tschechischen Republik sowie den angrenzenden Drittstaaten. Die Übertragung und Weiterverbreitung erfolgt entweder direkt von Tier zu Tier oder indirekt, etwa über kontaminierte Gegenstände. Insbesondere nicht ordnungsgemäß entsorgte Speiseabfälle aus nicht gegarten Schweineprodukten wie Salami und Schinken stellen eine mögliche Infektionsquelle dar

 

Um eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in der Wildschweinpopulation rasch zu erkennen, hat Bayern bereits das Monitoring intensiviert. Verendet aufgefundene Wildschweine werden auf Erreger der Tierseuche untersucht. Hierfür gibt es eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 20 Euro pro Tier. Für das Erlegen von bestimmten Wildschweinen, wie Frischlingen, Überläuferbachen und Bachen, die für die Aufzucht der Jungtiere nicht notwendig sind, erhalten Jäger außerdem eine zusätzliche Vergütung in Höhe von 20 Euro. Hinweise für Reisende an den Raststätten entlang der Autobahnen und an den Flughäfen sollen außerdem verhindern, dass nicht ordnungsgemäß entsorgte Essensreste eine Eintragsquelle für die Afrikanische Schweinepest in Wild- und Hausschweinbestände darstellen. Zusätzlich wurden Informationsmaterialien für die Öffentlichkeit und die Kreisverwaltungsbehörden erstellt.

 

Eingeladen zum Präventionsgipfel waren Vertreter der Jagd, der Landwirtschaft, der Fleischwirtschaft, der Transporteure, der Tierärzteschaft sowie von Behörden.(PM)

 


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